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Fußball: Die Eintracht trauert – 0:1 in Mannheim

FOTO: Manuel Kölker
Mannheim. 16 Liga-Spiele in Serie ohne Sieg, die vierte Niederlage in Folge ohne eigenen Treffer: Nach der 0:1-Schlappe am Donnerstagabend bei Waldhof Mannheim müssen bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier die Planungen für die Oberliga in vollem Umfang beginnen.

(bl) Er wollte gar nicht mehr aufstehen. Lange lag Sahr Senesie bäuchlings auf dem Rasen. Mehrere Minuten lang ließ sich der Eintracht-Stürmer nach dem Abpfiff von Waldhof-Torwart Kevin Knödler trösten. Auch andere Spieler verharrten auf dem Boden des Carl-Benz-Stadions. Michael Dingels, Kenneth Kronholm, Yannick Salem, Martin Wagner, Josef Cinar. „Schade, Trier, alles ist vorbei“ skandierte der Waldhof-Anhang mit einer gehörigen Portion Schadenfreude.

Wilko Risser stand auf der anderern Seite des Platzes und sah sich regungslos das Abbrennen von Bengalos im Mannheim-Block an. Die Kurpfälzer feierten den so gut wie sicheren Klassenerhalt. Die Eintracht ist sportlich nach der 0:1-Niederlage wohl endgültig nicht mehr zu retten. „Es ist ein sehr bitterer und trauriger Moment. Wir hatten vor der Halbzeit Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Aber Wenn und Aber zählt nicht, wenn man die Chancen nicht nutzt. Ab morgen wird der Neuaufbau beginnen. Ein Verein wie die Eintracht wird nicht untergehen. Das verspreche ich“, sagte Eintracht-Trainer Roland Seitz nach dem Spiel.

Bei der Rückkehr gegen Mitternacht wurde die Mannschaft am Trierer Moselstadion mit vereinzelten "Absteiger, Absteiger"- und "Ihr Versager"-Rufen empfangen.

Waldhof Mannheim war im Spiel zuvor nach einer Ecke von Michael Reith in Führung gegangen. Im Zentrum stieg Mittelstürmer Daniel Reule unwiderstehlich hoch und versenkte den Ball per Kopf zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 1:0. Das Tor hatte sich angedeutet, Waldhof hatte sich in den Minuten zuvor mehr und mehr dem Eintracht-Tor genähert.

Trier lag zurück – wie sollte es anders sein nach einer Standardsituation. Doch das Team resignierte zunächst nicht. Pech (ein strammer Schuss von Josef Cinar landete an der Unterkante der Latte, 37.) und Unvermögen (Yannick Salem trat bei freier Schussbahn im Strafraum der Gastgeber in den Rasen, 29.) verhinderten den Ausgleich.

Trier spielte gegen eine durchschnittliche Gastgeber-Mannschaft gegen Ende der ersten Halbzeit nicht wie ein Absteiger. Doch die eigenen Mittel reichten nicht, um eine Wende herbeizuführen.

Seitz setzte wie angekündigt personelle Zeichen. Andreas Anicic stand gar nicht im Kader, Gilles Bettmer schmorte bis zur 52. Minute auf der Bank. Michael Dingels (nach Grippe) spielte wieder als Rechtsverteidiger, Nicolas Fernandes rückte in der Startelf dafür ins defensive Mittelfeld – an die Seite des äußerst blassen Gustav Schulz. Thomas Kempny kam über rechts, vorne erhielten Sahr Senesie und Yannick Salem eine Chance von Beginn an.

Die Eintracht versuchte es in der zweiten Halbzeit noch einmal – blieb jedoch ohne Wirkung. Viele Ungenauigkeiten schlichen sich nun ins Spiel. Vor dem Tor von Knödler tat sich so gut wie nichts mehr. Mannheim musste das Spiel nicht machen und spekulierte auf Konter und Standardsituationen. Letztlich fuhren die Hausherren den Sieg ohne Probleme ein.

„Unsere Moral hat gestimmt. Wir haben alles in die Waagschale geworfen, um ein Gegentor zu verhindern“, lobte Waldhof-Trainer Walter Pradt seine Mannschaft. Bei der Eintracht ist die Moral dagegen am Boden.

Statistik:

Waldhof Mannheim: Knödler – Böcher (46. Hartmann), Banouas, Szabo, Huckle – Reith, Jüllich (83. Ginter), Hock (58. Schwall), Pandong – Bauder - Reule
Eintracht Trier: Kronholm – Dingels, Cinar, Lacroix, Rakic (67. Risser) – Kempny (80. Eckstein), Fernandes, Schulz (52. Bettmer), Wagner – Senesie, Salem
Tor: 1:0 Reule (14.)
Schiedsrichter: Marcel Beck
Zuschauer: 3066