Mister Zuverlässig

Schlagerspiel im Moselstadion: Heute Abend empfängt Eintracht Trier den Wuppertaler SV (Anstoß: 19 Uhr). Innenverteidiger Torge Hollmann ist guter Dinge, dass die Eintracht dem Drittliga-Absteiger Paroli bieten kann.

Trier. Vor rund zehn Monaten war es soweit. Torge Hollmann wollte ein Zeichen setzen. Sich verändern. Äußerlich. Elf Jahre lang trug er die Haare lang. Die Schere setzte dem Kapitel ein Ende. Hollmann hat es nicht bereut: "Meine Frau ist zufrieden damit."

Auch sportlich hat sich der Abwehrspieler umorientiert. Vorbei sein fünfjähriges Engagement beim SV Wehen-Wiesbaden. Seit dieser Saison spielt er für Eintracht Trier.

Geblieben ist sein Habitus. Der 28-Jährige übernimmt Verantwortung. Im eigenen Strafraum ist der Vizekapitän eine Stütze. Vor dem gegnerischen Tor ist er bei Freistößen und Ecken ein Unruheherd.

Torge Hollmann als Mister Zuverlässig. Seine Stärke ist der Kopfball. Im ersten Regionalliga-Spiel gegen Kaiserslautern II wuchtete er den Ball mit der Stirn zum 1:0 ins Netz. So ähnlich traf er auch gut vier Jahre zuvor zweimal in seinem einzigen Spiel mit der deutschen Studenten-Auswahl gegen den WM-Teilnehmer Ecuador (die Südamerikaner gewannen ihren letzten Test vor dem Fifa-Turnier in Deutschland mit 4:3). "Das war ein Super-Erlebnis", erinnert sich Hollmann, der Jura studiert hat (bis zur Zwischenprüfung), dann aber ganz auf die Karte Fußball setzte.

Bei Eintracht Trier will der Niedersachse noch einmal angreifen. "Von meinem ehemaligen Trainer beim SC Freiburg, Volker Finke, habe ich gelernt, dass jetzt meine besten Fußballer-Jahre dran sind", sagt der 1,86 Mete große Innenverteidiger. 37 Zweitliga-Spiele und ein Neun-Minuten-Kurzeinsatz in der Bundesliga stehen bei ihm zu Buche. Kein Wunder, dass sich Hollmann nicht lange in der vierten Liga aufhalten mag. Es soll nach oben gehen, wenn möglich mit Trier. Wohlwissend, wie schwierig das ist. "Wenn wir alles abrufen, ist es schwer, uns zu schlagen. Ich hoffe, dass wir uns in der Tabelle früh oben festbeißen können."

Das wollen auch andere Teams. Zum Beispiel der Wuppertaler SV, heute zu Gast im Moselstadion. Hollmann: "Wuppertal zählt zum Favoritenkreis. Der Club hat den Anspruch, direkt in die dritte Liga zurückzukehren. Es wird für uns ein schwieriges Spiel, aber wir brauchen uns vor niemandem verstecken."

Zum Spiel

Triers Mittelfeldspieler Olivier Mvondo droht erneut zu fehlen. Noch immer lässt nach Eintracht-Auskunft die Freigabe vom spanischen Fußballverband auf sich warten. Mvondo stand zuletzt beim spanischen Club SD Compostela unter Vertrag. Ebenfalls noch außen vor ist Torwart André Poggenborg. Nach einer Fraktur des Großzeh-Endgelenks soll er kommende Woche ins Mannschaftstraining einsteigen. Eintracht-Trainer Roland Seitz vermittelte gestern den Eindruck, weiter an der Elf festhalten zu wollen, die in Kaiserslautern und gegen Nürnberg begann: "Warum soll ich etwas ändern?" Der Wuppertaler SV (1:1 zum Auftakt gegen Münster) ist bereits gestern angereist. Wegen der Rallye-WM musste der WSV ein Quartier in Bitburg beziehen. Die zuletzt angeschlagenen Bekim Kastrati und Tom Moosmayer sollen heute Abend mit von der Partie sein. (bl) Mögliche Aufstellung Eintracht Trier: Lengsfeld - Zittlau, Cinar, Hollmann, Drescher - Asma, Kohler, Saccone, Meha - Patschinski, Kraus