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WM 2018
Der Kader der deutschen Nationalmannschaft nach der WM Blamage

FOTO: pixabay.com / jarmoluk
Mit dem Spiel gegen Frankreich in der UEFA Nations League und dem Freundschaftsspiel gegen Peru begann für die Deutsche Nationalmannschaft und dem Trainer Joachim Löw die erste Phase nach dem blamablen Abschneiden bei der FIFA Weltmeisterschaft in Russland.

Leider war der Kracher gegen Frankreich direkt das erste Spiel und man merkte beiden Mannschaften an, dass sie nach der kurzen Vorbereitung eher zurückhaltend spielten. Gegen den nächsten Gegner der Deutschen, Holland wird die Löw-Truppe hoffentlich mutiger auftreten. Mit Frankreich und Holland hat Deutschland in der Gruppe A der Liga 1 der UEFA Nations League zwei sehr schwere Gegner erwischt und sie sind somit auch nicht Topfavorit. Die Quotenmacher von bwin schätzen ein, dass die Mannschaft Zweiter in der Gruppe und Vierter in der Liga werden.

Nachdem im Anschluss der WM viel über den Trainer, den Präsidenten und die Spieler diskutiert wurde, hatten viele einen Umbruch erwartet. Dieser erfolgte allerdings nur bedingt. Schon bei der Pressekonferenz, in der das Abschneiden und die daraus folgenden Konsequenzen diskutiert wurden, wurde klar, dass es keinen großen Umbruch geben wird. Der Präsident will, trotz seines unglücklichen Beitrags zur Causa Özil im Amt bleiben. Auch der Manager Oliver Bierhoff und der Trainer Joachim Löw führen weiter ihre Abteilungen. Lediglich der Co Trainer Thomas Schneider gehört nicht mehr zum Team rund um die Nationalmannschaft. Insgesamt soll das Team, das während großer Turniere mit der Mannschaft arbeitet, deutlich verkleinert werden.

In der Kaderzusammenstellung für die ersten beiden Spiele war auch kein großer Umbruch zu erkennen. Zwar fehlten mit Özil, der ja sehr medienwirksam zurückgetreten ist, auch Spieler wie Sami Khedira, Sebastian Rudy und Marvin Plattenhardt, die noch zum Weltmeisterkader gehörten, allerdings ist die Tür zum DFB-Kader für diese nicht endgültig geschlossen. Mit Leroy Sane und Nils Petersen waren zwei Spieler dabei, die erst kurz vor der WM aus dem erweiterten Kader gestrichen wurden. Als Neulinge wurden Kai Haverz, Thilo Kherer und Nico Schulz ernannt. Die drei Debütanten kamen auch alle im Spiel gegen Peru zum Einsatz, wobei besonders Nico Schulz eine größere Rolle spielte. Der Außenverteidiger von TSG 1899 Hoffenheim stand im Freundschaftsspiel in der Startelf und hatte ein eher durchwachsenes Debüt, das allerdings aufgrund seines Siegtores dann eher in den Hintergrund rückte.

Andere bekannte Namen, die nicht bei der WM dabei waren und auch bei den beiden Spielen fehlten, waren Kevin Trapp, Skhodran Mustafi, Emre Can und Mario Götze. Diese Spieler spielen aktuell keine Rolle in den Planungen von Löw, aber würden wohl bei entsprechender Leistung wieder eine Chance bekommen.

Neben dem Personal möchte Löw besonders die Spieltaktik verändern. Er habe erkannt, dass sein Team bei der Weltmeisterschaft zu viel auf Ballbesitz gesetzt habe. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Nun möchte Löw wieder mehr auf das schnelle Umschalten nach Ballgewinn setzen und die Spieler sollen mehr die Tiefe suchen. Besonders das Offensivpersonal muss sich umstellen, da sie nun nicht mehr dem Ball entgegenkommen, sondern die Tiefe suchen sollen. Mit Julian Brandt, Marco Reus und Timo Werner steht dem Bundestrainer dafür passendes Personal zu Verfügung. Der Kader hat nur ein großes Manko: Ein Mittelstürmer von Weltklasseformat ist nicht vorhanden. So besetzt aktuell Reis, der bei der WM noch einer der besten im Kader war, im neuen 4-1-4-1 System die Sturmspitze. Auf Dauer ist dies allerdings keine Lösung.

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Saison viele Nachwuchsspieler anbieten und bis zur Europameisterschaft 2020, die in 12 Städten aus ganz Europa ausgetragen wird, ein schlagkräftiger und verjüngter Kader zusammenkommt, der wieder um den Titel mitspielen kann.