Eintracht Trier: Ein schmerzhafter Ausrutscher

Eintracht Trier: Ein schmerzhafter Ausrutscher

Gleich im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres gab es für Eintracht Trier einen herben Dämpfer. Im Regionalliga-Nachholspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern II setzte es eine 0:1-Heimniederlage.

Die Szene hatte Symbolcharakter: Bei einem Flanken-Versuch kurz vor dem Schlusspfiff sank Thomas Drescher zu Boden — ein leichter Hexenschuss. Der Linksverteidiger von Eintracht Trier musste ausgewechselt werden. Ein schmerzhafter Fall für den Routinier.

Die 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern — für die gesamte Mannschaft war es ein Ausrutscher, der weh tat. Ein Tor nach einer Standardsituation reichte den Gästen, um als Sieger abzureisen (siehe Partie kompakt). "Nach dem Rückstand hatten wir sichtlich mit den Nerven zu kämpfen", sagte Eintracht-Trainer Roland Seitz, der seinen Spielern mit Blick auf die zweite Halbzeit dennoch keinen Vorwurf machte: "Da haben wir fast nur nach vorne gespielt. In den entscheidenden Situationen vor dem gegnerischen Tor haben wir aber leider die falschen Entscheidungen getroffen." Mal war es ein zu hektischer Torschuss — statt den besser postierten Nebenmann zu sehen. Mal zu große Unentschlossenheit bei der Ballmitnahme. Mal ein unpräziser Kopfball. Die Eintracht tauchte gefährlich vor Gästetorwart Marco Knaller auf, stellte sich aber zu ungeschickt an.

Neuzugang Ahmet Kulabas, der einen großen Aktionsradius hatte, ließ drei gute Gelegenheiten aus. Die beste Chance vergab der vor gut einer Woche vom 1. FC Heidenheim verpflichtete Stürmer nach einem Lattenknaller von Alban Meha aus 30 Metern. Den abprallenden Ball setzte er aus nicht mal elf Metern per Kopf übers Tor (44.). Seitz: "Normalerweise trifft er in solch einer Szene. Er wird auch Tore für uns schießen. Man hat gesehen, dass er uns verstärkt, auch wenn ihm in der zweiten Halbzeit das Selbstvertrauen abhanden kam."

Nicht nur ihm. Bei der Eintracht fehlte die Lockerheit gegen einen Gegner, der kompakt stand. Torwart André Poggenborg fiel durch ungewohnte Abschlagschwächen auf. Piero Saccone versuchte im Mittelfeld die Fäden zu ziehen, leistete sich aber einige unnötige Ballverluste. Linksaußen Alban Meha zog es zu oft in die Mitte. Angreifer Thomas Kraus sah wenig Land.

Da Preußen Münster und die Sportfreunde Lotte ihre Nachholspiele gewannen, ist die Eintracht im oberen Tabellendrittel vorerst ins Hintertreffen geraten. Auch wenn der Trend nicht für Trier spricht (drei der vergangenen vier Regionalliga-Spiele wurden verloren), sieht Alban Meha sein Team noch nicht auf verlorenem Posten: "Wir haben jetzt zehn Tage Zeit bis zum nächsten Spiel gegen Verl, um weiter an uns zu arbeiten. Wir stecken nicht den Kopf in den Sand. Wir dürfen nicht auf die anderen schauen, sondern nur auf uns." Trier.

Extra

Trier. (bl) Am Dienstag steigt Jeremy Opoku-Karikari (TV-Foto: Mirko Blahak) ins Eintracht-Training ein. Wie berichtet, hat der 23-jährige Defensivakteur, der nur Jeremy Karikari gerufen werden möchte, einen Vertrag bis Saisonende unterzeichnet. Infolge einer Fremd finanzierung wird der Vereinsetat kaum belastet. Im TV-Kurzinterview spricht Karikari über sich und seine Fitness. Warum haben Sie im Januar den Vertrag bei Jahn Regensburg aufgelöst? Karikari: Ich war dort nicht glücklich. Es lief sportlich und im Umfeld nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Auch wegen Verletzungen — Innenbandabriss sowie Außen- und Syndesmosebandriss — war 2010 nicht das beste Jahr für mich. Sind Sie fit? Karikari: Ich habe noch Nachholbedarf. Der Wechsel nach Trier ist bereits Ihr dritter in einer Winterpause. Sind Sie ein schwieriger Typ? Karikari: Nein, ich bin ganz lieb. Beim ersten Wechsel Ende Januar 2008 hatte ich ein gutes Angebot vom VfB Stuttgart II. Dort kam ich später nicht mit dem Trainer klar, deshalb der Wechsel nach Regensburg im Fe bruar 2010.

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