Heißhunger auf elf Hamburger

Trier · 10 300 Zuschauer werden heute Abend das DFB-Pokal-Zweitrundenspiel zwischen Eintracht Trier und dem Hamburger SV im ausverkauften Moselstadion verfolgen. Bei den Moselanern besteht die kleine Hoffnung auf einen neuerlichen Pokal-Coup. Gäste-Trainer Thorsten Fink lässt derweil ordentlich rotieren.

Trier. Es ist angerichtet für den nächsten großen Pokal-Abend im Moselstadion. Eintracht Trier gegen den Hamburger SV. Vierte Liga gegen erste Liga. Schafft Trier eine erneute Sensation, oder spaziert der Bundesliga-Dino ins Achtelfinale?
"Ich hoffe, dass wir die Partie sehr lange offen halten, um vielleicht in der Schlussphase etwas Positives ausrichten zu können", sagt Eintracht-Trainer Roland Seitz. Er verspürt heute Abend null Nervosität: "Ich bin angespannt, habe aber nicht den Druck wie jedes Wochenende in der Regionalliga."
Mit dem Erreichen der zweiten Runde im DFB-Pokal habe der Club bereits mehr erreicht, als zu erwarten war. Seitz: "Es wäre vermessen zu sagen: Wir kommen weiter. Da muss man die Kirche im Dorf lassen. Wir spielen gegen einen Club, der in der vergangenen Saison lange um die Qualifikation für den Europacup gespielt hat. Trotz der jüngsten Turbulenzen beim HSV: Wenn die Jungs einigermaßen das abrufen, was sie können, wird es für uns sehr, sehr schwer."
Eintracht Trier - HSV Heute, 20.30 Uhr


Der Eintracht-Trainer plant keine Umstellungen in seinem Team. Weder taktisch noch personell. Die Hamburger, die im Trierer Hotel Park Plaza eingecheckt haben, sind dagegen gestern Abend nicht mit dem besten Kader in den Charterflieger Richtung Luxemburg eingestiegen. Neu-Trainer Thorsten Fink dürfte sein Team auf bis zu sieben Positionen im Vergleich zum 1:1 am Samstag gegen Wolfsburg umstellen. Unter anderem ließ er die angeschlagenen Mladen Petric (Top-Torjäger), Gökhan Töre und Gojko Kacar zu Hause.
Nehmen die Norddeutschen, Vorletzter in der Bundesliga, den Außenseiter nicht ernst genug? Thorsten Fink betont den Respekt vor dem Pokalschreck Trier, dennoch will er der Partie mit seinem Team den Stempel aufdrücken.
Die Eintracht hat ihren Trainingsrhythmus angesichts der für die Spieler ungewohnten Anstoßzeit von 20.30 Uhr umgestellt. Gestern Abend trainierte die Mannschaft um 20 Uhr, heute bezieht sie ein Tageshotel. "Für den Organismus ist es schon eine Umstellung. Wir müssen zum Beispiel die Mahlzeiten nach hinten verschieben, damit der Körper in der Lage ist, um 22 Uhr noch Höchstleistung zu bringen. Von daher ist es gut, dass wir heute ein Hotel beziehen. Dann habe ich die Jungs um mich, da können sie keine Dummheiten machen", meint Seitz süffisant.
Der Oberpfälzer hat den HSV zweimal live im Stadion beo bachtet. In Stuttgart und gegen Schalke. In der Vor-Fink-Ära. "Im Nachhinein hätte ich mir die Fahrten sparen können. Es war gestohlene Zeit", sagt Seitz.
Fink hat den Norddeutschen ein neues taktisches Konzept verpasst. Unter anderem stehen die Außenverteidiger viel höher als bei den Vorgänger-Trainern. Seitz sieht seine Mannschaft und sich dennoch gewappnet: "Wir werden darauf vorbereitet sein. Finks erstes Spiel mit dem HSV gegen Wolfsburg hat uns wertvolle Erkenntnisse geliefert."
Mögliche Aufstellungen:
Eintracht Trier: Poggenborg - Cozza, Stang, Herzig, Drescher - Karikari - Hauswald, Kuduzovic, Abelski, Pagenburg - Kulabas
Hamburger SV: Drobny - Westermann, Mancienne, Rajkovic, Aogo - Diekmeier, Tesche, Jarolim, Lam - Son, Berg