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Ein Ex-Nationalspieler an der Lieser

Einst bei Hertha BSC, jetzt bei Türkgücü Wittlich: Hasan Vural (links) will mit dem Club in die A-Liga aufsteigen. TV-Foto: Archiv/Helmut Gassen
Einst bei Hertha BSC, jetzt bei Türkgücü Wittlich: Hasan Vural (links) will mit dem Club in die A-Liga aufsteigen. TV-Foto: Archiv/Helmut Gassen
Wittlich. Der gebürtige Berliner und ehemalige Profi Hasan Vural hat beim B-II-Spitzenreiter SV Türkgücü Wittlich das Kapitänsamt übernommen und will den seit Jahren um den Aufstieg ringenden Club endlich in die A-Klasse führen. TV-Mitarbeiter sprach mit dem ehemaligen Profi von Hertha BSC und der türkischen Nationalmannschaft. Lutz Schinköth

Wittlich. Der mittlerweile 38-jährige Hasan Vural hat sich seit zwei Jahren dem ambitionierten Verein aus Wittlich zur Verfügung gestellt und folgte dem Ruf seines langjährigen Freundes und Trainers Tamer Yigit.
"Ich will dem Verein noch mal helfen, in die A-Liga aufzusteigen. Denn eigentlich wollte ich dem Fußball nach so vielen Jahren auf Wiedersehen sagen. Doch mittlerweile liegt mir der Verein am Herzen. Es macht Spaß, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Jungs bei der Sache sind. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir aufsteigen wollen".
Markige Worte eines anerkannten Vollblutfußballers. Tamer Yigit und Vural kennen sich seit vielen Jahren und gehen jetzt noch mal gemeinsame Wege. "Als ich früher ein Jahr unter Paul Linz bei Eintracht Trier spielte, lernten wir uns kennen und schätzen. Jetzt wollen wir einen türkischen Verein in der höchsten Kreisklasse etablieren." Und: "In den letzten zwei Jahren ging es ständig bergauf. Unsere Spieler sind alle in Deutschland geboren und besitzen die deutsche Mentalität. Zudem ist der Verein für alle offen. So spielen ja auch Albaner, Ghanaer oder Kroaten in der Mannschaft", erläutert Vural die Philosophie des Vereins, der weiterhin auf umfassende Integration setzt.
"Ich habe einige Jahre auch im Ausland gespielt - da war es nicht immer einfach, sich durchzusetzen, auch außerhalb des Fußballplatzes. Deshalb ist die Integration von Spielern mit Migrationshintergrund genauso wichtig wie ein erfolgreiches Abschneiden im Ligabetrieb." Mit der Feststellung "Das Team ist reif für den Aufstieg" will Vural das jahrelange Bemühen um den Sprung in die A-Klasse unterstreichen. Unvergesslich ist das Saison-Finale von 2008, als Türkgücü Wittlich gegen den TuS Platten im allerletzten Spiel mit einem 1:1 den Aufstieg verpasste und dem Spektakel nahezu 2500 Zuschauer beiwohnten.
Vural selbst agiert als Abwehrchef im Wittlicher Defensivverbund, hat unter solch bekannten Trainern wie Jürgen Röber, Eduard Geyer, Jürgen Gelsdorf oder Bruno Labbadia gespielt. "Bei meiner Zeit bei Hertha BSC war Jürgen Röber eine Art Vaterfigur, von der man eminent viel lernen konnte. Jetzt gebe ich meine Erfahrungen an die jungen Spieler weiter. Wenn wir aufsteigen sollten, ist es dann höchste Zeit zu gehen", sagt Vural, der nach seiner Profikarriere die Lizenz als Spielerberater erworben hat, in Luxemburg lebt und verheirateter Vater zweier Kinder ist. "Als Spielerberater versuchen wir, talentierte Spieler aus dem Ausland in die Bundesliga zu holen und dort zu parken."
In der aktuellen Saison hat sich Türkgücü Wittlich den Herbstmeistertitel schon gesichert und führt mit acht Punkten Vorsprung vor Bruch/Gladbach die Tabelle souverän an. L.S.
Extra

Hasan Vural begann seine Laufbahn in der Jugend bei Hertha BSC Berlin und wurde dort auch Profi. Seine weiteren Stationen waren Energie Cottbus, KFC Uerdingen, der polnische Erstligist Slask Wroclaw sowie Union Teplice (Tschechien). Zwischendurch ging es fünf Jahre in die Türkei - Vural spielte dort bei Ankaraspor und schießlich in der türkischen Nationalmannschaft unter Trainer Mustafa Benicli. Zudem kickte er ein Jahr lang in der zweiten Bundesliga unter Paul Linz bei Eintracht Trier. Der ehemalige Trierer Profi Klaus Greszkowiak lotste Vural dann nach Luxemburg zum FC Canach, mit dem er nach einem Jahr sofort in die erste Liga aufstieg. Vor zwei Jahren heuerte Vural schießlich bei Türkgücü Wittlich an. L.S.