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Rezeptlos gegen die Zermürbungstaktik

Rezeptlos gegen die Zermürbungstaktik

Dieser Auftritt war eines Meisterschaftsanwärters unwürdig: Gegen den SC Idar-Oberstein kassierte Eintracht Trier bereits die vierte Heimniederlage. Der SVE agierte bei der 0:1-Blamage zu unentschlossen und ohne sichtbares Konzept.

Trier. Fast auf den Tag genau vor zwölf Monaten: Eintracht Trier verliert das erste Regionalliga-Spiel 2011 zu Hause mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern II. Ein Jahr später dasselbe deprimierende Resultat aus Sicht des SVE. Diesmal gegen den SC Idar-Oberstein, bis dato auswärts noch ohne Saisonsieg! Ein blutleerer Auftritt gegen ein Team, das in dieser Spielzeit erst zwei Mal ohne Gegentor geblieben war. Die vierte Heimniederlage - im Aufstiegsrennen könnte die Zahl der Ausrutscher für Trier nun bereits zu groß sein.
Eintracht-Kapitän Torge Hollmann musste zuschauen, wie die ambitionierten Gastgeber zu keiner Phase des Spiels ein Rezept gegen die Zermürbungstaktik der Nahestädter fanden. Der Routinier wurde an seinem 30. Geburtstag in der Startelf nicht berücksichtigt - eine Entscheidung, die sich abgezeichnet hatte. Sein Eindruck: Anspruch und Wirklichkeit klafften während der 90 Minuten deutlich auseinander. "Wir standen vor einer lösbaren Aufgabe. Normalerweise müssen wir in so einer Partie das Gästetor belagern. Davon war nichts zu sehen. Mit den Ansprüchen, die wir haben, müssen wir Idar-Oberstein wegbügeln. Es schien, als würde auf dem Platz jeder ein bisschen die Verantwortung auf den anderen schieben. So hat man im Fußball keinen Erfolg. Wir haben heute als Mannschaft nicht funktioniert."
Die Eintracht hatte keine Lösungsmöglichkeit parat, um die cleveren, aber keineswegs angsteinflößenden Gäste in Verlegenheit zu bringen. Lediglich zwei Torchancen in der Partie sprechen Bände. Schon vor einer Woche im letzten Vorbereitungsspiel gegen Grevenmacher (0:1) waren Probleme gegen einen tief stehenden Gegner deutlich geworden.
Es brodelt. Bei Trainer Roland Seitz ("Jedes Wort wäre zu viel. Ich bin sehr enttäuscht."), aber auch unter den Spielern. Der Coach ist gefragt, die Mannschaft so schnell wie möglich wieder auf Kurs zu bringen.
Vor einem Jahr gelang Trier in den drei Partien nach der Pleite gegen den 1. FC Kaiserslautern II nur ein Sieg. Diese geringe Ausbeute ließ den Aufstiegstraum damals vorzeitig platzen.Extra

Abschied: Bei Mittelfeldspieler Max Bachl-Staudinger stehen die Zeichen auf Abschied. Nach TV-Informationen könnte er heute bei der Eintracht einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Dadurch würde der Weg frei für einen Wechsel zur Spvgg. Unterhaching, die ihr Interesse an einer Verpflichtung des 21-Jährigen offenbar aufrecht gehalten hat. Mitte Januar hatte Bachl-Staudinger, der in dieser Saison für den SVE lediglich vier Minuten in der Regionalliga zum Einsatz kam, ein Probetraining bei den Oberbayern absolviert. Durchwachsenes Debüt: Eintracht-Rückkehrer Daniel Bauer trägt die Rückennummer 13 - bei seinem Debüt am Samstag sollte dem 29-Jährigen die Zahl kein Glück bringen. Das Fazit des Mittelfeldspielers fiel zwiespältig aus: "Es war schön, dass ich 90 Minuten Fußball spielen konnte. Das Resultat dagegen ist sehr frustrierend." bl