Triers letzte Dienstreise der Saison: Finales "Freundschaftsspiel" in Verl

Triers letzte Dienstreise der Saison: Finales "Freundschaftsspiel" in Verl

Eintracht Trier muss sich nach dem Rheinlandpokal-Sieg noch einmal in dieser Saison aufraffen. Am 34. Regionalliga-Spieltag reist die Mannschaft zum SC Verl. Womöglich wird nicht nur Kapitän Josef Cinar heute seine Abschiedsvorstellung im SVE-Trikot geben.

Trier. Taktik, Psycho-Tricks, Personalpuzzle. Mit diesen Themen hält sich Eintracht-Trainer Roland Seitz vor dem letzten Saisonspiel beim SC Verl (Samstag, 14 Uhr, Stadion an der Poststraße) nicht lange auf. "Es wird ein Freundschaftsspiel", sagt er. Ein Punkt soll dennoch mindestens herausspringen, um Platz zwei in der Abschlusstabelle der Regionalliga West zu sichern.
Spätestens seit dem Triumph im Rheinlandpokal am Mittwoch sind die Planungen für die neue Spielzeit in den Mittelpunkt gerückt. Seitz leitete das gestrige Abschlusstraining nicht, weil er auf dem Weg nach Mannheim war. Dort wollte er sich am Abend die Oberliga-Partie zwischen dem SV Waldhof und Weinheim anschauen. Die Mission: Spieler scouten. "Waldhof hat ein paar interessante Leute", sagt Seitz.
Auch bei den Akteuren des vorhandenen Kaders geht es jetzt ans Eingemachte (der TV berichtete). Seitz wäre froh, von dem Quintett Kohler, Cozza, Kulabas, Mössner und Karikari mindestens zwei bis drei Spieler halten zu können. Bei Cataldo Cozza und Stefan Kohler ist der Oberpfälzer indes skeptischer als der Berater des Duos, Alex Mehrle. "Wenn Cata und Stefan zu unseren Konditionen bleiben, würden wir uns freuen. Sportlich sind beide sehr wichtig. Aber die Gespräche ziehen sich nun schon seit März hin. Wir laufen Spielern nicht ewig hinterher", sagt der Trainer.
Auch Lukas Mössner würde Seitz gerne weiter in seinem Team sehen, doch der Österreicher gibt nicht gerade großen Anlass zur Hoffnung: "Wie es momentan aussieht, zieht es mich zurück nach Österreich. Aber definitiv ist noch nichts." Mössner sitzt zwischen den Stühlen: Er fühlt sich in Trier wohl, doch seine Familie (berufstätige Lebensgefährtin, zwei Kinder) hat ihren Lebensmittelpunkt in seiner Heimat nahe Wien. Mit Ahmet Kulabas (Seitz: "Wir haben Chancen, aber finanziell ist eine Weiterverpflichtung momentan nicht machbar.") und Jeremy Karikari ("Er hat zuletzt seine Klasse bewiesen.") stehen Gespräche an.
Zum Trainingsauftakt am 27. Juni hofft Seitz, 15 bis 16 Spieler begrüßen zu können. "Ich denke, dass wir bis dahin zwei, drei Neuzugänge präsentieren werden." Weitere neue Gesichter sollen folgen, manche kommen womöglich aber erst rund um den Saisonstart Anfang August. Dann dürften Spieler mit Drittligaformat zu Konditionen zu haben sein, die sich die Eintracht leisten kann. Bei der Auswahl des Personals wird der Trainer auch deutsche U-23-Spieler im Blick haben müssen, um die nötige Quote erfüllen zu können. Pro Partie müssen vier Nachwuchsspieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. Definitiv ist der Abgang von Tim Eckstein (19 Jahre). Daneben stehen auch bei Max Bachl-Staudinger (20) und Julian Bidon (20) die Zeichen auf Abschied.
Klar ist seit vorgestern, dass Kapitän Josef Cinar geht. Der 27-Jährige wechselt wie berichtet zu Drittligist Wacker Burghausen. Cinar hatte nach eigener Auskunft ein Angebot der Eintracht zu geringeren Bezügen als bislang vorliegen, das er ablehnte. "Wir waren in den Verhandlungen finanziell zu weit auseinander", sagt Seitz.
Cinar blickt mit gemischten Gefühlen nach vorne: "Bei meinem letzten Spiel für Trier in Verl wird Wehmut dabei sein. Ganz klar." bl

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