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Rückkehr an die Stätte des Triumphs

Rückkehr an die Stätte des Triumphs

Eintracht Trier und die TSG 1899 Hoffenheim II haben in der Fußball-Regionalliga Südwest derzeit einen Lauf. Am Sonntag, 14 Uhr, gastiert der SVE beim Spitzenreiter aus dem Kraichgau - an einem "historischen" Ort.

Trier/Hoffenheim. Danny Winkler war ein Arbeiter, kein Fili grantechniker. Am 11. Mai 2002 hatte der einstige Eintracht-Stürmer dennoch einen brasilianischen Moment. Im Regionalliga-Spiel bei der TSG Hoffenheim legte er den Ball mit der Hacke zurück auf Rudi Thömmes, der aus sechs Metern nur noch einschieben musste. Das 2:1 in der 24. Minute. Es sollte das Tor sein, das der Eintracht den lang ersehnten Zweitliga-Aufstieg bescherte. "Ich habe zu Danny gesagt, so eine Vorlage wirst du nie mehr hinbekommen", erinnert sich Thömmes, dessen Miene beim Torjubel eher versteinert blieb. "Ich war noch angespannt. Wir hatten noch nichts erreicht."
Trier musste kämpfen, um den Sieg ins Ziel zu bringen. Thömmes: "In der zweiten Halbzeit hatten wir kaum Entlastung. Unsere Fans haben jeden von uns gewonnenen Zweikampf frenetisch bejubelt."
Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme im Sinsheimer Dietmar-Hopp-Stadion. Weil der SV Wehen zeitgleich 1:4 in Siegen verlor, war Triers Aufstieg in der Saison 2001/02 schon am vorletzten Spieltag besiegelt. "Die TSG hat unsere Fans, etwa 1500, direkt auf den Rasen gelassen. Da begann der Partymarathon", blickt Thömmes zurück. Für ihn war der Aufstieg auch eine persönliche Genugtuung. In der Spielzeit davor war der Mittelfeldakteur neun Monate wegen eines Muskelabrisses im Oberschenkel außer Gefecht gesetzt. "Die Ärzte haben mir gesagt, es sei besser, aufzuhören. Doch das wollte ich mit 33 Jahren nicht. Es hat sich ausgezahlt, dass ich sechs Wochen lang jeden Tag nach Düsseldorf gefahren bin, um mich dort von Physiotherapeut Bernd Restle behandeln zu lassen."
Wenn die Eintracht am morgigen Sonntag erneut im Dietmar-Hopp-Stadion antritt - dann bei der zweiten Hoffenheimer Mannschaft - werden bei Thömmes Erinnerungen an einen seiner schönsten Tage als Fußballer wach. "Ich denke aber nicht wehmütig zurück, auch wenn wir uns jetzt durch die vierte Liga kämpfen", sagt Thömmes, der seit 2010 Co-Trainer bei der Eintracht ist.
Dass die aktuelle Mannschaft zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten gesammelt hat, überrascht Thömmes nicht: "Sie ist charakterstark. Man hat gemerkt, dass sie sich nach der Niederlagen-Serie zuvor wehren wollte. Unser Ziel ist, auf Tuchfühlung zur Spitze zu bleiben."Extra

Hoffenheim II - Eintracht Trier: Die Spitzenpartie am Sonntag zwischen dem Tabellenersten und -fünften steht im Blickpunkt des 17. Regionalliga-Spieltags. "Wenn wir nicht verlieren, werden wir auch in den nächsten Wochen oben dran bleiben", ist sich Eintracht-Trainer Roland Seitz sicher. Trier hat wieder Lunte gerochen und reist deshalb bereits am heutigen Samstag an (Übernachtung in Wiesloch). Verzichten muss Seitz auf Markus Fuchs (Probleme im Bereich der Adduktoren) sowie weiterhin auf Christoph Anton (Achillessehnenbeschwerden nach ausgeheilten Bänderrissen im Sprunggelenk). Toptorjäger Chhunly Pagenburg wird wohl spielen können - dosiertem Training zum Trotz. Hoffenheim war mit drei 5:0-Siegen furios in die Saison gestartet. Zuletzt gab es zehn Punkte aus vier Partien. Seitz: "Hoffenheim hat 15, 16 richtig starke Spieler. Sie sind noch abgeklärter geworden und stehen zu Recht ganz oben. Mal sehen, wie nah oder weit weg wir sind." Aus dem Kader haben sich jüngst Vincenzo Grifo und Denis Streker für Bundesliga-Aufgaben empfohlen. Der suspendierte Profi Tobias Weis wurde dagegen zur U 23 verbannt - gegen Eschborn spielte er zuletzt 90 Minuten. bl