Verbissenes Duell auf Augenhöhe

Als Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie überpünktlich abpfiff, brach auf keiner Seite Jubel aus. Eintracht Trier und Preußen Münster trennten sich im Moselstadion 1:1-Unentschieden. Der SVE hofft, weiterhin ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden zu können.

Hinter Torge Hollmann lagen 90 Minuten Schwerstarbeit. Viele Zweikämpfe forderten den Eintracht-Innenverteidiger — vor allem in der ersten Halbzeit. In vielen Szenen machte der 29-Jährige mit Entschlossenheit und Weitsicht eine gute Figur. Einmal patzte er aber entscheidend. Nach einer Ecke von Massimo Ornatelli ließ er den ihm zugeteilten Dominique Ndjeng aus den Augen. Der ehemalige Zweitligaprofi nutzte die Freiheit zur Führung für Münster (13.). Bedient worden war er per Kopf von Stefan Kühne, der ebenfalls sträflich alleine gelassen wurde.

Wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation. Wie im ersten Spiel nach der Winterpause gegen den 1. FC Kaiserslautern II, als eine Ecke Ausgangspunkt des 0:1 war und Josef Cinar zu spät gegen Hendrick Zuck kam. "Wir haben klare Zuordnungen. Das sind persönliche Fehler, die so nicht passieren dürfen", schimpfte Trainer Roland Seitz.

Hollmann nahm den Gegentreffer mit auf seine Kappe. "So alleine, wie Ndjeng beim Torschuss steht — das ist zu leicht." Ansonsten stellte er seinen Mitspielern und sich ein gutes Zeugnis aus. Zu Recht. Eintracht Trier präsentierte sich gegen den Spitzenreiter auf Augenhöhe. Das Team gestattete den Westfalen nur wenige Torchancen, verzeichnete nach zehn Minuten einen Pfostenschuss von Piero Saccone und zeigte nach dem Rückstand eine schnelle Reaktion. Das 1:1 ging auf das Konto von Cinar (Kullerball aus elf Metern, 21.). Es war sein erster Treffer für Trier vor heimischem Publikum. Nach einem Freistoß von Alban Meha hatte Münster den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekommen. Die Hausherren hatten mit den aufgerückten Hollmann und Cinar konsequent nachgesetzt.

"Läuferisch und kämpferisch war es ein Spiel auf hohem Niveau, am Ende hat man gemerkt, dass uns das Dienstags-Spiel gegen Verl noch in den Knochen steckte", sagte Seitz. In manchen Szenen vor dem gegnerischen Tor fehlten abermals Cleverness und Ballsicherheit (siehe Partie kompakt).

Was bringt das Remis? In der Tabelle beträgt der Abstand auf Spitzenreiter Münster weiterhin fünf Zähler. "Was der Punkt wert ist, wissen wir erst in ein paar Wochen", sagte Linksverteidiger Thomas Drescher. Trier braucht in den nächsten Wochen eine Siegesserie, dann kann der Teilerfolg wertvoll sein. Hollmann ist optimistisch, dass das gelingen kann: "Wir waren präsent in den Zweikämpfen und haben gegen den Tabellenführer einigermaßen dominiert. Und bei Standards werden wir konzentrierter sein. Wir stellen die Fehler ab."

Hintergrund

Ruhiger Einsatz: Seit längerem war bei einem Eintracht-Heimspiel der Gästeblock mal wieder gut gefüllt. Rund 400 Anhänger von Preußen Münster waren angereist. Die Polizei begleitete sie nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot. Am Hauptbahnhof Koblenz wurden zehn Gäste-Fans wegen bestehender Stadionverbote gestoppt. Ansonsten gab es bei der An- und Abreise sowie während des Spiels keine besonderen Vorkommnisse. (red)