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Josephine Henning - Die mit den Wölfen tanzt

Josephine Henning - Die mit den Wölfen tanzt

Was haben Franck Ribéry vom FC Bayern München und Josephine Henning, Fußballerin mit Trierer Wurzeln, gemeinsam? Beide können in dieser Saison noch das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League gewinnen. Für Henning geht es dabei schon in den nächsten Tagen ums Ganze.

Trier/Wolfsburg. Die Wölfe haben kraftvoll zugebissen. Souverän haben sich die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg die deutsche Meisterschaft in der Frauenbundesliga gesichert. 53 Punkte, 71:16 Tore - die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Dauerbrennerin in der Innenverteidigung war Josephine Henning, ehemalige Jugendspielerin der MSG Zewen-Igel und der MSG Schweich-Issel.
Für Wolfsburg ist es die erste Meisterschaft, für Henning bereits die dritte, nachdem sie den Titel 2010 und 2011 bereits mit Potsdam gewann. "Jede Meisterschaft ist besonders. In Wolfsburg haben wir sie uns hart erarbeitet. Wenn es drauf ankam, haben wir eine große Moral bewiesen. Das war in der Vergangenheit in Wolfsburg nicht immer so. Der VfL galt als gut spielendes, aber nicht gerade nervenstarkes Team."Keine ausufernde Party


Nach dem letzten Spiel gegen Bad Neuenahr (4:0) bekamen die Wölfe die Meisterschale in der heimischen Arena vor knapp 6000 Zuschauern überreicht. Danach wurde gefeiert - mit den Fans am Stadion, und später teamintern im Vip-Bereich. "Ein Alkoholverbot gab es nicht, aber jede Spielerin wusste, wie sie sich zu verhalten hat", sagt Henning, deren Mutter und Bruder in Trier leben.
Hintergrund: Der VfL hat noch große Ziele. Wie der FC Bayern München bei den Männern kann er das Triple gewinnen. Am Sonntag trifft Wolfsburg in Köln im DFB-Pokal-Finale auf Turbine Potsdam. Am Donnerstag kommender Woche heißt der Gegner im Champions-League-Endspiel an der Londoner Stamford Bridge Olympique Lyon. Henning: "Wir haben Selbstvertrauen getankt. Jetzt wollen wir auch den DFB-Pokal gewinnen. In der Champions League müssen wir einen sauguten Tag erwischen, um eine Chance zu besitzen. Und Lyon muss Selbstzweifel haben."Die EM als weiteres Ziel


Henning, die in Wolfsburg Management im Gesundheitswesen studiert, will sich beim VfL weiterentwickeln. "Ich habe in den vergangenen Monaten wieder Dinge dazugelernt. Das soll in der neuen Saison weitergehen. Dann kommt für uns ein Jahr, das keiner mag. Als Meister gelten wir in jeder Partie als Favorit. Das ist eine Herausforderung."
Henning möchte mehr und mehr eine Führungsrolle übernehmen, wobei ihr klar ist, keine klassische Führungsspielerin zu sein: "Ich bin niemand, der rumschreit."
Welche Rolle sie künftig in der Nationalmannschaft einnimmt, ist offen. Zuletzt gehörte die 23-Jährige bei Länderspielen stets zum Kader, Einsatzzeiten waren aber rar gesät.
Im Sommer steht die Europameisterschaft in Schweden an. Im Juni gibt es drei Lehrgänge, nach dem zweiten soll der EM-Kader bekannt gegeben werden. Henning hofft, dabei zu sein. Mittelfristig will sie auch im Nationaldress einen Schritt nach vorne machen: "Ich arbeite darauf hin, Teil des Stammkaders zu werden."