Meha, ein Mann mit viel Gefühl Cinar bleibt Kapitän, Hollmann wird Stellvertreter

Meha, ein Mann mit viel Gefühl Cinar bleibt Kapitän, Hollmann wird Stellvertreter

Vielen Zuschauern hat es recht gut gefallen, der Trainer war nicht wirklich zufrieden: Fußball-Regionalligist Eintracht Trier hat auch seine letzte Vorbereitungspartie siegreich gestaltet. Luxemburgs Meister Jeunesse Esch war beim 3:1-Erfolg nicht mehr als ein Sparringspartner.

Trier. Wäre Eintritt für die Partie erhoben worden — alleine dieser Treffer wäre das Geld wert gewesen. 64. Minute: Ansatzlos befördert Alban Meha von der linken Seite den Ball mit einem herrlichen Schlenzer zum 3:0 ins Tor.

Nicht Glück stand Pate, sondern Können. "Der Ball sollte genau dorthin. Das nötige Gefühl im Fuß ist Ergebnis harten Trainings", kommentierte Kunstschütze Meha selbstbewusst. In der Vorbereitung hat der 24-Jährige bereits mehrfach sein fußballerisches Können aufblitzen lassen.

Mehas Treffer war der Höhepunkt im letzten Eintracht-Test vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison am kommenden Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern II. Doch was ist der 3:1-Erfolg gegen den behäbigen luxemburgischen Meister Jeunesse Esch wert? Der Sieg, der den Schlusspunkt unter eine makellose Sommerbilanz setzt (neun Testspiele, neun Siege, 73:6 Tore). "Wir dürfen nicht abheben, auch wenn ich merke, dass wir guten Fußball spielen können", sagt Meha.

Auch Josef Cinar gibt sich realistisch: "Wir wissen das richtig einzuschätzen. In der Regionalliga werden wir erheblich mehr gefordert als in den meisten Testspielen." Der 26-jährige Abwehrspieler bleibt auch in der neuen Saison Kapitän, darauf hat sich Eintracht-Trainer Roland Seitz festgelegt (siehe Zusatztext).

Ob Triers leichtes Testspiel-Programm eher Fluch oder Segen war, wird sich erst in den ersten Regionalliga-Wochen zeigen. Einerseits stärken viele Tore das Selbstvertrauen, andererseits können die ungleichen Duelle die Sicht auf das wahre Leistungsvermögen vernebeln.

Beim Trierer Anhang keimt nach einer Katastrophen-Saison Hoffnung auf. Gute Kombinationen im Spiel gegen Esch wurden von den rund 900 Zuschauern im Moselstadion dankbar mit Beifall bedacht. Das Publikum lechzt nach beschämenden Auftritten in den vergangenen Monaten nach besserem Fußball.

Kraus unglücklich im Abschluss



Trainer Seitz beurteilte die Partie gegen den luxemburgischen Rekordmeister zwiespältig. "Wir haben viel zu langsam gespielt und uns dem Tempo des Gegners angepasst. Andererseits haben wir gewonnen und das Spiel bestimmt."

Piero Saccone (satter Rechtsschuss, 2.) und Nico Patschinski (27.) hatten mit ihren Treffern zum 1:0 und 2:0 den Grundstein zum Erfolg gelegt. Den harmlosen Gästen gelang nach Konzen trationsfehlern in der Trierer Abwehr nur der 1:3-Ehrentreffer (81.). Die Eintracht hätte höher gewinnen können, doch vor allem Thomas Kraus agierte in mehreren Szenen unglücklich vor dem Escher Tor.

Mit Blick auf den Regionalliga-Auftakt in Kaiserslautern scheinen neun der elf Positionen in Triers Startelf vergeben: Im Tor steht Andreas Lengsfeld, die Innenverteidigung bilden Cinar und Torge Hollmann. Die linke Seite beackern Thomas Drescher (defensiv) und Meha (offensiv), im zentralen Mittelfeld operieren Stefan Kohler und Saccone. Im Angriff sollen Patschinski und Kraus für Tore sorgen.

Spannend bleibt die Besetzung der rechten Seite. Gegen Esch begannen Fabian Zittlau und Tolgay Asma, in den letzten 20 Minuten wurden beide durch Thomas Kempny und Olivier Mvondo ersetzt. Kurzfristig passen musste Rechtsverteidiger Michael Dingels, der mit Schmerzen in der Leistengegend zu kämpfen hatte. Schlimm ist die Blessur aber nicht. Am Dienstag will Dingels wieder ins Training einsteigen.

Aufstellung Trier: Lengsfeld - Zittlau (69. Kempny), Cinar, Hollmann, Drescher - Asma (69. Mvondo), Saccone, Kohler (46. Bachl-Staudinger), Meha (84. Bidon) - Kraus (79. Eckstein), Patschinski Trier. (bl) Obwohl Fußball eine Mannschaftssportart ist, muss er sich allein vorgekommen sein. Gegen Esch war Josef Cinar der einzige Spieler in Triers Startelf, der auch in der vergangenen Saison schon das Eintracht-Trikot trug. "Ich bin Teil einer ganz neuen Mannschaft", stellt der 26-Jährige fest.

Was sich nicht ändert, sind seine Aufgaben. Als Abwehrspieler. Und auch als Kapitän. Cinar bleibt Spielführer, das hat Trainer Roland Seitz entschieden. "Er hat mich gefragt, ob ich mir das Amt weiterhin zutraue. Für mich war klar, dass ich das weitermachen will", sagt Cinar.

Seit Herbst 2008 ist "Jupp" Eintracht-Kapitän. "Ich habe seitdem viel dazugelernt", sagt er. Vor allem in der zurückliegenden Saison, die sportlich so grauenhaft endete und in der auch der Abwehrchef sein Leistungsvermögen nicht abrief. Ab und an fühlte er sich wie im falschen Film. Etwa, als TV-Informationen zufolge nach dem Spiel bei Mönchengladbach II (2:2) kurzzeitig seine Suspendierung erwogen wurde, weil er aus Sicht des damaligen Trainers Mario Basler dessen Entscheidungen während der Partie angeprangert habe.

In der Vorbereitung hat sich Cinar intensiv um die neuen Spieler gekümmert. Seitz hat dieses Engagement wohlwollend registriert: "Josef hat seine Sache gut gemacht." Cinars Stellvertreter ist Neuzugang Torge Hollmann. Den Mannschaftsrat bilden laut Seitz neben dem Duo Cinar/Hollmann Thomas Drescher, Johannes Kühne, Nico Patschinski und André Poggenborg.