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"Ich habe meinen Augen nicht getraut"

"Ich habe meinen Augen nicht getraut"

Weltklasse, Teamgeist und Vertrauen, das sich auszahlt: Stimmen von Fußball-Experten aus der Region zum sensationellen deutschen 4:0-Sieg gegen Argentinien.

Trier. (wir/AF) Klaus Toppmöller hat in seinem Leben schon viele Tausend Fußballspiele erlebt ("Ich schaue mir ja selbst alle Spiele des Afrika-Cups an") - aber so euphorisch wie nach dem deutschen 4:0 gegen Argentinien war er selten. "Ich dachte bisher, dass es nie wieder eine so starke deutsche Nationalmannschaft geben würde wie die von 1972 oder 1974. Da lag ich falsch", sagt der Rivenicher, Deutschlands "Trainer des Jahres" 2002.

Zusammen mit den früheren Mittelfeld-Assen Rudi Thömmes, Werner Kartz und Eintracht-Rückkehrer Nico Patschinski hatte er sich das Spiel in Trier im "LaOla" angeschaut. Toppmöller schwärmt vom Nationalteam: "Mir geht einfach das Herz auf, wenn ich die Jungs spielen sehe. Der Fußball verbindet das ganze Land." (Siehe auch Experten-Kolumne auf Seite 16).

Hans-Peter Briegel (Trainer, als Spieler Europameister 1980, zweifacher Vizeweltmeister 1982 und 1986, zudem einstiger Sportlicher Leiter bei Eintracht Trier): An einen Sieg habe ich geglaubt - aber natürlich nicht an ein 4:0. Ich traue der Mannschaft den Titel zu, weil sie spielerisch und kämpferisch überzeugt und in der besten körperlichen Verfassung ist. Schade nur, dass Müller gegen Spanien fehlen wird.

Harald Kohr (Trier, ehemaliger Bundesliga-Torjäger in Kaiserslautern, jetzt DFB-Stützpunkttrainer): "Ich habe anfangs meinen Augen nicht getraut. Das Niveau der ersten Minuten gegen Argentinien war nicht mehr zu toppen. Natürlich kann man nicht 90 Minuten so spielen. Aber was das deutsche Team in diesem Spiel und auch über den gesamten Zeitraum der WM gespielt hat, ist Weltklasse. Sie spielen den Fußball, den wir alle sehen wollen: schön und erfolgreich.

Frank Hartmann (u.a. Profi in Köln, Schalke, Kaiserslautern, jetzt Trainer der SG Müden/Moselkern): "Jogi Löw hat an Spieler wie Miroslav Klose, Lukas Podolski und Arne Friedrich geglaubt, die Experten wie Günter Netzer oder Franz Beckenbauer nicht mehr sehen wollten. Jetzt zahlen sie ihm dieses Vertrauen zurück. Der größte Trumpf dieser Mannschaft ist der Teamgeist. Wer hätte das vorher geglaubt: Deutschland ist spielerisch das beste Team dieser WM."

Jörg Bach (u.a. Profi in Wattenscheid, Düsseldorf, Hamburg und Trier, jetzt Trainer der SG Zell/Bullay-Alf): "Keine andere Nation hat den Generationswechsel so perfekt vollzogen wie Deutschland. Die Arbeit von Matthias Sammer trägt früher Früchte als erwartet. Und mit Jogi Löw hat die Mannschaft den richtigen Trainer. Sie sind taktisch gut geschult, aber er lässt sie auch los. Wir schalten am schnellsten um, unser Spiel ist immer nach vorne orientiert, und unsere technischen Fähigkeiten ermöglichen schnellen, sehenswerten Angriffsfußball modernster Prägung."