Pokal-Lust und Planungsfrust

Er hat bei Eintracht Trier gespielt und will am Mittwoch an seiner alten Wirkungsstätte mit TuS Koblenz den Rheinlandpokal gewinnen. Thomas Klasen (27) erklärt, warum die Konzentration aufs Sportliche schwierig ist, wie groß der Respekt vor Trier ist und weshalb er notfalls auch in der Oberliga für die TuS spielen würde.

Koblenz/Trier. Eine geräuschlose Vorbereitung auf das Rheinlandpokal-Finale sieht anders aus. Bei der TuS Koblenz entscheidet sich in Kürze nicht nur, ob die Mannschaft in der nächsten Saison im DFB-Pokal spielen darf, sondern auch die zukünftige Ligazugehörigkeit. Im Lizenzierungsverfahren für die Dritte Liga liegt dem Club dem Vernehmen nach eine Deckungslücke von 1,6 Millionen Euro schwer im Magen. "Wir unterhalten uns natürlich über die Probleme. Es ist schade, dass bei der Zukunftsplanung allen im Verein nach einer guten Saison die Hände gebunden sind", sagt Mittelfeldspieler Thomas Klasen. Sein Vertrag bei der TuS läuft bis 2012. Er hofft auf die finanzielle Rettung. Sollten die Lichter aber ausgehen, würde Klasen mit dem Club notfalls auch in der Oberliga einen Neuanfang starten. "Ich bin in Koblenz heimisch geworden und möchte parallel mein Studium vorantreiben", sagt der 27-Jährige. Der Mayener will Grundschullehrer werden, studiert dazu Sport und Mathe in Koblenz. Für ihn ist das Pokalfinale eine besondere Partie. Schließlich geht es gegen seinen Ex-Club Eintracht Trier. Zwischen Juli 2003 und Januar 2006 stand er beim SVE unter Vertrag. "Ich bin froh und stolz, damals mit Trier in der Zweiten Liga gespielt zu haben. Der Abstieg 2005 war bitter. Ich merke, wie das die Fans noch heute beschäftigt. Ich hoffe, dass die Eintracht wieder an die alten Zeiten anknüpfen kann."Klasen tourte nach seinem Abschied von der Mosel durch die Republik. Kaiserslautern II, Kickers Emden, SV Elversberg. "Die eineinhalb Jahre in Elversberg waren ein Fehler. Charakterlich hat es dort nicht gepasst", sagt er. Umso glücklicher war der Offensivspieler, im Sommer 2010 in Koblenz noch mal den Sprung in die Dritte Liga zu schaffen. Auch wenn er bei 28 Saisoneinsätzen nur vier Mal über 90 Minuten spielen durfte, ist Klasen "sehr zufrieden". Zumal er mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Ein Muskelbündelriss im Oktober, eine Meniskusoperation im Fe bruar. Sechs Wochen nach der OP stand er wieder auf dem Trainingsplatz. Sehr früh. Die Quittung: Kürzlich wurde sein rechtes Knie nochmals punktiert. Klasen: "Da wurden drei Kaffeetassen Gelenkflüssigkeit rausgeholt." In der vergangenen Woche setzte er mit dem Training aus, die letzten Einheiten vor dem Pokalfinale will er mitmachen. "Ich hoffe, in Trier eine Alternative in unserem Kader zu sein." Klasen erwartet am Mittwoch um 19 Uhr im Moselstadion ein Duell auf Augenhöhe: "Die Partie ist völlig offen. Trier hat eine super Saison gespielt. Die Mannschaft ist nur deshalb nicht aufgestiegen, weil Preußen Münster noch einen Tick besser war."Video ab 16 Uhr unter volksfreund.de/videoAbschied: Vor dem Spiel am Freitag gegen Köln II wurden Alban Meha (künftig SC Paderborn) und Johannes Kühne (FSV Salmrohr) von Eintracht-Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi verabschiedet. Kühne, der dem SVE seit der Jugend angehörte, traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:1. "Für mich war es ein schöner Abschluss", sagte der 23-Jährige. Pokal-Karten: Tickets fürs Finale gegen Koblenz gibt es im Vorverkauf bei Presse-Tabak-Lotto Reinhold Schmotz (Matthiasstraße 8) und TTS-Sport (Zurmaiener Straße 155) in Trier. bl

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