Senior mit 22 Jahren

Im Regionalliga-Team ist Fabian Zittlau einer der dienstältesten Eintrachtler. Beim heutigen SVE-Gegner 1. FC Eschborn spielt mit Thomas Drescher "Zittes" Vorgänger auf der Linksverteidigerposition. Es wird ein pikantes Wiedersehen auf der Heinrich-Graf-Sportanlage (Anstoß: 14 Uhr).

Trier. Gleich in mehrfacher Hinsicht war Fabian Zittlaus Tor zum 3:2 in Hoffenheim vor einer Woche bemerkenswert. Es war der Siegtreffer beim starken Tabellenführer. Und es war das erste Tor eines Eintracht-Abwehrspielers in dieser Saison. Aber war es auch regelkonform? Nach einer Ecke sprang der Ball an Zittlaus Arm. "Die Hand war im Spiel. Aber es war keine Absicht. Es ging alles so schnell. Nach dem Tor habe ich aber schon eine Sekunde gezögert, ob es zählt", sagt Zittlau, der gleichzeitig bekundet: "Wir haben uns das Glück hart erarbeitet."
Der Student (Medienwissenschaft, VWL) absolviert in Trier seine dritte Saison. Sein Stellenwert ist kontinuierlich gewachsen. Er betätigt sich stärker als Wortführer und tritt selbstbewusster auf. Neben Fouad Brighache, Baldo di Gregorio, Torge Hollmann, Markus Fuchs und Steven Kröner ist er Mitglied im Mannschaftsrat. "Ich bin dort vor allem Ansprechpartner für die jungen Spieler", sagt Zittlau, der selbst erst 22 Jahre alt ist.
In dieser Saison hat sich der gebürtige Salzwedeler auf der Linksverteidigerposition festgespielt. Im Vorjahr noch sprang er hin- und her. In der Abwehr spielte er links, in der Mitte und rechts. Auch im linken Mittelfeld fand er Verwendung. "Zitte" als Allzweckwaffe - begründet auch dadurch, dass er hinten links mit Thomas Drescher einen Routinier vor der Nase hatte.
Schmuckloser Abgang


Der 33-Jährige spielt nun beim heutigen Eintracht-Gegner Eschborn (Extra rechts). Sein Abgang in Trier war schmucklos. Seine mit anderen Spielern formulierte Kritik an der Gestaltung der Wintervorbereitung sowie an kolportierten Gerüchten über mögliche Stinkstiefel im Team (zu denen auch er zählen sollte) ist längst nicht verhallt. Außerdem klagt er mit Daniel Bauer und Thomas Kraus gegen den Verein. Das Trio pocht auf die Nachzahlung von Prämien, der Club vertritt eine andere Meinung (siehe auch Interview unten). "Ich werde Dreschi neutral begegnen. Wir hatten ein kollegiales Verhältnis", sagt Zittlau. Negative Äußerungen von früheren Eintracht-Spielern würden das Team nicht berühren.
Im Endspurt vor der Winterpause trifft Trier auf vier Teams, die in der unteren Tabellenhälfte zu finden sind (heute Eschborn, danach Pfullendorf, Mainz II und Freiburg II). Prognosen wagt Zittlau nicht: "Wir haben zu Saisonbeginn gegen den aktuellen Tabellenletzten Eintracht Frankfurt II verloren. Dafür haben wir beim Ersten Hoffenheim II gewonnen. In dieser Liga ist nichts vorhersehbar." Gleichwohl sei das Ziel eindeutig: "Unser Anspruch sollte sein, oben mitzuspielen."
Zittlau will dazu beitragen. Vielleicht auch noch mit dem einen oder anderen Tor. Dazu müsste er seine Quote verbessern: "Ich habe in den vergangenen Jahren immer nur ein Tor pro Saison erzielt. Ich hoffe, jetzt mein Pulver noch nicht verschossen zu haben." bl
Extra

...Thomas Drescher (33), Ex-Eintrachtler in Diensten des 1. FC Eschborn Foto: TV-Archiv Sie sind im vergangenen Sommer im Unfrieden aus Trier weggegangen. Wie groß ist der Zorn vor dem heutigen Wiedersehen mit der Eintracht? Drescher: Es ist ein besonderes Spiel. Es geht nicht nur gegen den Ex-Verein, sondern gegen den Club, bei dem es in der Rückrunde der Vorsaison nicht so schön war, wie man sich das vorgestellt hat. Es bleibt ein fader Beigeschmack. Aber mein Groll ist verzogen. Es interessiert mich nicht, was in Trier passiert. Gleichwohl liegen Sie mit der Eintracht noch im Clinch. Im Prämienstreit spricht vieles dafür, dass Thomas Kraus, Daniel Bauer und Sie am 9. Januar 2013 zur Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Trier erscheinen müssen. Haben Sie damit gerechnet? Drescher: Wenn es so kommt, werden wir mit Sicherheit dort auftauchen. Wir glauben, dass wir im Recht sind. Sie spielen jetzt in Eschborn. Wo liegen die Unterschiede zur Eintracht? Drescher: In Trier sind die Verhältnisse natürlich ein bisschen professioneller. Eschborn hat aber auch einen anderen Anspruch. Hier geht es familiärer zu als in Trier. Das ist nicht von Nachteil. bl