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Helle Freude nach furiosem Finale

Helle Freude nach furiosem Finale

Spannung, Dramatik und eine Heldengeschichte. All das hatte die gestrige Regionalliga-Partie zwischen Eintracht Trier und dem SSV Ulm zu bieten. Dank eines Wahnsinns-Endspurts drehte der SVE einen 0:2-Rückstand. Die Moselaner nisten sich vorerst im oberen Tabellendrittel ein.

Trier. Der ausgewechselte Baldo di Gregorio lief wie von der Tarantel gestochen aufs Feld. Eintracht-Trainer Roland Seitz riss die Arme nach oben. Am Mi krofon überschlug sich fast die Stimme von Stadionsprecher Martin Köbler. Als Chhunly Pagenburg in der 89. Minute zum 3:2 für Trier traf, brachen alle Dämme. Am Boden im Moselstadion - und am Himmel, als es begann, in Strömen zu regnen. Der Jubel bei der Eintracht kannte keine Grenzen, der SSV Ulm monierte vehement ein Handspiel Pagenburgs vor dem Siegtreffer.
Chhun muss sich "durchhangeln"


Mit einem Kraftakt hat der SVE in der zweiten Halbzeit einen 0:2-Rückstand wettgemacht. Pagenburg traf per Hattrick zwischen der 72. und 89. Minute - und das, obwohl er wegen verschiedener Blessuren in den vergangenen Wochen kaum trainieren konnte. Probleme am Oberschenkel, am Meniskus, an der Patellasehne - für den Toptorjäger der Regionalliga Südwest hieß es zuletzt fast nur: Einzelschichten. "Ich muss mich bis zur Winterpause durchhangeln", sagte der 25-Jährige, der an die Wende im Spiel gegen Ulm zwischenzeitlich nicht mehr geglaubt hatte. "Als wir nach der Pause drei Chancen binnen zwei Minuten nicht verwertet haben, dachte ich: Das wird heute nix mehr."
Pagenburg kam wie seine Mitspieler schwer in die Partie. Mit einem bösen Ballverlust leitete der Angreifer das 0:1 von Fabio Kaufmann ein. "Das geht klar auf meine Kappe. Ich habe heute drei Mal getroffen und eine Torvorlage geliefert", sagte Pagenburg, der nach 56 Minuten zudem freistehend eine dicke Kopfballchance ausließ. Mit einem Gewaltschuss zum 1:2 gab er das Signal zur Aufholjagd. "Wir haben uns in der Halbzeit gesagt: ,Wenn wir ein Tor schießen, kippt das Ding\'", berichtete Eintracht-Trainer Roland Seitz.
So kam es, dank eines großen Willens der gesamten Mannschaft. Seitz: "Ein großes Lob an meine Mannschaft, die nie aufgegeben hat. Vor mehreren Wochen waren wir am Boden. Nach Heimspielen mussten wir viel Kritik einstecken. So ein Spiel wie heute haben wir gebraucht."
Das Ziel: Serie ausbauen


Die Eintracht hat zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten eingefahren. Geht es nach Pagenburg, wird die Serie in den nächsten Wochen ausgebaut. Er lässt mit einer Ansage aufhorchen: "Wir haben uns vorgenommen, dieses Jahr kein Spiel mehr zu verlieren."