Heißes Herz, kühler Kopf

Mit dem Trainer der U 23 in der Regionalliga West, Alois Schwartz, als Interims-Nachfolger des am Montagabend entlassenen Milans Sasic will Zweitligist 1. FC Kaiserslautern noch den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga realisieren.

Kaiserslautern. Mit "heißem Herz und kühlem Kopf" will der am Montagabend für vier Spiele zum Cheftrainer beförderte Schwartz versuchen, mit dem Team des Tabellensechsten noch Aufstiegsplatz zwei oder Relegationsrang drei zu belegen. "Die Mannschaft ist spielerisch und konditionell dazu in der Lage. Das Spiel in Rostock und alles Negative müssen wir jetzt abhaken und alle Energien bündeln", sagte Schwartz, der am Dienstag bereits die erste Trainingseinheit geleitetet hatte.

Ein "Vertrauensverlust in die Führung und Mitarbeiter des Vereins", den auch "zahlreiche Gespräche nicht verhindern konnten", sei am Montagabend der Grund für den "Knall vom Betzenberg" gewesen, an dessen Ende die Trennung von dem vor Jahresfrist als Retter gefeierten Sasic gestanden habe, erklärte Vorstands-Vorsitzender Stefan Kuntz. Die Probleme mit Sasic seien erstmals mit Beginn der Rückrunde aufgetreten. Ob der als autoritär geltende Kroate an seinem Führungsstil gescheitert sei, und ob es wirklich Beschwerden von Seiten der Mannschaft über den Umgang des Cheftrainers mit den Spielern gegeben habe, wollte Kuntz nicht bestätigen. "Milan hat gute Arbeit geleistet, wir werden jetzt nicht nachkarten und diese Trennung mit Respekt und Anstand durchziehen", sagte Kuntz.

Das Engagement von Schwartz und seinem bisherigen Co-Trainer Oliver Schäfer bei den Profis ist bis zum Saisonende begrenzt. Die Regionalliga-Mannschaft der "Roten Teufel", die am vorletzten Spieltag noch bei Eintracht Trier antreten muss, wird bis zum Saisonende von Frank Lelle und Marco Grimm betreut: "Wir warten auf einen Ausrutscher von Borussia Dortmund II, um unsere minimale Aufstiegs-Chance in die dritte Liga wahrnehmen zu können", sagte Kuntz.

Meldungen, wonach Weltmeister Lothar Matthäus und Ex-FCK-Profi Franco Foda bereits Kontakt mit dem FCK gesucht hätten, bestätigte er nicht, sagte aber: "Aus den vielen SMS auf meinem Handy könnte man aber eine hübsche Kandidatenliste machen."

Meinung

Jähes Ende einer "Traumehe"

Das ist schon ein Hammer. Mitten im Aufstiegskampf (der FCK hat noch Chancen auf den Relegationsplatz drei) jagen die "Roten Teufel" ihren Trainer Milan Sasic zum Teufel. Der FCK kommt nicht zur Ruhe. Über die wahren Gründe der Trennung hüllen sich die Verantwortlichen (noch) in Schweigen. Lange galt die Liaison Sasic-FCK als "Traumehe". Dass der Kroate einen ganz eigenen Charakter hat, dürfte den Club-Oberen doch nicht erst jetzt aufgefallen sein Und sollte es unterschiedliche Zukunfts-Visionen geben, hätte man die Trennung auch nach der Saison vollziehen können. Der Schritt mag unumgänglich sein, der Zeitpunkt verwundert dennoch sehr. m.blahak@volksfreund.de