Hunderte England-Fans im Hunsrück „Three Lions“ auf dem Hahn

Hahn · Jede Menge Sonderflüge: Hunderte englische Fußball-Fans machten sich vom Flughafen Hahn aus auf den Weg zum heutigen Spiel in Frankfurt gegen Dänemark (18 Uhr).

Sonderflug zum Hahn: Englische Fans, die am Donnerstag ihr Team in Frankfurt unterstützen werden. Mit dabei sind Ross Green (rechts) und sein Vater Alexander (2. von rechts).

Sonderflug zum Hahn: Englische Fans, die am Donnerstag ihr Team in Frankfurt unterstützen werden. Mit dabei sind Ross Green (rechts) und sein Vater Alexander (2. von rechts).

Foto: Andreas Feichtner

Das ist mal ein Empfang am Mittwochmorgen am Terminal A: Kamerateams sind da, viele Polizisten, Fotografen. „Wer kommt denn?“, fragt ein Passant auf Englisch: „Auf wen warten Sie?“ Tja, gute Frage eigentlich. Kein Promi jedenfalls. Kein Harry Kane ist angekündigt, kein Ed Sheeran. Es ist auch kein royaler Besuch an Bord des Flugs FR 8958 aus Bristol. Und, klar: Natürlich auch keine betrunkenen Horden, die „Ten German Bombers“ grölen würden. Den schwer in die Jahre gekommenen Song, in dem die Royal Air Force deutsche zehn, neun, acht, sieben Kampfjets vom Himmel knallen lässt, als wäre das in den letzten 79 Jahren irgendwann mal ein aktuelles Thema gewesen. Der britische Premierminister Rishi Sunak bat kürzlich seine Landsleute, in Deutschland doch bitte auf den Song zu verzichten.

Die Maschine spuckt nur viele Fußballfans aus, hauptsächlich junge und mittelalte Männer. Noch nicht so in Partystimmung wie die deutschen Touristen, die sich kurz zuvor auf den Weg nach Palma gemacht haben. Es ist der erste Sonderflug des Tages. Ryanair bringt vor dem zweiten Gruppenspiel der Engländer am Donnerstag in Frankfurt gegen Dänemark (18 Uhr) reihenweise Fans in den Hunsrück. Aus Bristol, Manchester, Birmingham, gleich drei Flüge aus London. Am Donnerstag stehen weitere Sonderflüge an. Bei der Ankunft verteilt eine Dame im Deutschland-Outfit Flyer: Werbung für den Shuttlebus nach Frankfurt, den Bierstand vor dem Terminal. Fünf Euro die Dose. Was das Taxi nach Frankfurt kostet? Oh my God, dann wollen manche doch lieber Bus fahren. Ist aber auch nicht um die Ecke, dieses Frankfurt. Die Fußball-Europameisterschaft macht eben einen ziemlichen Bogen um die Großregion. Anders noch als bei der Weltmeisterschaft 2006, als in Kaiserslautern gespielt wurde und in Bad Bertrich die Schweizer Nationalmannschaft untergebracht war.

Wenn es schon – gut so! – mit Klischees über englische Fußballfans, die über die Stränge schlagen, nichts wird: Dafür können zwei englische Fans dem Volksfreund-Reporter eine schöne Familien-Geschichte erzählen: Alexander Green war noch nie in Deutschland, hatte auch wirklich nicht damit gerechnet, die „Three Lions“ bei der EM live sehen zu können. Bis sein Sohn Ross ihn mit einem ganz besonderen Vatertagsgeschenk überrascht hatte - dem Trip nach Frankfurt. „Ich war schockiert“, sagt Alexander – und ist voller Vorfreude auf die zwei Tage bei der EM. Denn Ross, wie er glühender Manchester-United-Fan, setzte damit eine Familien-Tradition fort: „Vor 25 Jahren hatte ich meinen Vater zum Champions-League-Finale nach Barcelona eingeladen“, sagt Alexander Green. Das Finale, in dem Bayern München in der Nachspielzeit einen 1:0-Vorsprung verspielte. Und nun wurde er selbst eingeladen. Ross Green hat auch einen Tipp, wie das Spiel gegen Dänemark ausgeht. „2:1 für uns“, sagt er. „Für die Dänen trifft Hojlund“. Der spielt – wie auch Christian Eriksen – bei Man U.