"Die Wormatia ist fällig"

Der Letzte trifft auf den Vorletzten: Im Abstiegskrimi gastiert Fußball-Regionalligist Eintracht Trier heute bei Wormatia Worms (19 Uhr, Wormatia-Stadion). Wegen einer Gelbsperre fehlt Gustav Schulz, dessen Wechsel in trockenen Tüchern zu sein scheint (der TV berichtete).

Trier. "Ein Dreier ist absolute Pflicht. Mit einem Erfolg hätten wir wieder Anschluss an die Plätze bis Rang zehn", sagt Eintracht-Trainer Reinhold Breu mit Blick auf den Abstiegsgipfel heute in Worms. Trier würde mit einem Sieg auf 32 Punkte kommen, auf besagtem zehnten Platz liegt derzeit der Bonner SC mit 34 Zählern.

Angesichts des Aufwärtstrends in den Partien in Essen und gegen Münster sagt Breu: "Die Wormatia ist fällig. Heute muss Worms dran glauben."

Verzichten muss der Trainer auf Andy Rakic (Rotsperre) und Gustav Schulz. Er hat gegen Münster seine fünfte gelbe Karte gesehen. Für ihn wird entweder Thomas Kempny oder Nicolas Fernandes die rechte Mittelfeldseite beackern.

Einem Einsatz von Innenverteidiger Johannes Kühne dürfte nichts im Wege stehen. Gegen Münster musste er noch wegen einer Zerrung passen. Sahr Senesie soll noch keine Rolle in der Startelf spielen. Breu: "Er hat nach seinem Muskelfaserriss erst drei volle Trainingseinheiten absolviert. Sahr ist für mich als Joker derzeit wichtiger."

Wie vom TV vermeldet, läuft derweil alles auf einen Wechsel von Schulz zum luxemburgischen Erstligisten Swift Hesperange hinaus. Definitiv bestätigen will Schulz das noch nicht, doch er sagt: "Sich sportlich und beruflich nach Luxemburg zu orientieren, ist sehr reizvoll. In Deutschland noch mal oben anzugreifen, ist sehr schwer. Dafür braucht man auch Glück. Glück, das ich zum Beispiel in meiner Zeit beim 1. FC Köln nicht hatte. Das muss man ganz genau abwägen. Darüber mache ich mir schon länger Gedanken. Und in Hesperange wird einiges aufgebaut." Der gebürtige Trie rer Schulz spielte vor seinem aktuellen Engagement bei der Eintracht zwei Jahre in Köln. Zwischenzeitlich trainierte er dort mit den Profis, der dauerhafte Sprung in den ersten Kader gelang ihm aber nicht.

Bei Swift kann Schulz nicht nur (für gutes Geld) Fußball spielen, nebenher kann sich der 24-Jährige auch berufliche Perspektiven schaffen. ,Gus' ist gelernter Lagerist, aber seit rund sechs Jahren raus aus diesem Beruf. "In Luxemburg könnte ich den Busführerschein machen, um später als Busfahrer zu arbeiten", sagt Schulz. Es steht für ihn außer Frage, bis zum Schluss Gas für Trier geben zu wollen. Auch Breu setzt auf Schulz' Charakter: "Er wird bis zum letzten Spieltag alles geben."

Mögliche Aufstellung Trier: Schneider - Dingels, Cinar, Kühne, Fuhs - Kempny (Fernandes?), Bettmer, Anicic, Wagner - Risser, Salem

Viererkette

Alles Wichtige zu Triers Gegner Wormatia Worms: Aktuelles: Bei der 2:3-Heimniederlage am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach II mussten Mittelfeldspieler Sven Bopp (Prellung) und Abwehrspieler Sandro Rösner (Bänderriss) vorzeitig verletzungsbedingt vom Platz. Formkurve: Nach der Winterpause sammelte Worms in vier Spielen sieben Punkte. Hoffnung auf den Klassenerhalt keimte noch einmal auf. Nach nur einem Sieg in den vergangenen fünf Spielen scheint der Oberliga-Abstieg nun unvermeidlich zu sein. Stärken: Trotz der nahezu aussichtslosen Situation schenkt die Wormatia keine Partien her. Ein Beispiel: Bei Rot-Weiss Essen — der zweitbesten Rückrundenmannschaft — gewannen die Rheinhessen am 19. März mit 3:0. Schwächen: 23 Treffer in 27 Saisonspielen — das ist bislang die magerste Ausbeute unter den Clubs der Regionalliga West. In neun Partien blieb Worms ohne eigenen Treffer. Nur das Spiel gegen Essen gewann das Team mit mehr als einem Tor Unterschied. (bl)