Nur Siege helfen

Eintracht Trier steht in der Fußball-Regionalliga West mit dem Rücken zur Wand. Nur mit einem Sieg gegen Preußen Münster heute Abend (19 Uhr, Moselstadion) kann die Mannschaft Boden gut machen.

Trier. (bl) "Es geht nicht mehr darum, einzelne Punkte einzufahren. Wir wollen, wir müssen gewinnen", sagt Eintracht-Trainer Reinhold Breu vor der heutigen Partie gegen den Tabellen-Sechsten Münster. Für die Moselaner ist es das erste von acht Endspielen im Kampf um den Klassenerhalt. Selbstvertrauen soll der jüngste Sieg im Rheinlandpokal bei der SG Betzdorf (2:0) geben. Kapitän Josef Cinar: "Wir haben die Partie dominiert und zu Null gespielt. Das hilft uns weiter."

Für die Endspielwochen bündelt die Eintracht alle Kräfte. Probespieler werden erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen - ursprünglich hätte sich manch einer dieser Tage für ein mögliches Engagement in der nächsten Saison empfehlen sollen.

Mit einer Ausnahme will Breu im Spiel gegen Münster der im Pokal siegreichen Elf das Vertrauen schenken. Rechtsverteidiger Michael Dingels kehrt für Nicolas Fernandes wieder zurück ins Team. "Michael gibt keinen Ball verloren. Solche Spieler brauchen wir jetzt. Gegen Münster müssen wir von Beginn an zeigen, dass es bei uns nichts zu holen gibt. Dazu gehört, dass auch unsere Offensivspieler den Gegner recht früh attackieren", sagt Breu.

Nicht dabei sind Andy Rakic (Rot-Sperre) und Sahr Senesie (Aufbautraining nach Muskelfaserriss, er könnte am Dienstag im Nachholspiel in Worms wieder eine Option sein).

Vierer-Abwehrkette, Raute im Mittelfeld, zwei Stürmer - das wird heute Abend die Eintracht-Grundordnung sein. Breu: "Wir können uns jetzt mehr auf die Offensive konzentrieren, da die Defensive stabil ist. Ich bin ein Trainer, der gerne offensiv spielen möchte." Die Eintracht braucht Tore für die bitter benötigten Siege im Abstiegskampf. Und die Unterstützung der Fans. Eintracht-Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs hofft auf rund 2500 lautstarke Zuschauer im Moselstadion.

Preußen Münster hat sich wie die Eintracht in dieser Saison vorzeitig vom Trainer getrennt. Am 21. März löste "Disziplinfanatiker" Marc Fascher (zuvor Carl Zeiss Jena) Roger Schmidt ab, nachdem die Aufstiegsambitionen endgültig ad acta gelegt werden mussten. Breu erwartet Münster abwartend, tief stehend. Neben Aggressivität wird für Trier demnach Geduld die zweite Maxime sein.

Mögliche Aufstellung Trier: Schneider - Dingels, Cinar, Kühne, Fuhs - Schulz, Bettmer, Anicic, Wagner - Risser, Salem

Extra

Sicherheit: Als Konsequenz aus den Vorkommnissen nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen II verstärken Polizei sowie Ordnungsdienst der Eintracht beim Spiel gegen Münster ihre Präsenz. "Wir hatten eine Besprechung mit unserem Sicherheitsdienst. Er ist sensibilisiert, seine Blicke speziell auf die neuralgischen Punkte Marathontor und Backsteingebäude zu richten", sagt Eintracht-Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs. Eine Absperrung rund um das Gebäude, in dem die Trie rer Mannschaftskabine ist, wird es nicht geben. Jacobs: "Wir dürfen jetzt auch nicht überreagieren." Nach der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen II hatten Zuschauer unter anderem versucht, den Platz zu stürmen. (bl)