Trier sinnt auf Revanche

Auch wenn für Eintracht Trier der Aufstieg passé ist, macht die Mannschaft nicht den Eindruck, die Regionalliga-Saison locker austrudeln lassen zu wollen. Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren. Am heutigen Samstag ist die SV Elversberg zu Gast im Moselstadion (14 Uhr).

Trier. An den 13. November 2010 erinnern sich die Eintracht-Spieler ungern. Nach fünf Siegen in Folge setzte es bei der SV Elversberg eine empfindliche 0:2-Niederlage. Es war der Beginn eines Durchhängers: Auch in den folgenden drei Partien blieb Trier ohne dreifachen Punktgewinn, die damalige Tabellenführung ging flöten. "Die Niederlage hat sehr wehgetan, wir wollen heute zu Hause mit aller Macht gegen Elversberg Revanche nehmen", sagt Eintracht-Trainer Roland Seitz. Derlei Gelüste hegt auch Linksverteidiger Thomas Drescher, zwischen Januar 2008 und Juni 2010 in Diensten der Saarländer. "Es ist ein kleines Derby. Es geht für uns um Prämien, um den zweiten Tabellen-Platz — und für manche Spieler vielleicht auch darum, sich anderen Vereinen zu zeigen", sagt Drescher. Erneut im Fokus wird Mittelfeldspieler Alban Meha stehen. Laut Seitz werden wieder mehrere Beobachter aus der zweiten und dritten Liga auf der Haupttribüne des Moselstadions sitzen. "Die Chance, Alban zu halten, liegt bei weit weniger als 50 Prozent. Der Verein und ich als Trainer müssen davon ausgehen, dass er geht", sagt Seitz. In der Regionalliga geht es für Trier nur noch um die vielfach bemühte "goldene Ananas", doch mit dem Rheinlandpokal-Endspiel gegen Drittligist TuS Koblenz am 25. Mai wartet auf die Mannschaft zum Saisonschluss ein richtiger Höhepunkt. "Wir wollen und müssen die Spannung bis dahin hochhalten. In der Mannschaft steckt so viel Charakter, dass wir das auch schaffen. Fußball ist unser Beruf. Da gilt es, sich immer zu motivieren. Andere Berufstätige können sich auch nicht zwischendurch einfach mal zurücklehnen", gibt Drescher als Parole aus. Dass das Pokalfinale in Trier ausgetragen wird, stößt im Team auf Zustimmung. Drescher spricht von einem "Zuckerli", Trainer Seitz empfindet die Entscheidung als "sehr positiv, sehr schön". Gegen Elversberg am heutigen Samstag dürfte derweil die gleiche Elf auflaufen, die auch zuletzt im Spiel beim FC Homburg (3:0) begann. Nicht zur Verfügung stehen neben den Langzeitverletzten Tolgay Asma und Thomas Kempny Fabian Zittlau (Schienbeinprellung) und Stefan Kohler (Muskelverletzung). Mögliche Aufstellung Trier: Poggenborg - Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher - Kraus, Karikari, Kuduzovic, Meha - Kulabas, MössnerGraue Maus: Für die ambitionierte Sportvereinigung Elversberg verlief die Regionalliga-Saison enttäuschend. Nur Rang elf in der Tabelle, nur ein Sieg in den vergangenen acht Partien. Die vor der Saison aus Trier zu den Saarländern gewechselten Wilko Risser und Nicolas Fernandes spielten aus verschiedenen Gründen kaum eine Rolle. Risser kam bislang zwar auf 22 Einsätze, stand aber nur neun Mal in der Startelf. Seine Ausbeute: null Tore. Fernandes brachte es — vor allem verletzungsbedingt — gar nur auf zwei Saisoneinsätze. bl