Trotz Rotstift: Eintracht hofft auf rosige Zukunft

Trotz Rotstift: Eintracht hofft auf rosige Zukunft

Die Herausforderung ist groß: Obwohl Eintracht Trier den Etat für die Jugendabteilung um ein Drittel kürzt, soll es keine qualitativen Einschnitte geben. Derweil wird Herbert Herres nach TV-Informationen neuer U-19-Trainer. Er soll sich auch um die Luxemburg-Kooperation kümmern.

Trier. 180 000 Euro statt 270 000 Euro — in der Jugendabteilung von Eintracht Trier wird zur neuen Saison der Rotstift angesetzt. Entsprechend groß ist die Unruhe im Umfeld. "Die Lichter gehen nicht aus. Im Gegenteil", bemüht sich Michael Ziegler, Bedenken zu zerstreuen. Er und Christian Mergens sind künftig die neuen Gesichter an der Spitze der Abteilung. Der bisherige hauptamtliche Jugendkoordinator Reinhold Breu verlässt den Club zum Ende der Saison (der TV berichtete).

An der Qualität und Intensität des Trainings sowie an der Qualifikation der Übungsleiter soll sich nichts ändern. Stattdessen soll am "Drumherum" (Ziegler) gespart werden.

Ein paar Beispiele: Die U 13 wird künftig am regionalen Spielbetrieb teilnehmen und nur noch wenige Fahrten quer durch die Republik zu Testspielen mit hochklassigen Teams unternehmen. Generell gelte es, bei Turnier-Teilnahmen Ausgaben zu senken, sagt Mergens. Beim Shuttle-Service, mit dem Kinder aus dem Umkreis von Trier zum Training abgeholt werden, ist an eine "Angleichung des Unkostenbeitrags der Eltern" gedacht. Da der Eintracht inzwischen vier Kleinbusse zur Verfügung stehen (zwei kommen vom Förderverein), sollen die Spielpläne so koordiniert werden, dass kaum noch große Busse für Auswärtsfahrten von Jugendteams bestellt werden müssen. In Kombination mit dem wegfallenden Gehalt für Breu soll dank all dieser Maßnahmen die Einsparsumme von 90 000 Euro zusammenkommen.

Skeptiker im Umfeld sagen, dass wegen des gekürzten Budgets das Leistungsniveau nicht zu halten sei. Eintracht-Vorstandsmitglied Roman Gottschalk glaubt dagegen, dass die Jugendabteilung weiterhin "ein starker Unterbau für die erste Mannschaft" sein werde. "Reinhold Breu hat sehr gut gearbeitet. Im Kern werden wir die Arbeit vor Ort wie bisher fortsetzen können", ist auch Mergens überzeugt. Er widerspricht Aussagen, nach denen in den Altersklassen U 19, U 17 und U 16 nur noch drei- statt viermal pro Woche trainiert werden soll. Der Lehrer an der Realschule Neumagen-Dhron, wie Ziegler Inhaber der Trainer-A-Lizenz, wird die U-23-Oberliga-Mannschaft übernehmen. "Das ist Aufwand genug", sagt der Noch-Trainer des Bezirksligisten SG Sauertal, der sich nicht als Nachwuchskoordinator sieht: "Das könnte ich zeitlich nicht schaffen."

Überlegungen zu Cup und Camps



Mergens und Ziegler geben die Richtung vor, sie setzen aber auf ein Team, das die Aufgaben bewältigt. Zu ihm gehören unter anderem Detlef Wackerhage und Lars Uder aus dem aktuellen Trainerteam. Wie der komplette Trainerstab der Jugendabteilung aussieht, werde Mitte April feststehen. Definitiv nicht mehr zu ihm zählen Ansgar Heck, Frank Thieltges, Bernhard Weis und Joachim Tücks. Neuer U-19-Coach wird nach TV-Informationen Herbert Herres, derzeit noch in Diensten des Bezirksligisten FC Bitburg. Er soll gleichzeitig seine guten Kontakte nach Luxemburg einbringen, um die bestehende Kooperation am Leben zu erhalten. Neu zum Betreuerstab stößt Mentaltrainer Holger Jungandreas, beibehalten werden weitere Spezialtrainer (Tor: Knut Buzich, Koordination: Johanna Homburg).

Keine Mannschaft trainieren wird Ziegler: "Ich werde hauptsächlich für die Trainingskonzeption, die Personalplanung, Trainersitzungen, Fortbildungen und den Kontakt zu den Eltern zuständig sein." Außerdem kümmert er sich um die Planung des Porta-Nigra-Cups sowie die Eintracht-Fußball-Camps. Ziegler: "Wir halten daran fest. Wir werden aber die Ausgaben für das Turnier senken müssen und die Zahl der Camps reduzieren."

Am 3. April bietet Eintracht Trier einen Talentsichtungstag an. Infos im Internet unter eintracht-trier-jugend.de

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