"Koblenz schlagen, und Trier wird euch auf Händen tragen!"

"Koblenz schlagen, und Trier wird euch auf Händen tragen!"

SVE-Trainer Roland Seitz spricht von einem "absoluten Höhepunkt": Sportlich und wirtschaftlich geht es für Eintracht Trier und die TuS Koblenz heute Abend im Rheinlandpokal-Finale um richtig viel. Anstoß im Moselstadion ist um 19 Uhr.

Trier. Es ist das erwartete Endspiel. Mit Eintracht Trier und der TuS Koblenz treffen heute Abend die beiden sportlichen Aushängeschilder des Fußballverbands Rheinland im regionalen Pokalfinale aufeinander. Zwei Teams, die in den vergangenen Jahren den Wettbewerb dominiert haben. Zwei alte Rivalen im Südwesten der Republik.
"Koblenz schlagen, und Trier wird euch auf Händen tragen!" - während des jüngsten Regionalliga-Heimspiels haben die Eintracht-Fans auf der Moselstadion-Gegengeraden schon mal die Bedeutung des Duells auf einem Transparent veranschaulicht. Eintracht-Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi glaubt nicht, dass in den 90 oder 120 Pokalminuten ein Klassenunterschied zwischen dem Regionalligisten Trier und dem Drittligisten Koblenz sichtbar wird: "Unsere Jungs brennen. Sie wollen sich zeigen und profilieren."
Einer von ihnen ist Alban Meha, der sich gerne mit dem Rheinlandpokal-Sieg aus Trier zum Zweitligisten SC Paderborn verabschieden möchte: "Wir haben in der Regionalliga zuletzt stark gespielt. Wir können mit einem Riesen-Selbstvertrauen in die Partie gehen." Womöglich entscheidet ein Treffer des Kosovaren die Partie. Im Training hat der 25-Jährige nochmals kräftig Freistöße geübt. Und Elfmeter. Im Fall der Fälle stünde Meha bereit - trotz mehrerer verschossener Strafstöße in der laufenden Saison: "Unser Trainer hat bereits ein paar Spieler gefragt, ob sie in einem Elfmeterschießen antreten würden. Ich habe im Training ein paar Elfer geschossen, ich fühle mich sicher."
Der Sieger des Endspiels qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals. Damit verbunden sind Einnahmen von bis zu 150 000 Euro. Geld, das nicht nur die TuS Koblenz dringend benötigen würde, sondern auch die Eintracht. Der DFB hat dem SVE die Lizenz für die nächste Saison nur unter Auflagen erteilt. Der Club muss zur Deckung des geplanten Etats (mindestens 750 000 Euro für die Regionalliga-Mannschaft) noch Einnahmen im niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich nachweisen (der TV berichtete). Steht und fällt die Lizenzerteilung mit einem Pokalerfolg? "Ein Sieg gegen Koblenz würde uns enorm helfen, den anvisierten Etat auf die Beine stellen zu können", sagt Wilhelmi.
Kapitän Josef Cinar könnte zum dritten Mal mit der Eintracht den Pokal gewinnen. "Jeder weiß, dass ein Erfolg für den Verein finanziell enorm wichtig wäre. Heute entscheidet sich auch ein wenig, wer in der nächsten Saison auf dem Platz steht."
Gleichwohl gelte in der Mannschaft die Konzentration einzig und allein dem Geschehen auf dem Platz. Cinar appelliert dabei auch an die Eintracht-Anhänger: "Wir brauchen ihre Unterstützung. Trotz aller Qualität, die wir in unserem Kader haben, ist Koblenz klarer Favorit. Das dürfen die Fans nicht vergessen." bl
Verkehr und Vorverkauf: Für das Rheinlandpokal-Finale waren bis gestern Nachmittag rund 2500 Karten im Vorverkauf abgesetzt. Insgesamt wird mit mindestens 1500 Koblenz-Anhängern gerechnet. Sie reisen mit Autos, Sonderbussen sowie in einem Entlastungszug an. Auf den Straßen rund um das Moselstadion prophezeit die Polizei größere Verkehrsprobleme. Besonders auf der Zurmaiener Straße und während des zu erwartenden Fanmarsches vom Hauptbahnhof zum Stadion und zurück müsse mit Beeinträchtigungen des Verkehrs gerechnet werden. Die Kassen am Moselstadion öffnen um 17.30 Uhr. Nach Aussage von Eintracht-Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs sind neben Stehplatz- auch noch Sitzplatzkarten verfügbar. bl

Mehr von Volksfreund