Hart arbeiten für den großen Wurf

Hart arbeiten für den großen Wurf

Nur rund 80 Kilometer Fahrstrecke liegen zwischen Trier und Idar-Oberstein. Am heutigen Samstag stehen sich der Sportclub und die Eintracht im Nachbarschaftsduell in der Regionalliga gegenüber (14 Uhr, Stadion Im Haag).

Trier. Thomas Drescher spielt für Eintracht Trier, dennoch hat er einen Bezug zu Idar-Oberstein. Seine Freundin wohnt dort - "Dreschi" weilt deshalb regelmäßig in der Edelstein-Stadt. Was mit dem örtlichen Sportclub passiert, interessiert ihn aber nur am Rande. Registriert hat der 32-Jährige den guten Saisonstart des SC gleichwohl: "Wer in Lotte 0:0 spielt, steht gut da." Mit einer defensiven Ausrichtung und gefährlichen langen Bällen in die Spitze hat sich der Aufsteiger aus der Oberliga Südwest den Punkt verdient. Gut möglich, dass der SC auch gegen den Aufstiegs-Aspiranten Trier ähnlich agiert. Drescher: "Idar-Oberstein wird nicht das Spiel machen wollen. Wir müssen unsere fußballerische Überlegenheit in die Waagschale werfen."Der 32-jährige Vizekapitän des SVE sieht sein Team trotz des Stotter-Starts gegen Wiedenbrück (2:0) fußballerisch weiter als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. "Damals haben wir uns bei der 2:4-Niederlage gegen Wuppertal und beim 1:3 in Münster in der Rückwärtsbewegung amateurhaft verhalten. Jetzt zeichnet uns bereits eine gute Ordnung auf dem Platz aus."Im Vorbeigehen werden die Punkte aus Idar-Oberstein dennoch nicht zu entführen sein. Dazu ist allein die Euphorie beim SC zu groß (siehe Hintergrund). Viele Zuschauer, ein enges Stadion - darauf muss sich Trier einstellen. Eintracht-Trainer Roland Seitz, der ein "hartes Stück Arbeit" erwartet, plant in der Startelf keine Veränderungen. Auflaufen soll auch Jeremy Karikari, obwohl er am Donnerstags- und Freitagstraining nicht teilgenommen hat. Er fehlte wegen eines Krankheitsfalls in der Familie.Testspieler: Zwei Probespieler weilten diese Woche im Training (der TV berichtete). Während Stürmer Francky Sembolo nicht überzeugte, hinterließ Ricky Pinheiro (22, offensives Mittelfeld, acht Zweitliga-Spiele für Kaiserslautern, 14 Drittliga-Partien für Osnabrück) bei Seitz einen guten Eindruck. Verhandlungen scheinen denkbar - dafür muss aber eine wichtige Hürde genommen werden. Pinheiro besitzt laut Seitz bislang nur einen portugiesischen Pass, obwohl er in Kaiserslautern geboren wurde: "Er hat vor mehreren Wochen einen deutschen Pass beantragt. Noch hat er ihn aber nicht." Spielberechtigt wäre Pinheiro auch so - doch die Eintracht sucht für die offensive Mittefeldposition, die Pinheiro bekleidet, einen deutschen U-23-Spieler. Hintergrund: Pro Partie müssen vier Akteure, die jünger als 23 Jahre sind und für deutsche Jugend-Auswahlteams spielberechtigt sind, im Kader stehen. Bislang hat die Eintracht lediglich drei Akteure, die diese Anforderungen erfüllen (Knartz, Zittlau, Bachl-Staudinger). Deshalb sagt Seitz: "Ohne deutschen Pass kommt Pinheiro für uns wohl nicht infrage."Voraussichtliche Aufstellung Eintracht Trier:Poggenborg - Cozza, Hollmann, Stang, Drescher - Karikari, Herzig - Kraus, Kuduzovic, Hauswald - KulabasAlles Wichtige zum Gegner: Aktuelles: Erstmals seit gut elf Jahren bestreitet Idar-Oberstein wieder ein Heimspiel in der Regionalliga. Die Vorfreude ist riesig. Viele helfende Hände haben dazu beigetragen, die Lizenzierungs-vorgaben des Deutschen Fußball-Bunds zu erfüllen. Formkurve: Das 0:0-Unentschieden zum Saison-Auftakt in Lotte ist als Überraschung zu werten. Das Team blickt dem Derby gegen Trier euphorisch entgegen. Schwächen: Im Spiel nach vorne fehlt dem Team noch Konsequenz, in Eins-gegen-Eins-Situationen und Zweikämpfen ab und an der Mut. Stärken: Der Aufsteiger aus der Oberliga Südwest hat mit Michael Lehmann oder Tim Schwartz erfahrene Kräfte. Die Mannschaft ist ehrgeizig und arbeitswillig. Ein Plus ist ihre Kompaktheit. bl

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