Bundesliga nun auch im Mädchenfußball

Bundesliga nun auch im Mädchenfußball

Was im Jungenfußball schon seit Jahren etabliert ist, soll nun auch bei den Mädchen für eine verbesserte Förderung sorgen. Ab der kommenden Saison wird der DFB mit einer dreigeteilten Bundesliga mit je zehn Vereinen an den Start gehen. In der Division West/Südwest sind dem Südwesten zwei Plätze zugeteilt. Pro Saison wird es zwei Absteiger geben, die Aufsteiger werden in einer Relegation ermittelt.

Issel. "Dieser Schritt kommt zu früh", sagt Issels Abteilungsleiter Jürgen Schmitt, seit Anbeginn des Frauenfußballs beim TuS der "Macher" zu dem DFB-Vorstoß. "Grundsätzlich mag man das ja für eine tolle Idee halten, weil die Nachwuchsligen im Bereich der männlichen Jugend bestens funktionieren. Aber wir vergleichen hier Äpfel mit Birnen." Die Gründe, die der 53-jährige als Beleg für seine These anführt, erscheinen plausibel. "Erstens steht der Männer- und damit auch der Jugendfußball in diesem Bereich auf einer viel breiteren Basis. Zweitens ist die finanzielle Ausstattung um ein vielfaches besser, weil überwiegend die Topclubs aus den Bundesligen oder der dritten Spielklasse mit ihren Talenten in den höchsten Klassen vertreten sind. Daraus resultierend ergibt sich drittens auch der notwendige Nachschub, um sich langfristig mit den Besten messen zu können." Aus allen diesen Gründen ergibt sich aber die wichtigste Erkenntnis, die Schmitt der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga generell und im Besonderen für den Südwesten ablehnend gegenüber stehen lässt: "Wir haben in jedem Jahr schon das Problem, eine komplett besetzte Regionalliga aufzustellen, weil auch dafür schon ein guter Unterbau fehlt. Die Bundesliga würde dazu führen, dass wir aus dieser Liga, die es ja auch noch nicht so lange gibt, nur den Rahm abschöpfen, damit das Niveau senken und Probleme bekommen werden, ein qualitativ, aber auch quantitativ ausreichend gutes und großes Teilnehmerfeld zu finden." In vielen anderen Bereichen des Konstrukts, das vom DFB-Präsidium an- und ausgedacht und jetzt wohl durchgezogen wird, steckt der Teufel im Detail. Für die erste Saison ist ein Zuschuss von 13 000 Euro (inklusive Schiedsrichterkosten) als Sockelbetrag zugesagt. Außerdem können die qualifizierten Vereine noch Zuwendungen für Auswärtsfahrten (Fahrt- und Übernachtungskosten) erhalten, dazu kommt noch ein Zuschuss für die Sporttauglichkeitsuntersuchung. Abschließend folgt aber der Hinweis, dass über Vergabe und Höhe der Zuschüsse jedes Jahr neu verhandelt wird. Schmitt hat noch keinen Finanzplan erstellt, weil sich diese Frage für dieses Jahr wohl ohnehin nicht mehr stelle" - seine Talente stehen auf Rang 4, müssten aber mindestens Zweite werden. Außerdem müssten sie erst einmal mit Eltern und Spielerinnen abklären, ob sie dem erhöhten Aufwand durch Trainingssteigerung und längere Auswärtsfahrten überhaupt zustimmen. Derzeit gebe es fast nur offene Fragen, aber keine Antworten. Das führt bei Schmitt zum abschließenden Urteil: "Mit dieser Frage wird sich der TuS Issel nach derzeitigem Stand jetzt und in naher Zukunft nicht beschäftigen." wir

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