Kein Blick nach links und rechts

An der Spitze der Fußball-Regionalliga West geht es richtig eng zu: Mit einem Sieg heute Abend beim FSV Mainz 05 II (19 Uhr, Bruchwegstadion) kann Eintracht Trier seine Ausgangsposition unter den Top-Teams weiter verbessern.

Trier. Die Verlockung, nach vorne zu schauen, ist groß. Zumal die Rechnung einfach ist. Gewinnt Eintracht Trier heute Abend die Regionalliga-Partie beim FSV Mainz 05 II mit 2:0, erklimmt die Mannschaft erstmals seit Mitte November 2010 wieder die Tabellenspitze.

Solche Rechenspiele verbittet sich Trainer Roland Seitz jedoch: "Wir haben noch elf Spiele vor der Brust, also fast ein Drittel der Saison. Da bringt es nichts, ständig auf die Tabelle zu schauen. Wir können den Rechenschieber gerne dann rausholen, wenn es in den Mai hinein geht." Die Devise lautet: Nicht nach links und rechts schauen. Nicht an den anderen orientieren, sondern die eigenen Hausaufgaben machen.

Zum Beispiel jene heute Abend. Die Eintracht kann mit dem Selbstbewusstsein aus drei Siegen in Folge im Mainzer Bruchwegstadion auflaufen. Ob Kapitän Josef Cinar einsatzbereit ist, wird erst kurzfristig feststehen. Ihn plagte in der vergangenen Woche eine Grippe. Gestern trainierte er nach einer Laufeinheit tags zuvor erstmals wieder mit der Mannschaft. Seitz: "Josef geht es besser, aber er ist noch nicht bei 100 Prozent. Nach dem Anschwitzen heute fällt die Entscheidung." Alternativen für den Abwehrchef sind Jeremy Karikari und Fabian Zittlau. Auf der linken Verteidigerposition scheint Thomas Drescher wieder erste Wahl zu sein.

Überraschend stellen Mainz und Trier noch immer die beiden Führenden in der Torjägerliste der West-Staffel, obwohl weder Petar Sliskovic noch Alban Meha in den vergangenen Wochen ihr Konto erhöht haben. FSV-Angreifer Sliskovic war zuletzt stets Bestandteil des Bundesliga-Kaders, Meha fehlten Glück und Präzision.

Im Erstligaspiel der Mainzer am Sonntag gegen Bayer Leverkusen saß Sliskovic 90 Minuten auf der Bank — womöglich kommt der kroatische U-21-Nationalspieler heute in der U 23 zum Zuge.

Seitz gibt sich gelassen: "Ich rechne damit, dass Spieler aus dem Bundesliga-Kader auflaufen. Dennoch werde ich die Mainzer Mannschaftsaufstellung entspannt zur Kenntnis nehmen."

Mögliche Aufstellung Eintracht Trier: Poggenborg - Cozza, Cinar (?), Hollmann, Drescher - Kraus, Kohler, Kuduzovic, Meha - Kulabas, Mössner

Hintergrund

Torflaute: Mit Mainz 05 II erwartet Eintracht Trier heute Abend ein Gegner aus dem unteren Mittelfeld. Die Rheinhessen gewannen nur eins ihrer vergangenen sechs Spiele. Ein Grund dafür ist die momentane Abschlussschwäche. Die Mannschaft des Schweizer Trainers Martin Schmidt erzielte in diesen sechs Partien lediglich drei Treffer. Und dennoch: Zuletzt hatte die U 23 des FSV Spitzenreiter Preußen Münster am Rande einer Niederlage — am Ende hieß es aber 1:2. In der Winterpause wechselte Mittelfeldspieler Mario Vrancic von Mainz zu Borussia Dortmund II. Neu ins Team kam Mittelfeldakteur Daniel Buballa von Oberligist SV Rossbach/Verscheid, dem nächsten Pokalgegner der Eintracht. (bl)