Kein Duell wie jedes andere

Sie dürfen ohne wenn und aber als Urgesteine des regionalen Fußballs bezeichnet werden. Über viele Jahre haben Rudi Thömmes (40 Jahre) und Arno Michels (41) die Geschicke und Geschichte einiger Vereine in und um Trier mitbestimmt. Längst sind sie zu erfolgreichen Trainern geworden. Und am Wochenende trifft Arno im Lokalderby der Rheinlandliga mit dem SV Morbach auf seinen Freund Rudi mit dem SV Mehring. Auch wenn die Protagonisten abwiegeln: kein Spiel wie jedes andere. TV-Mitarbeiter Willi Rausch hat den beiden exakt dieselben Fragen gestellt. Und Antworten bekommen, die gar nicht mal so unterschiedlich sind.

Kein Duell wie jedes andere

Morbach. (wir) Herr Michels, was können Sie uns über Rudi Thömmes sagen?



Michels:
Rudi ist ein sehr angenehmer Mensch, sehr zuverlässig und er hat einen guten Charakter. Wir haben uns ja schon als Knirpse in der Kreisauswahl kennen gelernt. Egal in welchen Funktionen ich Rudi begegnet bin, wir haben uns immer gut verstanden. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Was war Ihr schönstes gemeinsames Erlebnis als Sportler?

Michels: Der Aufstieg in die Zweite Liga mit Eintracht Trier. Entscheidend war der 2:1-Sieg in Hoffenheim. Eines der Spiele, in dem Rudi überragend war und auch den Siegtreffer erzielt hat.

Was war die größte gemeinsame sportliche Enttäuschung?

Michels:
Da muss der Rudi dasselbe sagen wie ich. Letzter Spieltag der Saison 2000/01. Mit dem 0:1 daheim gegen die Amateure des VfB Stuttgart haben wir den Aufstieg in die Zweite Liga verpasst. Eines der Beispiele dafür, wie grausam Fußball sein kann.

Welche fußballerischen Fähigkeiten haben sie an Rudi Thömmes besonders geschätzt?

Michels: Ein Fußballer mit hoher Spielintelligenz und toller Technik. Mit einer Eigenschaft, die man nicht lernen kann. Er war in der Lage, ein Spiel zu lesen. Dazu noch enorm ballsicher und torgefährlich. Und dann noch pflegeleicht. Ein Spieler, wie ihn sich jeder Trainer nur wünschen kann.

Wie denken Sie über ihn als Trainer?

Michels: Die alltägliche Arbeit kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber überall, wo er bisher war, war er auch erfolgreich. Ich denke, alleine die Fakten sind aussagekräftig genug. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er ein idealer Jugendtrainer ist.

Wie beurteilen Sie die Saison ihres Freundes mit seiner Mannschaft?

Michels: Rudi macht im Moment dieselbe Erfahrung wie wir im vergangenen Jahr. Als Aufsteiger furios gestartet, erlebt er jetzt einen kleinen Durchhänger. Dennoch können er und der SV Mehring zufrieden sein. Sie sind und waren eine Bereicherung für die Liga und haben sich etabliert.

Mehring. (wir) Herr Thömmes, was können Sie uns über Arno Michels sagen?

Thömmes: Arno und ich hatten noch nie ein Problem miteinander. Weder auf dem Platz noch im privaten Bereich. Wir sind befreundet. Das heißt neben vielen anderen Dingen auch, dass wir uns gegenseitig respektieren. Wir telefonieren regelmäßig. Manchmal nur so, manchmal auch, um Informationen auszutauschen.

Was war Ihr schönstes gemeinsames Erlebnis als Sportler?

Thömmes: Ganz klar der Aufstieg in die Zweite Liga. Den haben wir, man mag es kaum noch glauben, mit einem 2:1-Sieg in Hoffenheim klar gemacht. Dasselbe Hoffenheim, das heute in der Ersten Liga spielt.

Was war die größte gemeinsame sportliche Enttäuschung?

Thömmes: Als wir im letzten Spiel der Saison 2000/2001 den Aufstieg in die Zweite Liga verpasst haben. An das 0:1 gegen den VfB Stuttgart II denke ich heute noch. Für den VfB ging es "nur" um die Qualifikation für den DFB-Pokal. Für uns stand mehr auf dem Spiel.

Welche fußballerischen Fähigkeiten haben sie an Arno Michels besonders geschätzt?

Thömmes: Seine größte Qualität war die Ruhe, die er auf dem Feld ausstrahlte. Ich habe ihn nie hektisch erlebt. Arno hat immer die Übersicht behalten und hat immer nach hinten gut gearbeitet, aber auch die Fähigkeit gehabt, ein Spiel zu entwickeln. Als Linksfuß war er immer schwerer ausrechenbar als die "Normalos".

Wie denken Sie über ihn als Trainer?

Thömmes: Er macht da oben in Morbach richtig gute Arbeit. Er hat eine gewachsene Mannschaft durch ein paar Spieler sinnvoll ergänzt, die wahrscheinlich nicht zum Verein gewechselt wären, wenn er nicht dort Trainer wäre. Er ist jetzt dabei, die Strukturen zu entwickeln, die dem SVM eine Perspektive garantieren.

Wie beurteilen Sie die Saison ihres Freundes mit seiner Mannschaft?

Thömmes: Wir sind nicht von ungefähr punktgleich. Also muss seine Bilanz ähnlich sein wie unsere. Nur die Formkurven waren etwas anders. Eine Zeitlang sahen wir besser aus, dann hat Morbach aufgeholt. Ich finde, Arno kann und sollte zufrieden sein.