Zwischen Erinnerung und Eintracht

Wiedersehen mit dem alten Südwest-Rivalen: Eintracht Trier gastiert im ersten Auswärtsspiel der Regionalliga am Freitag beim Aufsteiger 1. FC Saarbrücken (19 Uhr, Ludwigsparkstadion). Rund 7000 Zuschauer werden erwartet, darunter wohl 700 bis 800 Fans aus Trier. Der nächste Eintracht-Gegner im Porträt.

Saarbrücken. Es war ein Abend, den nicht nur Dimitri Papava als "historisch" einordnete. Der Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg wunderte sich ebenso wie alle anderen offiziell 8500 Anwesenden im altehrwürdigen Neunkircher Ellenfeld über das Ergebnis, das im Saarderby der Fußball-Regionalliga zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken zustande gekommen war. 6:0 hatte Elversberg den FCS aus dem Stadion geschossen.

Der Schock der Blamage hatte sich am Tag danach beim Auslaufen im Sportfeld tief in die aschfahlen Gesichter der FCS-Spieler gegraben. "Ich habe in meinem Leben noch nie so hoch verloren", sagte Manuel Zeitz. Nico Weißmann fand keinen Grund für die unterirdische Leistung. "Ich kann es nicht erklären. Alle waren fit und konzentriert." Und FCS-Neuzugang Marcus Mann gestand: "An Schlaf war diese Nacht nicht zu denken."

Keiner der 14 eingesetzten Akteure hatte auch nur annähernd Normalform erreicht. Einer, dessen Leistung eine besonders große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufwies, ging besonders hart mit sich ins Gericht. "Ich habe als Innenverteidiger total versagt. Das war dilettantisch", übte Kapitän Marcel Rozgonyi Selbstkritik, "wir müssen uns bei den Fans, dem Präsidium und vor allem beim Trainer-Team für diesen Auftritt entschuldigen." FCS-Trainer Dieter Ferner sprach gar von einer "Hinrichtung".

Zehn Minuten Unterbrechung wegen Fan-Randale



Aus dem Saarbrücker Block flogen Becher, Feuerzeuge und Bierdeckel auf den Platz. Elversberger Spieler wurden bespuckt, ein Stück des Zaunes wurde eingetreten. Die zehnminütige Spielunterbrechung, die Schiedsrichter Trautmann nach dem 4:0 verordnete, wird für beide Vereine eine Geldstrafe nach sich ziehen. Nur dem Einsatz von Fanbeauftragten und Ordnern war es zu verdanken, dass die Randalierer nicht aufs Spielfeld stürmten.

Der FCS wird am Freitag neben Eintracht Trier noch einen zweiten Gegner haben: Die Erinnerung an den höllischen Auftakt in Neunkirchen. Schon vor dem Saar-Duell war klar, dass die in der Liga etablierten Elversberger - ein Aufstiegskandidat - und der FCS andere Ziele haben.

Ferner will mit dem Aufsteiger "die Klasse halten. Alles, was darüber hinausgeht, muss man als Erfolg sehen. Wir müssen einsehen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen."

Dennoch: "Mittelfristig muss es unser Ziel sein, aus der Regionalliga rauszukommen - ob ich dann noch Trainer sein werde, lassen wir mal dahingestellt."

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