Erste Entscheidungen nach dem Party-Marathon

Erste Entscheidungen nach dem Party-Marathon

Nach dem Gewinn des Rheinlandpokals kommt bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier Bewegung in die Kaderplanung. Überraschend wechselt Kapitän Josef Cinar nach Burghausen. Dank der mit dem Pokalsieg verbundenen Einnahmen soll indes die Lizenz für die neue Saison gesichert sein.

Trier. Es war gestern früh gegen 5.30 Uhr, als die Pokal-Party der Eintracht im Bistrorante Laola so langsam ihr Ende fand. Die Mannschaft knüpfte nahtlos an die engagierte Vorstellung im Endspiel gegen die TuS Koblenz an und gab auch beim Feiern Gas. Während von den Spielern die Anspannung der vergangenen Monate abfällt, beginnt für die Eintracht-Entscheidungsträger nun erst richtig die Arbeit. "Die Lizenz ist jetzt in trockenen Tüchern", verkündete Eintracht-Vorstandsmitglied Harry Thiele am Tag nach dem 2:0-Triumph gegen Koblenz, der dem SVE die Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Runde und somit bis zu 150 000 Euro Einnahmen beschert. In etwa gleichem Umfang hat der Club laut Thiele zuletzt neue Sponsorengelder akquiriert. Im Zusammenspiel mit Vereins-Bürgschaften könne die Etat-Deckung für die neue Saison beim DFB nachgewiesen werden. Bislang hat Trier die Regionalliga-Lizenz für die nächste Spielzeit nur unter Auflagen erhalten (der TV berichtete). Die Verantwortlichen hoffen nun, große Teile des erfolgreichen Kaders halten zu können. In diesem Bemühen gibt es aber zunächst einen Rückschlag zu verkraften. Verschmerzen muss die Eintracht den Weggang von Kapitän Josef Cinar. Der 27-Jährige wechselt in die Dritte Liga zu Wacker Burghausen. Dort erhält er einen Vertrag für die kommenden beiden Spielzeiten (inklusive Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr). Cinar war im Sommer 2008 vom SC Verl zur Eintracht gekommen. In drei Jahren bestritt er 91 Regionalliga-Spiele für Trier und mauserte sich zu einer Identifikationsfigur. Ein Bleiben von Stefan Kohler und Cataldo Cozza scheint indes wieder wahrscheinlicher zu werden. "Es sieht ganz gut aus, dass die Verträge verlängert werden", sagte Berater Alex Mehrle zum TV. Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit will die Eintracht nach Auskunft von Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi in den nächsten Tagen mit Jeremy Karikari führen. Zudem möchte der Club in der kommenden Woche mit dem Berater von Ahmet Kulabas und Chhunly Pagenburg (war im Probetraining) Verhandlungen aufnehmen. Definitiv seine Zelte an der Mosel abbrechen wird Tim Eckstein, dessen Vertrag beim SVE genauso ausläuft wie der von Cinar. Der 19-jährige Stürmer aus Kautenbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) kam im Regionalliga-Team nicht über eine Reservistenrolle hinaus. Er wechselt zur U 23 des 1. FC Nürnberg (Regionalliga Süd) und unterschreibt dort einen zweijährigen Fördervertrag. Die Franken wollten Eckstein bereits im Sommer vergangenen Jahres verpflichten. Damals scheiterte ein Wechsel an den unterschiedlichen Ablöse-Vorstellungen. Eckstein: "Der Kontakt nach Nürnberg war nie richtig abgebrochen. Da ich in Trier nur selten zum Einsatz kam, war für mich recht früh klar, den Verein zu verlassen." Eintracht Trier - TuS Koblenz 2:0 (1:0) Trier: Poggenborg - Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher (59. Zittlau) - Kraus, Kuduzovic (78. Kohler), Karikari, Meha - Mössner, Kulabas (87. Saccone) TuS Koblenz: Weis - Bender, Kittner, Haben (46. Laux), Gentner - Brinkmann, Hornig, Rahn - Hahn, Pospischil - Steegmann (68. Klasen) Tore: 1:0 Kuduzovic (35.), 2:0 Mössner (50.) Zuschauer: 4659 im MoselstadionDFB-Pokal: Mit dem Sieg im Rheinlandpokal hat sich Eintracht Trier für die erste DFB-Pokal-Runde qualifiziert. Ausgelost wird sie am 11. Juni im Rahmen der ARD-Sportschau. Trier wird ein Heimspiel gegen einen Erst- oder Zweitligisten haben. Ausgetragen wird die erste Runde zwischen dem 29. Juli und 1. August. bl

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