Die Eintracht plant für zwei Ligen

Die Eintracht plant für zwei Ligen

Eintracht Trier hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Lizenzen für die Regionalliga und die dritte Liga beantragt. Bleibt der Club viertklassig, muss er fast schon die Quadratur des Kreises schaffen: Trotz eines sinkenden Etats wollen die Moselaner in der Saison 2011/12 weiterhin oben mitmischen.

Gestern war der Stichtag. Bis zum 1. März mussten die Vereine beim DFB in Frankfurt die Lizenzierungsanträge für die nächste Drittliga-Saison einreichen. Eintracht Trier hat in einem Rutsch auch gleich die Unterlagen für die nächste Regionalliga-Saison abgegeben — dafür hätte der Club noch bis 1. April Zeit gehabt.

Wie plant der SVE? Bleibt die Eintracht in der Regionalliga, soll das Budget für die erste Mannschaft um 20 Prozent im Vergleich zur aktuellen Spielzeit sinken - auf dann rund 750 000 Euro. Kalkuliert wird mit einem Zuschauerschnitt von 2000 Fans pro Heimspiel, Fernsehgeld gibt es in Höhe von 90 000 Euro. Obwohl der Verein im Sommer ein Darlehen bei der Sparkasse abbezahlt sowie noch ausstehende Zahlungen an Ex-Trainer Mario Basler getätigt haben werde, ist laut Eintracht-Vorstandsmitglied Harry Thiele eine Reduzierung des Etats erforderlich: "Wir haben uns in dieser Saison bereits schwer getan, den aufgestellten Etat zu stemmen. Sponsoren und Gönner haben uns sehr geholfen. Sie werden das aber nicht jedes Jahr in diesem Umfang tun können."

Angesichts der schwierigen Budgetplanung werde der Verein nach Aussage von Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi auch nicht mit dem klaren Ziel ,Drittliga-Aufstieg' in die neue Saison gehen: "Das wäre nicht realistisch. Wir können uns nicht auf die Stufe mit anderen Clubs stellen, die wesentlich höhere Etats haben." Gleichzeitig sagt er: "Wir glauben aber, mit unserem Trainer Roland Seitz erneut eine gute Mannschaft zusammenstellen zu können, die wie in dieser Saison oben mitspielen kann."

Sollte die Eintracht indes doch noch die Überraschung schaffen und aufsteigen, geht der Verein mit einem Budget in Höhe von zwei Millionen Euro für die erste Mannschaft in die Drittliga-Spielzeit 2011/2012. In dieser Klasse bekäme die Eintracht Fernsehgeld-Zuweisungen in Höhe von 753 000 Euro. Grundlage für diese Etat-Konzeption ist nach Auskunft von Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs ein Zuschauerschnitt von 2800 bis 3000 Fans pro Heimspiel.

Mögliche Einnahmen durch eine Qualifikation für den DFB-Pokal sind weder im Regionalliga- noch im Drittliga-Etat eingerechnet. Unterdessen sind auch die Eckdaten für den künftigen Eintracht-Jugendetat festgelegt worden. Ligenunabhängig sollen die Ausgaben von derzeit 270 000 Euro auf 180 000 Euro sinken.