Einen Tick zu wenig

Trotz einer guten, vor allem kämpferisch starken Vorstellung unterlag die U 23 der Trierer Eintracht am Freitag dem SC Idar-Oberstein mit 1:2 (1:1). Der Spitzenreiter hatte dabei gegenüber dem Neuling vor allem ein Plus an Cleverness.

(wir) Ein Tick zu wenig. Diese Aussage traf in der Partie zwischen dem Oberliga-Aufsteiger und dem Titelaspiranten gleich doppelt zu. Ein Tick zu wenig an spielerischer Qualität, ein Tick zu wenig aber auch an Glück.

Die vielleicht vorentscheidende Szene spielte sich bereits in der 6. Minute ab, als Georg Borschnek, der Schlussmann der Gäste, Erwin Bradasch zehn Meter vor dem Kasten nach Pass von Julian Bidon über die Klinge springen ließ. Es hätte Strafstoß geben müssen, denn den Ball konnte Borschnek nicht treffen, der war bereits an ihm vorbei. "Das war ein klares Foul", konstatierte Eintracht-Coach Frank Thieltges denn auch nach dem Schlusspfiff, sein Pendant Michael Dusek wusste mit einem Schmunzeln im Gesicht "nicht, welche Situation gemeint ist."

Ein spielerisches Übergewicht hatten die Nahestädter dennoch im ersten Abschnitt, auch einige "halbe" Möglichkeiten, aber die Führung erzielte Trier. Tim Eckstein, der schon eine Minute zuvor nur knapp an Borschnek gescheitert war, verwandelte ein Zuspiel von Daniel Petersch (33.) mit einem Flachschuss ins kurze Eck zum 1:0. Aber die Freude währte nicht lange - nur fünf Minuten später nutzte der Tabellenführer seine vierte Chance durch Eric Wischang, der einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer schlenzte. Nach dem Wechsel agierten die Nahestädter zunächst noch dominanter, und so dauerte es erneut nur wenige Minuten, bis Philipp Basquit hinter sich greifen musste. Der Youngster wurde von Christian Henn mit einem Heber überlistet. Es folgten zwei weitere gute Möglichkeiten durch Christoph Lawnik, dessen Schuss Johannes Kühne gerade noch ablenken konnte und Pierre Merkel, der an Basquit scheiterte. Ab der 70. Minute gaben die Hausherren noch einmal Gas. In der 72. Minute schien der erneute Ausgleich fällig, doch erst blieb ein Schuss von Bradasch in der massierten Abwehr der Gäste hängen, dann fing Kühne den wuchtigen Nachschuss von Fabian Zittlau unfreiwillig mit dem Kopf ab. Zwei Minuten vor dem Abpfiff brachte Sebastian Ting nicht genug Druck hinter seinen Kopfball, der am Tor vorbei flog.

"Trier hat eine gut ausgebildete Mannschaft", sagte Dusek, "es war eine knappe Geschichte, aber ich denke, dass wir den Sieg verdient haben." Thieltges bescheinigte der Elf von der Nahe: "Sie waren etwas abgezockter. Ärgerlich war der Ausgleich, weil wir gerade vor den Standards gewarnt hatten." Bei Idar-Oberstein spielte der Ex-Trierer Thomas Riedl einen unauffälligen Part.

SV Eintracht Trier 05 II: Basquit - Petersch, Kühne, Zittlau, Becker - Karikari (64. Hess), Schottes - Ting, Bradasch - Eckstein (46. Brandscheid), Bidon

Tor: 1:0 (33.) Eckstein, 1:1 (38.) Wischang, 1:2 (51.) Hewnn

SR: Kollcaku (Saarbrücken) - ZS: 207