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Fußball
Geglückter Start für den 1. FC Kaiserslautern: Sternbergs Sternstunde

FOTO: dpa / Uwe Anspach
Erfolgreiche Premiere in Liga 3: Kaiserslautern besiegt 1860 München vor toller Kulisse mit 1:0.

Von Stefan Strohm

Hart erkämpft, aber aufgrund der zweiten Halbzeit auch hochverdient: Der 1. FC Kaiserslautern hat sein erstes Saisonspiel in der 3. Liga gegen die Münchner Löwen vor über 41 000 Zuschauern mit 1:0 (0:0) gewonnen. Das Tor des Tages auf dem Betzenberg erzielte Janek Sternberg in der 86. Minute.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verstärkten die Lauterer nach den torlosen ersten 45 Minuten ihre Offensivbemühungen. Biada (50.) mit einem 22-Meter-Schuss und ein schöner Konter über Spalvis (55.), dessen Flanke aber hängenblieb, leiteten die beste Phase des FCK ein. Erneut Spalvis mit einem herrlichen Kopfball an die Latte (56.) und nur 60 Sekunden später Hemlein, der eine schöne Flanke von Dick nicht richtig traf, hätten für die Führung des FCK sorgen können.

Die Westkurve war nun elektrisiert – und feierte die Verkündung der Zuschauerzahl: 41 324 Zuschauer besuchten die Premiere des Pfälzer Traditionsvereins in der 3. Liga. Liebe kennt eben keine Liga.

Nachdem die Münchener Löwen die Sturm- und Drangphase überstanden hatten, standen sie nun sicherer und kompakter in der Abwehr. Frontzeck brachte Timmy Thiele und Florian Pick für Julius Biada und Hendrick Zuck, und auf einmal kam noch einmal frischer Schwung in die FCK-Aktionen. In der 82. Minute war Pick auf Zuspiel von Thiele alleine durch, scheiterte aber am starken Löwen-Keeper Bonmann.

In der 86. Minute dann die Erlösung für die FCK-Anhänger: Nach schöner Vorarbeit von Pick vollendet Janek Sternberg flach mit links ins lange Eck – Bonmann ist chancenlos und erstmals geschlagen! Die Westkurve „explodiert“ – 1:0 für die Lauterer, hochverdient und hart erkämpft!

Zur Halbzeit hätte es in der kampfbetonten Partie schon 2:2 stehen können. Den besseren Start erwischten die Gäste, die schnell umschalteten und somit zu zwei guten Torchancen kamen. In der achten Minute traf Nico Karger aus etwa acht Metern nur das Außennetz, und eine Minute später verpasste Adriano Grimaldi die Führung für die Münchner Löwen, als er den Ball geschickt an FCK-Torhüter Sievers vorbeischob, aber nur den Innenpfosten traf. Riesenglück für die Lauterer, ein früher Rückstand gegen den Aufsteiger aus München wäre sicherlich ein Stimmungstöter für die FCK-Fans im Fritz-Walter-Stadion gewesen.

FCK-Trainer Michael Frontzeck schickte zur Saisonpremiere die vermutete Startelf aufs Feld – mit vier Spielern, die auch schon in der Vorsaison das Trikot der Pfälzer getragen hatten: Torhüter Jan-Ole Sievers, Mads Albaek, Gino Fechner und Lukas Spalvis. Frenetisch von den Fans gefeiert wurde Rückkehrer und Kapitän Florian Dick, der von Bielefeld zurück an den Betzenberg gewechselt war.

Der Zweitliga-Absteiger kämpfte sich dann so langsam ins Spiel hinein. Verteidiger Andre Hinault hatte in der 21. Minute die Führung auf dem Fuß, seinen Schuss aus kurzer Distanz konnte Mauersberger mit der Schulter noch über die Latte lenken.

Noch besser war die Gelegenheit für Lukas Spalvis nach einer halben Stunde: Der am Vortag 24 Jahre alt gewordene FCK-Stürmer war alleine durch, scheiterte aber mit seinem zu schwachen Abschluss an „Löwen“-Keeper Hendrik Bonmann.

Der Einsatz und der Wille der Pfälzer passte, nur bei letzten Pass und im Abschluss fehlte noch die Präzision und die letzte Entschlossenheit. Die zeigte dann Janek Sternberg vier Minuten vor dem Ende. Ein Sieg des Willens, so ganz nach dem Geschmack der Lauterer Anhänger.

Stimmen zum Spiel:

Torschütze Janek Sternberg: Das war ein Auftakt nach Maß für uns. Es kommen aber noch genug Spiele, wir sollten uns von diesem Sieg nicht blenden lassen. Wir müssen konzentriert weiterarbeiten. Der Sieg ist eine Selbstbestätigung für uns - wir können das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben.

Kapitän Florian Dick: Man hat gesehen, dass wir Typen mit Charakter in der Mannschaft haben. Das war heute ein Sieg des Willens. Wir haben die Löwen in die Knie gezwungen, wir wollten den Sieg mehr als sie.

1860 München-Trainer Daniel Bierofka: Wir sind in den ersten zehn Minuten gut reingekommen, danach war es ein ausgeglichenes Spiel. Das 0:0 zur Halbzeit war okay. Dann ist Lautern mit viel Druck aus der Kabine gekommen und hatte das Publikum im Rücken. Beim Lattenkopfball von Spalvis war klar, dass immer noch etwas passieren kann. Das 1:0 für Lautern ist ärgerlich, weil wir den Ball an der Außenlinie verloren haben, und dann stimmte die Zuordnung in der Abwehr nicht und ein Lauterer kam frei zum Abschluss.

Das Spiel heute haben wir genossen, es war ein Privileg für uns, vor 41 000 Zuschauern zu spielen.

FCK-Trainer Michael Frontzeck: Man merkt, dass Daniel im Trainer-Lehrgang ist, Der Analyse ist nichts hinzuzufügen. Wir dürfen uns nicht beschweren, wenn es heute 0:0 ausgeht. Es war nicht einfach für unsere junge Mannschaft vor 41 000 Zuschauern zu spielen. Es freut mich sehr für alle Lauterer, dass wir es am Ende noch geschafft haben. Wenn ich es mir hätte wünschen können, hätte ich mir das Spiel genau so gewünscht. Dass alle im Sattel bleiben und sehen, dass es nicht so leicht ist, in dieser Liga Spiele zu gewinnen. Das Spiel heute war ein tolles Erlebnis für uns, das nehmen wir mit. Nächste Woche in Großaspach wird ein anderes Spiel.