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Fußball-Regionalliga: Trier unterliegt in Düsseldorf mit 1:3

Fußball-Regionalliga: Trier unterliegt in Düsseldorf mit 1:3

Fußball-Regionalligist Eintracht Trier hat am Samstagnachmittag beim Tabellenvorletzten Fortuna Düsseldorf II eine bittere 1:3-Niederlage kassiert.

(bl) Eintracht-Trainer Roland Seitz war richtig angefressen. Seine erste Analyse nach der 1:3-Niederlage umfasste lediglich einen Satz: „Die Jungs, die normalerweise im großen Stadion spielen, haben heute den Unterschied ausgemacht.“ Der Oberpfälzer sah in der Verstärkung aus dem Zweitliga-Team einen entscheidenden Vorteil für die Gastgeber. Bei der Fortuna standen gleich vier Profis in der Startformation - neben Torwart Michael Ratajczak die Mittelfeldspieler Claus Costa und Marco Christ sowie Angreifer Marcel Gaus. Das machte sich bezahlt. Im Spielaufbau punktete die Fortuna mit guten Ballstafetten. Und Gaus erzielte in der 16. Minute das 1:0. Er behauptete sich im Zweikampf gegen Torge Hollmann und zirkelte den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck.Nicht nur in dieser Szene machte Triers Vize-Kapitän keine gute Figur. Nach knapp einer halben Stunde holte sich Hollmann nach einem Foul an Gaus an der Strafraumgrenze die gelbe Karte ab – die Eintracht hätte sich nicht beschweren können, wenn Schiedsrichter Karl Wiatrek den Roten Karton gezückt hätte. Schon nach einer Minute drohte der Eintracht die kalte Dusche. Auf Vorlage von Luka Tankulic hatte Massih Wassey das leere Tor vor sich. Doch er schaffte es, den Ball neben das Gehäuse zu setzen. Riesen-Glück für Trier. Entgegen seiner Ankündigung am Freitag stellte Eintracht-Trainer Roland Seitz doch mehr als ein Mal um. Neben Max Bachl-Staudinger (er ersetzte im defensiven Mittelfeld den gelb-gesperrten Stefan Kohler) rückten auch Stürmer Lukas Mössner und Fahrudin Kuduzovic in die Startelf. Dafür mussten Thomas Kempny und Piero Saccone auf die Ersatzbank. Thomas Kraus lief im rechten Mittelfeld auf – Seitz besetzte damit drei der vier Mittelfeldpositionen im Vergleich zur jüngsten Partie gegen Münster neu. Alban Meha (der die Freistöße unpräzise trat) und Kuduzovic bemühten sich um ein geordnetes Spiel nach vorne, doch Abstimmungsprobleme in der Offensive waren unverkennbar. Die Aktionen: zu fahrig, zu kompliziert. Trier kam nur zu einer klaren Torchance im ersten Abschnitt: Bei einem Schuss von Ahmet Kulabas hatte Fortuna-Schlussmann Ratajczak keine Probleme (3.). Seitz: „Wir haben bis zum Strafraum gut kombiniert, ab da aber nicht entscheidend den Abschluss gesucht.“ Die Fortuna hatte mehr Zug zum Tor. In der 38. Minute unterlief Josef Cinar einen langen Ball, Torwart André Poggenborg war gerade noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Gaus zur Stelle. Eintracht-Linksverteidiger Thomas Drescher muss seinen fortwährenden Oberschenkel-Problemen Tribut zollen und bereits nach 40 Minuten vom Platz. Für ihn kam Fabian Zittlau. Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Rheinländer vor 325 Zuschauern im Paul-Janes-Stadion zunächst die gefährlicheren Szenen. Erneut war Gaus beteiligt, diesmal drosch er nach Vorlage von Christ den Ball aus kurzer Distanz ans Außennetz (51.).

Rote Karte für Josef Cinar

Drei Minuten später wurde es richtig bitter für die Gäste: Cinar sah nach einer Notbremse gegen Gaus die Rote Karte – obendrein gab es Foulelfmeter, den Marco Christ souverän zum 2:0 verwandelte (55.). „An dem Platzverweis gibt es nichts zu rütteln. Es war Foul, und Josef war letzter Mann“, sagte Seitz. Gelaufen war die Partie damit noch nicht. Kulabas brachte die Eintracht mit seinem ersten Tor für den SVE wieder ins Rennen. Der Winter-Neuzugang umkurvte Ratajczak und beförderte den Ball aus spitzem Winkel zum Anschlusstreffer ins Netz (66.). Trier rannte trotz Unterzahl in der Schlussphase forsch an. Doch der Ball fand durch die vielbeinige Abwehr der Fortunen nicht ein zweites Mal den Weg über die Torlinie. Die U 23 der Fortuna wankte, in der Nachspielzeit machten die Rheinländer dann alles klar. Zittlau versuchte in höchster Not, einen Schuss von Mahmoud Nadji noch von der Torlinie zu kratzen. Er schaffte es nicht mehr und fabrizierte ein Eigentor (91.).

Die Eintracht hat mit der Niederlage den Anschluss an Tabellenführer Münster verloren – die Preußen siegten 2:0 gegen Arminia Bielefeld II. Seitz: „Wir brauchen uns momentan nicht über den ersten Platz und die dritte Liga unterhalten. Wir wollen jetzt erst mal wieder auswärts gewinnen.“ Die nächste Chance gibt es am Dienstag. Dann tritt die Eintracht zum Nachholspiel beim Wuppertaler SV an.

Statistik: Fortuna Düsseldorf II: Ratajczak – Leikauf, Incilli, Altenbeck, Heise – Tankulic (89. OuroGnaou), Costa, Christ, Wassey (90./+1. Windmüller) – Königs (73. Najdi), Gaus Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher (40. Zittlau) – Kraus, Bachl-Staudinger (85. Saccone), Kuduzovic, Meha – Kulabas, Mössner Tore: 1:0 Gaus (16.), 2:0 Christ (55., FE), 2:1 Kulabas (66.), 3:1 Zittlau (90./+1, ET) Schiedsrichter: Karl Wiatrek Rote Karte: Cinar (54., Notbremse) Zuschauer: 325