| 20:35 Uhr

"Wir dürfen uns nicht hinter dem Schiedsrichter verstecken"

Unter dem Schutz eines Schirms verlässt Schiedsrichter Stefan Glasmacher nach der Partie gegen Düsseldorf II den Innenraum des Moselstadions. Wegen eines ausbleibenden Pfiffes vor dem 1:2 hatte er den Zorn des Trierer Publikums auf sich gezogen. TV-Foto: Hans Krämer
Unter dem Schutz eines Schirms verlässt Schiedsrichter Stefan Glasmacher nach der Partie gegen Düsseldorf II den Innenraum des Moselstadions. Wegen eines ausbleibenden Pfiffes vor dem 1:2 hatte er den Zorn des Trierer Publikums auf sich gezogen. TV-Foto: Hans Krämer
Trier. Obwohl Eintracht Trier in allen fünf Regionalliga-Spielen dieser Saison in Führung gegangen ist, sind "nur" neun Punkte herausgesprungen. Dem SVE steht noch Arbeit bevor, vor allem in puncto Beständigkeit und Effektivität.

Wie sich seine Worte glichen. "Wir werden wieder aufstehen", hatte Eintracht-Trainer Roland Seitz nach der 1:2-Niederlage gegen Schalke 04 II betont. Nun, nach dem 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf II, wiederholte der Oberpfälzer die Parole.
Sinnbildlich traf der Satz auf Verteidiger Denny Herzig zu, der aus der Partie gegen Düsseldorf mit einer blutenden Wunde am rechten Ohr sowie einem Brummschädel ging. Fünf Minuten vor Spielschluss war er mit Fortuna-Angreifer Adriano Grimaldi zusammengerasselt. Schiedsrichter Stefan Glasmacher entschied nicht auf Stürmerfoul, in der Folge erzielten die Rheinländer den 2:1-Siegtreffer (Marco Königs). "Das war definitiv ein Foul von Grimaldi. Es gehört Mut dazu, das nicht zu pfeifen", schilderte Herzig die Szene.
Auch wenn der Unparteiische mit seiner Entscheidung, weiterspielen zu lassen, falsch lag: An ihm die Trierer Niederlage festzumachen, wäre zu einfach. Die Eintracht kam in der ersten Halbzeit zum wiederholten Mal gegen einen defensiv sicher stehenden Gegner nicht in die Gänge. Und trotz einer guten zweiten Halbzeit blieben bis zur Schlussphase die ganz klaren Torgelegenheiten Mangelware. "Auch wenn er eine Fehlentscheidung getroffen hat, dürfen wir uns nicht hinter dem Schiedsrichter verstecken. Nach dem 1:0 haben wir uns nicht clever angestellt. Da müssen wir die Räume besser zumachen", sagte Mittelfeldspieler Martin Hauswald.
"Wir werden wieder aufstehen" - die Ansage von Seitz kann die Eintracht am Sonntag in die Tat umsetzen. Dann reisen die Moselaner zum trotz seiner jüngsten 0:6-Klatsche in Lotte stark einzuschätzenden Aufsteiger Fortuna Köln. Hauswald: "Köln wird auf Wiedergutmachung aus sein. Wir müssen dagegenhalten und endlich einmal komplett über 90 Minuten kompakt auftreten."

Spiel-Statistik: Eintracht Trier - Düsseldorf II 1:2 (1:1)

Eintracht Trier: Poggenborg - Cozza, Stang, Herzig (87. Knartz), Drescher - Kraus (64. Abelski), Karikari, Kuduzovic, Hauswald - Kulabas, Pagenburg (74. Pollok)
Fortuna Düsseldorf II: Almer - Klemt, Incilli, Juanan, Krol - Erat, Michalsky, M\'Bengue, Nandzik (77. Schikowski) - Königs (90./+3 Haufe), Grimaldi
Tore:1:0 Kulabas (37.), 1:1 Königs (43.), 1:2 Königs (85.)
Schiedsrichter: Stefan Glasmacher (Alsdorf)
Zuschauer:2372

Begehrte Pokal-Karten: Beim während der Partie gegen Fortuna Düsseldorf II gestarteten Karten-Vorverkauf für das DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Trier und dem Hamburger SV (25. Oktober, 20.30 Uhr) sind nach Vereinsangaben 1750 Stehplatztickets abgesetzt worden. Ab heute sind auch andernorts Pokalkarten, die es nur in Kombination mit Billets für das Regionalliga-Spiel gegen Rot-Weiss Essen gibt, erhältlich (zum Beispiel ab 9 Uhr in den TV-Service-Centern in Trier, Bitburg und Wittlich, unter Telefon 0651/7199-996 oder im Internet: www.volksfreund.de/tickets). Laut Eintracht-Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs gehen zunächst keine Sitzplatzkarten in den Verkauf. Grund: Die Plätze auf der Haupttribüne seien durch Reservierungen von Jahreskarteninhabern sowie Kontingente für Sponsoren, den Gastverein und den Deutschen Fußball-Bund so gut wie vergriffen.
Es gibt aber Pläne, eine rund 700 Sitzplätze fassende Zusatztribüne in der Ostkurve zu installieren. Heute gibt es laut Jacobs eine Begehung mit Feuerwehr und Bauaufsicht, um sicherheitsrelevante Fragen zu klären. bl