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Kein Geschenk für den Ex-Lehrer

Josef Cinar. TV-Foto: Archiv
Josef Cinar. TV-Foto: Archiv
Aufsteiger Arminia Bielefeld II ist in der Regionalliga West noch nicht aus den Startlöchern gekommen. Eintracht Trier will im Auswärtsspiel auf der "Alm" am heutigen Samstag (14 Uhr) dafür sorgen, dass das so bleibt.

Trier. (bl) Bielefeld ist für Josef Cinar keine x-beliebige Stadt. Sie ist für den 26-Jährigen Heimat. Dort, in Ostwestfalen, hat sich der Kapitän von Eintracht Trier seine ersten fußballerischen Sporen verdient. Beim Verein Fichte Bielefeld schaffte er den Sprung aus der Jugend zu den Senioren. Gerne erinnert sich der Innenverteidiger an die Saison 2003/04 zurück: "In Bielefeld ist Arminia die absolute Nummer eins. Fichte ist dagegen der Underdog, der Arbeiterverein. Damals spielten wir in der Oberliga Westfalen gegen die Arminia-Amateure. Das waren besondere Partien. Zu Hause haben wir immerhin ein 2:2 erreicht."

Am heutigen Samstag trifft Cinar wieder auf Arminia Bielefeld II - mit Eintracht Trier. Auf den Tribünen der 27 300 Zuschauer fassenden Schüco-Arena werden Freunde und Bekannte sitzen, in der Arminia-Mannschaft sind alte Weggefährten aktiv. Cinar: "Mit Co-Trainer Daniel Scherning habe ich in Verl zusammengespielt. Wir telefonieren öfters miteinander. Trainer Armin Perrey war einst Assistenzcoach bei Fichte - zu der Zeit, als ich dort spielte."

Und nicht nur das. Perrey war auch Cinars Mathe- und Sport-Lehrer in der zehnten Klasse der Freiherr-vom-Stein-Realschule Gütersloh. Perrey: "Josef war kein Rabauke sondern schon damals sympathisch und zuvorkommend."

Beim Wiedersehen heute will Cinar aber nicht als liebenswürdiger Gast auftreten: "Wir wollen gewinnen. Wenn jeder 100 Prozent gibt, sind ganz klar drei Punkte drin."

Nach Triers überzeugendem Auftritt im vergangenen Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf II (3:0) tritt auch Eintracht-Trainer Roland Seitz nicht mit voller Wucht auf die Euphoriebremse: "Wir müssen in der Defensive gut arbeiten. Es ist wichtig, so wenig wie möglich zuzulassen. Wenn uns das gelingt, bin ich optimistisch. Denn mit unserer Offensive sind wir immer in der Lage, ein Tor zu erzielen."

In der Mannschaft würde Seitz am liebsten keine Veränderungen vornehmen. Ob er dennoch dazu gezwungen sein wird, war gestern noch nicht klar. Alban Meha und Thomas Drescher mussten wegen Adduktorenproblemen unter der Woche kürzer treten.

Bereits am Freitagmorgen hat sich die Eintracht nach Ostwestfalen aufgemacht. Nicht mit dabei sind Michael Dingels (er soll nach einem Teilanriss des Innenbands im rechten Knie nächste Woche wieder ins Training einsteigen), Thomas Riedl (seine Freigabe liegt noch nicht vor) und Thomas Kempny. An dessen Stelle steht erstmals Neu-Stürmer Lukas Mössner im Kader.

Extra

Trainer erwartet Reaktion: Zwei Remis, zwei Niederlagen, erst ein Tor: Arminia Bielefeld II hat keinen guten Saisonstart erwischt. "Wir sind nicht zufrieden", sagt Trainer Armin Perrey, der seiner jungen Aufstiegs-Mannschaft aber auch noch Akklimatisierungsprobleme zugesteht: "Wir müssen uns erst an das Niveau der Regionalliga gewöhnen. Das geht nicht so schnell." Vor allem die jüngste 0:1-Heimniederlage gegen Preußen Münster hat weh getan. "Wir waren fußballerisch unterlegen, zudem haben Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten nicht gestimmt. Ich erwarte gegen Trier eine deutliche Reaktion", sagt Perrey. Bielefelds bislang bester Akteur ist Torwart Patrick Platins. Perrey: "Er hält überzeugend, er spielt eine immens wichtige Rolle in der Mannschaft." (bl)