Jupp & Co. stehen nur Spalier

Mit punktuellen Verstärkungen wollte Eintracht Trier den Kader für die Rückrunde verbreitern und die Konkurrenz an der Tabellenspitze noch mal richtig ärgern. Nach der 1:3-Niederlage beim Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf II sind die Aufstiegsträume fürs Erste geplatzt.

Torwart Michael Ratajczak, die Mittelfeldspieler Claus Costa und Marco Christ sowie Angreifer Marcel Gaus bringen es im Zweitliga-Team von Fortuna Düsseldorf in dieser Saison auf 1821 Einsatzminuten. Im Regionalliga-Spiel gegen Trier half das Quartett bei der abstiegsbedrohten U 23 der Rheinländer aus. Die Ballsicherheit und Übersicht der vier Akteure waren entscheidende Faktoren beim überraschenden 3:1-Erfolg. Es gibt aber auch andere Gründe, warum der SVE (nur vier Punkte aus vier Spielen seit der Winterpause) auf der Stelle tritt.

Abstimmung: Im Zusammenspiel von Mittelfeld und Angriff greift derzeit nicht ein Rädchen ins andere. Die Integration der Wintereinkäufe Ahmet Kulabas und Fahrudin Kuduzovic braucht Zeit, die angesichts der kurzen Vorbereitung nicht da ist. Gegen Düsseldorf II besetzte Trainer Roland Seitz gleich drei von vier Mittelfeldpositionen im Vergleich zum Spiel gegen Münster neu. Das erwies sich als des Guten zu viel. Die Offensivaktionen der Blau-Schwarz-Weißen waren zu fahrig, zu kompliziert. Lediglich drei Tore in den vergangenen vier Spielen sprechen Bände.

Meha trifft nicht: Triers Top-Torschütze ist seit fünf Partien ohne Treffer. Der Mittelfeldspieler hat Ladehemmung. Bei einigen Freistößen lässt der Zauberfuß seine Gefährlichkeit vermissen. Und bei Eckbällen hat er sich zuletzt genauso wenig mit Ruhm bekleckert wie Piero Saccone und Kuduzovic.

Neben der Spur: In der Abwehr agieren Torge Hollmann und vor allem Kapitän Josef "Jupp" Cinar zu unbeständig. Nahezu jeder Fehler des Innenverteidiger-Duos wird im Moment bitterböse bestraft. Gegen Düsseldorf II ließ sich Hollmann vor dem 1:0 von Gaus düpieren (16.). Cinar wurde für einen seiner zahlreichen Stellungsfehler mit Rot bestraft, als er Gaus nur mit einem Trikotzupfer bremsen konnte (54., den fälligen Strafstoß verwandelte Christ zum 2:0).

Erwartungshaltung: Die Eintracht ist nicht mit dem Ziel angetreten, in dieser Saison aufzusteigen. Durch gute Leistungen in der Hinrunde leckten Mannschaft, Trainer und Vereinsspitze jedoch Blut. "Ich will nicht um Platz zehn spielen", hatte Seitz in einem TV-Gespräch zum Jahreswechsel gesagt. Beleg dafür war sein erfolgreicher Kampf um neue Spieler in der Winterpause. Im Zuge der verlockenden Tabellensituation ist der Mannschaft jedoch in den vergangenen Spielen die Lockerheit abhanden gekommen. Die Mannschaft scheint noch nicht bereit für den ganz großen Wurf.

Extra

Jugendkoordinator: Trainer Christian Mergens verlässt im Sommer den Bezirksligisten SG Sauertal (siehe Seite 23). Damit scheint der Weg frei zu sein für ein Engagement bei Eintracht Trier. Der Regionalligist hat sich um Mergens als neuen Jugendkoordinator bemüht (der TV berichtete). Offiziell wollte sich Eintracht-Vorstandsmitglied Roman Gottschalk am Wochenende zur Personalie nicht äußern. (bl)