1. Sport
  2. Fußball
  3. Nationalmannschaft

EM 2021: Mehr als das Viertelfinale ist für Kroatien nicht drin

EM-Kolumne „So sehe ich das“ : Mehr als das Viertelfinale ist für Kroatien nicht drin

Was ein Kracher zum Auftakt: Sonntagnachmittag starten meine Kroaten im Wembleystadion gegen Gastgeber England. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Engländer gegen uns oft Angst hatten.

Die große Frage ist, ob ihr Trainer Gareth Southgate es schafft, aus den vielen agilen Einzelspielern eine starke Einheit zu formen. Kroatien schätze ich definitiv schwächer ein als 2018, als uns in Russland die Vizeweltmeisterschaft gelang. Mario Mandzukic und Ivan Rakitic, die beide aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sind, haben große Lücken hinterlassen. Aber Kroatien hat immer auch neue Talente und junge Spieler. Gespannt bin ich auf Bruno Petkovic von Dinamo Zagreb, der in sieben Qualispielen gleich vier Tore erzielte. Mehr als das Viertelfinale ist diesmal für uns nicht drin. Dann käme es nach meiner Einschätzung zum Duell mit Frankreich – und die sind neben Deutschland für mich der Topfavorit.

Ich bin zwar in Boppard am Rhein geboren, und meine Verwandtschaft lebt zum allergrößten Teil gar nicht mehr in Kroatien, doch unsere Verbundenheit und Heimatliebe sind riesig. Oft, wenn Kroatien irgendwo in Mitteleuropa spielt, fahre ich hin. Für den ursprünglichen EM-Termin im vergangenen Jahr hatte ich auch Tickets für ein mögliches kroatisches Halbfinale in London. Wegen der Pandemie sind die aber von der Uefa wieder gecancelt worden.

So fiebere ich jetzt vom Fernseher in Arzfeld aus mit.

Ilija Kozulovic (37) lebt mit seiner Partnerin und den beiden Kindern in Arzfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Beim benachbarten Kreisligisten FSV Eschfeld ist er Jugendtrainer, Vorstandsmitglied und Standby-Spieler. Der Sohn kroatischer Einwanderer blickt zudem gerne über den Tellerrand, schaut sich oft auch Spiele auf internationaler Ebene an.