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"Dann wird sie in der Nationalelf eine ganz Große"

"Dann wird sie in der Nationalelf eine ganz Große"

Josephine Henning, Abwehrspielerin mit Trierer Wurzeln, kann mit dem VfL Wolfsburg zumindest theoretisch noch die deutsche Meisterschaft gewinnen. Selbst wenn das nicht gelingen sollte, liegt hinter dem Club und der Spielerin eine starke Saison.

Trier/Wolfsburg. Sie ist eher eine Leisetreterin. Keine, die sich mit großspurigen Ansagen aufs Glatteis wagt. Insofern überraschte Josephine Henning vor Beginn der Saison 2011/12, als sie das Ziel mit ihrem neuen Club VfL Wolfsburg forsch umriss.
"Die Champions-League-Qualifikation wäre toll", sagte die in Trier aufgewachsene Innenverteidigerin. Dafür ist mindestens Platz zwei in der Frauen-Bundesliga notwendig. In den Jahren zuvor war der VfL eher graues Mittelmaß.
Henning sollte mit ihrer Prognose ins Schwarze treffen. Vor dem letzten Spieltag am Pfingstmontag ist der VfL nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen. Bei einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Turbine Potsdam ist sogar noch der Gewinn der Deutschen Meisterschaft drin. Dass der aktuelle Klassen-Primus jedoch im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Lokomotive Leipzig strauchelt, ist mehr als unwahrscheinlich.
Aber auch so sind sie beim VfL Wolfsburg, der zum Saison-Kehraus beim Tabellenfünften Essen-Schönebeck gastiert, hellauf begeistert. Im jüngsten Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt kamen 8689 Zuschauer ins Stadion - ein neuer Bundesligarekord!
Henning war als zweimalige Deutsche Meisterin im vergangenen Sommer aus Potsdam zum VfL gewechselt, um den nächsten Karriereschritt zu machen. Schneller als manch einer erwartet hat, mischen die Wölfinnen nun an der Bundesligaspitze mit. Henning ist als Innenverteidigerin Stammkraft in der Viererkette. Ihre Bilanz: 21 Einsätze in 21 Spielen - immer über die volle Distanz von 90 Minuten. Beobachter attestieren der 22-Jährigen, die in der Jugend für die MSG Zewen-Igel und die MSG Schweich-Issel gespielt hat, konstant stabile Leistungen.
Sie machen sich auch auf internationaler Ebene bezahlt. Henning bestritt in diesem Jahr bereits sechs Länderspiele, nachdem sie vor der Heim-WM 2011 noch aus dem vorläufigen Aufgebot gekegelt worden war. Auch für das Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft am nächsten Donnerstag gegen Rumänien in Bielefeld ist sie von Bundestrainerin Silvia Neid nominiert worden.
Rebecca Smith, Hennings Nebenfrau in der VfL-Abwehr, prophezeite ihrer Teamkollegin unlängst in einem Interview mit der Wolfsburger Allgemeinen eine rosige Zukunft: "Wenn sie sich so weiterentwickelt, hat sie kein Limit. Dann wird sie in der Nationalelf eine ganz Große." bl