Zwischen Aufstieg, Abstieg und Abschied

Zwischen Aufstieg, Abstieg und Abschied

So lief die Saison aus Sicht der regionalen Fußball-Profis: Sebastian Pelzer hat mit 25 000 Rostock-Fans den Aufstieg gefeiert, Oliver Petersch bleibt der zweiten Liga erhalten. Sebastian Becker hat dagegen seine Karriere wegen eines Knorpelschadens beendet.

Trier. "Es war mein bestes Jahr", sagt Sebastian Pelzer. Für den aus Bekond (Kreis Trier-Saarburg) stammenden Außenverteidiger hat sich der Wechsel nach Rostock auf ganzer Linie gelohnt: Der 30-Jährige hatte als Kapitän der Hansa-Kogge großen Anteil am souveränen Zweitliga-Aufstieg der Ostsee-Städter (37 Spiele über 90 Minuten). "Ich habe schon im Herbst gemerkt, dass mit dieser Truppe der Aufstieg drin ist." Sein Vertrag hat sich durch den Aufstieg bis 2013 verlängert. Im Juni wird Pelzer zum zweiten Mal Vater.
Mit dem Zweitligisten Karlsruher SC hat Andreas Schäfer gerade so den Abstieg vermieden. Für die Badener war es eine Seuchen-Saison. Vier Trainer, nur 33 Punkte, 72 Gegentore. "Normalerweise steigt man so ab", sagt Linksverteidiger Schäfer, dessen Leistungen sehr schwankend waren. Für den 28-Jährigen aus Strohn (Vulkaneifelkreis) gibt es nach Clubangaben keine Zukunft beim KSC. Sein Vertrag läuft aus — ebenso wie bei zwölf anderen Spielern. Nur wenige Arbeitspapiere sollen verlängert werden. Schäfer: "Meine Zukunft ist noch offen. Es gibt Anfragen aus der zweiten Liga."
Trotz Abstiegs bleibt Oliver Petersch dem Bundesliga-Unterhaus erhalten. Der 22-Jährige aus Wolsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) steht kurz vor einem Wechsel zu Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Mit Rot-Weiß Oberhausen konnte der Außenbahnspieler die Klasse nicht halten: "Es war letztlich eine Frage der Qualität. Wir sind verdient abgestiegen."
Zu einem Dauerbrenner in der Dritten Liga entwickelt sich etwas überraschend Daniel Ischdonat. Der Ex-Torwart von Eintracht Trier (1996 bis 2006) erlebt beim SV Sandhausen seinen zweiten Frühling. Vor der Saison ging er als Torwarttrainer zum selbsternannten Aufstiegsaspiranten, um als Keeper im letzten Saisondrittel maßgeblichen Anteil am Nichtabstieg zu haben. "So eine verrückte Saison habe ich noch nicht erlebt", sagt der 34-Jährige. Ab dem 25. Spieltag avancierte er unter dem Trainer-Rückkehrer Gerd Dais zur Stammkraft, in 14 Partien kassierte er nur sieben Gegentore.
"Ischi" hat noch einmal Blut geleckt: "Ich bin fit, ich bin weiterhin vom Fußball-Virus infiziert. Der Verein möchte, dass ich noch ein weiteres Jahr als Torwart dranhänge. Ich kann mir das auch vorstellen."
Einen Schlussstrich unter seine Karriere muss dagegen Sebastian Becker (26) ziehen. Der Trierer hat Anfang dieser Woche Sportinvalidität beantragt. "Nach zwei Operationen am rechten Sprunggelenk geht es nicht mehr. Mir ist fast der gesamte Knorpel entfernt worden", sagt der Mittelfeldspieler verbittert. Er stand zuletzt bei Drittligist Erfurt unter Vertrag. In dieser Saison kam der Dauerverletzte zu keinem Einsatz. Becker: "Ich muss das erstmal sacken lassen." Der erfolgreichste Spieler mit Bezug zur Region war Toni da Silva (früher Pfalzel und Eintracht Trier) - er wurde Meister mit Dortmund. Philipp Wollscheid (22), Bundesliga-Durchstarter aus Morscholz, hat seinen Vertrag in Nürnberg bis 2014 verlängert. Der Zeller Mirko Casper (29, früher Salmrohr) hat beim Zweitligisten Aachen noch einen Vertrag bis 2012. Lukasz Szukala (26, Saarburg) schaffte mit Gloria Bistrita den Klassenerhalt in der ersten rumänischen Liga. Ex-Eintrachtler Milorad Pekovic (33) verpasste mit Fürth knapp den Bundesliga-Aufstieg. bl/AF