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Ein neuer Punkt auf der Landkarte

Ein neuer Punkt auf der Landkarte

Alphabetisch reiht sich Trier zwischen Saarbrücken und Wolfsburg ein: An der Mosel geht das bundesweit 45. Fanprojekt für vornehmlich jugendliche Fußball-Anhänger an den Start. Eingerichtet wird ein offener Treff. Zwei Mitarbeiter stehen für die Sozialarbeit zur Verfügung.

Trier. (bl) Noch laufen die Renovierungsarbeiten. In einer Wohnung auf dem Gelände des ehemaligen Milchhofs in der Trierer Metternichstraße wird ein offener Jugendtreff hergerichtet. Dort — auf später einmal 160 Quadratmetern — entsteht das Herzstück des neuen Fanprojekts für jugendliche Fußball-Anhänger. Eröffnung soll in drei bis vier Wochen sein. Die Trierer Einrichtung wird bundesweit die 45. ihrer Art sein. In Rheinland-Pfalz gibt es bislang zwei (in Mainz und Kaiserslautern). In den Räumen sollen die Fans an wahrscheinlich zwei Abenden in der Woche ihre Freizeit verbringen können. Zudem haben dort die beiden Projekt-Mitarbeiter Dominik Boulanger und Thomas Endres ihr Büro. Sie sind Ansprechpartner für die Fans. Bei Problemen in der Schule, im Beruf, in der Familie. Zudem soll das Duo als Vermittler wirken — zum Beispiel, wenn es Ärger zwischen Fans und Polizei gibt.

Im Mittelpunkt steht die Präventionsarbeit. Gegen Gewalt. Gegen Sucht. Gegen rechtes Gedankengut. "Man darf nicht verschweigen, dass es in der Anhängerschaft von Eintracht Trier Pro blemfans und eine rechte Szene gibt", sagt Triers Sportdezernent Georg Bernarding. Groß ist diese spezielle Gruppe nicht, laut Enders macht sie "deutlich unter fünf Prozent" der Anhängerschaft aus. Mit Hilfe des Projekts soll sie, wenn möglich, schrumpfen.

In der Diskussion ist ein Trie rer Fanprojekt bereits seit November 2007. Schwierig war die Finanzierung und die Suche nach Räumen. "Nicht jeder will solch einen Treff in seiner Nähe haben", berichtet Hilger Hoffmann, Leiter des Jugend- und Kulturzentrums "Exzellenzhaus", das die Trägerschaft übernommen hat. Der Jahres-Etat beträgt 84 000 Euro. Finanziert wird er zu jeweils einem Drittel vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), vom Land Rheinland-Pfalz sowie von der Kommune. Den Trierer Anteil "sponsert" indes nach Auskunft von Bernarding vorerst die Sparkasse. Unterstützung für das Projekt haben zudem die Eintracht sowie die Polizei angekündigt.

Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fanprojekte hofft, dass durch die Arbeit das Bild der Fans in der Öffentlichkeit aufpoliert werden kann: "Fußball-Fans werden schnell als Randalierer, Säufer und Nazis abgestempelt. Dabei wird verkannt, dass die Fußball-Kultur viel Kreativität und Emotion beinhaltet."