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Trier schnuppert weiter Höhenluft

Trier schnuppert weiter Höhenluft

So schnell lässt sich Eintracht Trier nicht abschütteln. Dank eines 2:0-Pflichtsiegs gegen Schlusslicht Arminia Bielefeld II mischt der SVE weiterhin in der Spitzengruppe der Regionalliga West mit.

Trier. Geduld, Ruhe, Hartnäckigkeit: Die Mannschaft von Eintracht Trier hat sich im Heimspiel gegen Bielefeld II auf jene Tugenden besonnen, die sie vor allem in der Hinrunde so stark gemacht hatten. Zum achten Mal in dieser Saison gingen die Moselaner bei einem Spielstand von 0:0 in die Halbzeitpause — zum siebten Mal hieß der Sieger am Ende Eintracht Trier. "Uns war klar, dass irgendwann das Tor fallen muss. Wir sind nicht nervös geworden", beurteilte Offensivakteur Thomas Kraus den letztlich verdienten 2:0-Sieg.

Trier hatte schon in den ersten 45 Minuten Torchancen (Kraus, Kohler, Cinar und zwei Mal Kulabas), Jubel brandete unter den 1814 Zuschauern im Moselstadion aber erst in der 59. Minute auf. Fahrudin Kuduzovic traf kaltschnäuzig aus 13 Metern zum 1:0. Wichtige Anteile am Treffer hatten auch Kraus, der mit letztem Einsatz den Ball vor der Grundlinie in den Strafraum passte, und Ahmet Kulabas, der den Weg im Zentrum freiblockte.

"Leider haben wir es in der Anfangsviertelstunde versäumt, bereits ein Tor zu machen. Dass wir danach beharrlich Druck ausgeübt haben, war nicht selbstverständlich angesichts des tiefen Bodens. Außerdem steckte uns das Spiel am vergangenen Dienstag in Wuppertal in den Knochen", sagte Eintracht-Trainer Roland Seitz.

Die Blau-Schwarz-Weißen spielten gegen den harmlosen Tabellenletzten keinen Hurrafußball, sie hatten ohne Zweifel auch Leerlaufphasen in ihrem Spiel. Aber sie wurden nicht hektisch und ließen in ihren Offensivbemühungen lange Zeit nicht nach.

Auch nicht nach dem 1:0. "Ich bin froh, dass wir nach der Führung noch mal zugelegt haben. Das 2:0 hat uns Ruhe gegeben", sagte Lukas Mössner, der nach einer Ecke von Alban Meha per Kopf den Endstand herstellte (72.). Es war der fünfte Saisontreffer des Österreichers.

Seitz bezeichnete den Erfolg zu Recht als "Arbeitssieg". Mit den drei Punkten hält sich Trier in der Spitzengruppe. Weil Liga-Primus Münster in Dortmund 1:1 spielte, schrumpfte der Rückstand auf Platz eins. "Wir schauen jetzt aber nicht wieder auf die Tabelle. Das haben wir im Herbst genug getan", sagte Mössner. Auch Kraus will die Augen vor dem Tableau verschließen — zumindest bis zum fünftletzten Spieltag: "Wenn wir dann noch oben dran sind, können wir vielleicht über den Aufstieg sprechen. Vorher nicht."

Hintergrund

Wieder rechts: Ja, was ist er denn nun? Stürmer oder offensiver Mittelfeldspieler? Thomas Kraus absolvierte für Trier in dieser Saison bislang 18 Regionalliga-Spiele im Angriff. Gegen Bielefeld lief er nun zum dritten Mal hintereinander und vierten Mal insgesamt als Rechtsaußen im Mittelfeld auf. "Vielleicht kann ich dem Team dort derzeit mehr Impulse geben. Cataldo Cozza und ich harmonieren gut", sagt Kraus und verweist auf seine Vergangenheit: "In den zwei Saisons vor meinem Wechsel nach Trier habe ich 90 Prozent meiner Spiele rechts absolviert. Ich weiß, welchen Auftrag ich dort habe." Wieder im Team: Nach seiner Rot-Sperre hat Kapitän Josef Cinar gegen Bielefeld II eine anständige Rückkehr gefeiert. Der Abwehrchef macht sich nach eigenem Bekunden keinen Kopf wegen seiner zuletzt flatterhaften Auftritte: "Daran verschwende ich keinen Gedanken. Ich bin Kapitän. Ich führe die Mannschaft aufs Feld." (bl)