Ein Team mit großem Tatendrang

Beim 4:2-Sieg des Wuppertaler SV in Trier hat nicht die bessere, sondern die abgezocktere Mannschaft gewonnen. Bei der Eintracht stimmt die Moral, arbeiten muss sie aber an ihrer Cleverness, Chancenverwertung und Konzentration.

Trier. Seine Armbewegungen waren deutlich. "Auf dem Boden bleiben, bloß nicht überdrehen" — das versuchte Eintracht-Trainer Roland Seitz seinen euphorisierten Spielern nach dem 2:2-Ausgleich einzutrichtern. Seine Gesten brachten nicht den erhofften Erfolg. Angetrieben von der Chance, Drittliga-Absteiger Wuppertal mit einer famosen Aufholjagd den großen K.o.-Schlag zu versetzen, marschierte die Mannschaft nach vorne. Zu Lasten einer aufmerksamen Defensivarbeit. Die gnadenlos effizienten Wuppertaler bestraften die fehlende Coolness mit den Toren zum 2:3 und 2:4. Hinzu kamen zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen. Insgesamt eine bittere Pille für Trier.

Aber keine mit negativer Langzeitwirkung, hofft Seitz. Er ist überzeugt: "In der Mannschaft steckt genug Moral, um den Rückschlag wegzustecken." Weil sie mehr als nur gute Ansätze zeigt. Sie ist dank Alban Meha bei Standards so gefährlich wie lange nicht mehr (Ausgangspunkt für alle vier Regionalliga-Treffer waren Freistöße). Sie erarbeitet sich zudem Chancen aus dem Spiel heraus, deren Verwertungsquote aber deutlich steigen muss. Und sie gibt nicht auf. Nach dem 0:2-Rückstand gegen Wuppertal (abgefälschter Freistoß Markus Heppke, (37.), Sonntagsschuss Jerome Assauer (39.)) drängte Trier unbeirrt nach vorne — und wurde dafür mit den Treffern von Meha (direkter Freistoß, 60.) und Thomas Kraus (62.) belohnt. "Wir haben eine tolle Reaktion gezeigt", sagte Kapitän Josef Cinar. Gleichzeitig mahnt Thomas Kraus: "Wir müssen die dummen Fehler abstellen und als Team besser verteidigen." Am besten schon am Freitag, wenn Trier in Münster spielt. Der Aufstiegsmitfavorit (nur ein Punkt) steht bereits mit dem Rücken zur Wand.

Hintergrund

Neuer Spieler: Heute soll der Wechsel von Defensivakteur Cataldo Cozza zu Eintracht Trier perfekt gemacht werden. Der 25-Jährige stand zuletzt bei Dynamo Dresden unter Vertrag. Bis zur Winterpause der Vorsaison war er Stammspieler bei den Sachsen. Schwere Verletzungen (Kreuzbandriss, Innenbandrisse) haben ihn in der Vergangenheit mehr als einmal länger aus der Bahn geworfen. Cozza ist als Rechtsverteidiger vorgesehen. Trainer Roland Seitz: "Die rechte Seite ist unsere Achillesferse. Cataldo ist ein schneller, kleiner Spieler mit gutem Tempo und schon sehr erfahren." Kommt Cozza, soll dennoch ein weiterer Stürmer unter Vertrag genommen werden. Seitz spricht von einer "guten Lösung" bei der Finanzierung von Cozza. Deshalb habe dessen Verpflichtung keinen negativen Einfluss auf die Stürmersuche. Leistungszentrum: Nach TV-Informationen steht die Eintracht ganz dicht davor, als DFB-Nachwuchsleistungszentrum anerkannt zu werden. Ein wichtiger Punkt ist jedoch noch ungeklärt: Der Verein muss einen zweiten hauptamtlichen Mitarbeiter vorweisen. Dazu soll es heute ein Gespräch geben. (bl)