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Ganz der Vater ...

Robin Koch. TV-Foto: Hans Krämer
Robin Koch. TV-Foto: Hans Krämer
Dörbach/Trier. Talent, Trainingsfleiß und Ehrgeiz - drei Voraussetzungen, die unabdingbar sind, wenn aus einem guten Jugendfußballer auch ein Spieler mit Perspektive im Seniorenbereich werden soll. Robin Koch, Sohn von Ex-Profi Harry Koch, erfüllt dieses Anforderungsprofil.

(wir) "Manchmal muss ich seinen Trainingseifer bremsen", sagt Robins Vater Harry, noch heute auf dem Kaiserslauterer Betzenberg eine Kultfigur. "Als er vom letzten Lehrgang zurückkam, hat er seine Tasche ausgepackt, sich umgezogen und wollte gleich wieder mit mir zum Training."

Bereits mit fünf Jahren begann Robin bei den Bambini des 1. FC Kaiserslautern Fußball zu spielen. Danach ging es mit der Familie nach Dörbach, und seit der Saison 2009/10 spielt er bei Eintracht Trier. Im U-15-Regionalliga-Team hat er sich so gut entwickelt, dass er inzwischen die ersten Sichtungslehrgänge beim DFB absolviert hat. Den letzten vor gut einer Woche in Kaiserau.

Koch junior arbeitet am Zweikampfverhalten



"Er ist im Fokus", sagt Eintracht-Jugendkoordinator Reinhold Breu, "die Trainer wollen ihn immer mal wieder sehen. Das spricht für ihn, aber auch für unsere gute Arbeit."

Die gefällt dem 14-Jährigen derzeit nicht hundertprozentig: "Am liebsten spiele ich im Mittelfeld. Jetzt hat mich der Trainer aber in die Abwehr beordert." Keine Strafmaßnahme, wie Breu betont: "Meine Aufgabe ist es, den Jungen weiterzubringen. Wegen seiner Zweikampfdefizite spielt er jetzt für eine begrenzte Zeit in der Abwehr."

Breu ist ganz auf der Linie des Talents: "Er ist von der Veranlagung her ein sehr dynamischer und mit guter Technik ausgestatteter Mittelfeldspieler." Um die Nachteile in der Athletik weiß der 1,78 Meter große Schlaks selbst: "Da muss ich noch was tun." Denn er will so komplett wie möglich werden, da sein Berufswunsch bereits feststeht. "Ich will Profi werden", sagt der Realschüler, "aber erst einmal hat die Schule Vorrang."

Neben Schule und Training bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge. "Vier Übungseinheiten Fußball pro Woche, dazu noch einmal Konditions- und Krafttraining", zählt Robin auf. Per "Sammeltaxi" werden er und einige andere Jungs aus der Gegend am Mitfahrerparkplatz im Salmtal abgeholt und dort später wieder abgesetzt. Dazu kommen die Spiele. Er selbst sieht "mein Pass-Spiel" als seine größte Qualität, was von Vater Harry bestätigt wird: "Er kann das Spiel lesen und deshalb den ,tödlichen Pass' spielen."

Wie es mit Robin in naher Zukunft weitergeht, ist noch offen. Der nächste Länderpokal in Duisburg, bei dem die Kader für die Nationalteams zusammengestellt werden, ist noch weit weg. Was nach dem Ende der Saison wird, steht noch in den Sternen. Harry Koch: "Wir wissen noch nicht, wie wir auf die Entwicklungen im Jugendbereich bei der Eintracht reagieren. Meine Frau Angelika, Robin und ich sind noch in der Findungsphase."