Unter Wert geschlagen

Wie schon in der Hinrunde verlor die U23 der Trierer Eintracht auch das zweite Aufeinandertreffen mit der SG Bad Breisig in der Rheinlandliga. Mit dem 0:2 (0:0) verpasste Trier die Chance, sich an der Spitze auf fünf Punkte abzusetzen.

"Kein Vorwurf an die Mannschaft", urteilte Trainer Reinhold Breu, der wegen seines Engagements bei der ersten Mannschaft erst während des Spiels eintraf, "wir hatten heute fünf A-Jugendliche dabei und das Team hat alles gegeben." So war die Teambezeichnung U23 auch mehr als irreführend. Das Durchschnittsalter des Kaders, der auf dem mit Quarzsand verfüllten Kunstrasen stand, betrug 19,7 Jahre. Aber diese Teenager-Truppe schlug sich gut, nutzte die Ausgangsposition von zwei Punkten Vorsprung dazu, um auf Kontertaktik zu setzen.

Anfangs betreut durch Jürgen Tücks, hatten die Gäste auch Glück. Fabian Lückenbach traf per Freistoß das Lattenkreuz (3.). Dann scheiterte Matondo Makiadi allerdings völlig frei an SG-Schlussmann Christoph Winterhagen. Es ging aber torlos in die Kabinen, da Julian Bidon nach einer Ecke auf der Linie per Kopf einen Rückstand verhinderte.

Mit Wiederanpfiff erhöhte Bad Breisig den Druck, konnte den starken Kenneth Kronholm im Gästetor zunächst aber nicht überwinden. Trier blieb durch Bidon und Makiadi immer gefährlich und sorgte so mit dafür, dass die Partie sich das Prädikat Spitzenspiel verdiente. Das 0:1 durch Fabian Lückenbach fiel aus dem Gewühl heraus, nachdem die Eintracht mehrere Chancen den Ball wegzuschlagen nicht nutzen konnte. Danach machte Trier Dampf. Fabio Fuhs prüft Winterhagen, den Abpraller bringt Bidon aus kurzer Distanz nicht am Schlussmann vorbei (76.). Den unerfahrenen Gästen geht nach der Belastung durch das Mittwochspiel allmählich die Puste aus. Aber eine Chance gibt es noch. In der Nachspielzeit eilt Kronholm bei einem Freistoß von Sebastian Ting nach vorn. Aber Ting schießt flach, der Ball wird abgefangen, lang auf Pawel Klos gespielt, der das Leder nur noch ins leere Tor schieben muss. "Noch ist nichts passiert", sagt Breu, "denn es liegen noch zehn Spiele vor uns. Angesichts der Besetzung und der Belastung in dieser Woche, war das eine mehr als ordentliche Vorstellung." Breisigs Coach Klaus Adams gab zu, dass seine Elf die beste Leistung in 2010 abgeliefert hatte: "Wir haben endlich wieder so kombiniert, wie in der ersten Saisonhälfte."

Meinung

Salmrohr wieder im Titelrennen

Wenn zwei sich streiten, freut sich auch im Fußball häufig der Dritte. Die Eintracht-Fohlen galoppierten bis zum Wochenende von Sieg zu Sieg, der bisherige Spitzenreiter Bad Breisig gab munter Punkte ab. Nun haben die Westerwälder das Gipfeltreffen gewonnen und liegen wieder vorne - und darüber freut man sich auch in Salmrohr. Denn urplötzlich kann der FSV bei sechs beziehungsweise fünf Punkten Rückstand noch ins Titelrennen eingreifen, denn die Salmtaler treffen noch auf beide vor ihnen platzierten Gegner. Dass die Salmtaler überhaupt noch einmal die Chancen haben, oben mitzuspielen, damit musste man nicht unbedingt rechnen. Es könnte allerdings gut sein, dass sich in der Endabrechung die völlig unnötige Niederlage gegen Morbach rächt und dass nach 34 Spieltagen ausgerechnet diese drei Punkte dem FSV fehlen. Im Keller muss langsam aber sicher ein Ruck durch die SG Udler gehen, sonst droht der Abstieg.