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Europameisterschaft: Sieben Experten kommentieren in den nächsten Wochen für den TV das Turniergeschehen in Frankreich

Europameisterschaft: Sieben Experten kommentieren in den nächsten Wochen für den TV das Turniergeschehen in Frankreich

Welches Team imponiert? Welcher hochgehandelte Spieler versagt? Wie pfeifen die Schiedsrichter? Wie ist die Stimmung vor Ort in Frankreich? Unsere sieben TV-Kolumnisten geben während der Europameisterschaft aus erster Hand Antworten auf diese und andere Fragen.

Den TV-Expertenkreis bei der EM 2016 bilden Klaus Toppmöller, Herbert Fandel, Sven Voss, Philipp Wollscheid, Edgar Schmitt, Jeff Strasser und Paul Linz. Zum Turnierstart stellen wir das Septett vor.

Herbert Fandel:
Bei der EM greifen insgesamt 95 (!) Regeländerungen. Die wichtigsten davon hat der bisherige Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel den deutschen Nationalspielern gestern im Quartier in Evian erläutert. <EA>"Viele Änderungen sind nur Vereinfachungen der geltenden Regeln", sagt der 52-Jährige aus Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Die wohl wichtigste Änderung betrifft die Dreifachbestrafung bei einer Notbremse, wo eine per Foul vereitelte Torchance bislang unter anderem eine Rote Karte nach sich zog: "Jetzt gibt es eine Einschränkung. Geht der verteidigende Spieler im Zweikampf im Strafraum eindeutig zum Ball, verfehlt diesen aber geringfügig und trifft den Gegenspieler, so ist jetzt die Gelbe Karte ausreichend", sagt Fandel.

Klaus Toppmöller:
Wie groß sind nach dem derzeitigen Ausfall von Mats Hummels und dem kompletten EM-Aus für Antonio Rüdiger (Kreuzbandriss) die Innenverteidiger-Probleme im deutschen Team? Ex-Bundesliga-Trainer Klaus Toppmöller (unter anderem VfL Bochum, Bayer Leverkusen) mahnt zu Gelassenheit. <EA>"Jonathan Tah nachzunominieren, war die richtige Entscheidung. Tah ist schnell, groß und kopfballstark. Er hat in Leverkusen eine sehr gute Saison gespielt", sagt der 64-Jährige aus Rivenich (Kreis Bernkastel-Wittlich).Solange Hummels noch fehlt, plädiert "Toppi" allerdings dafür, Benedikt Höwedes an die Seite von Jérôme Boateng zu stellen.

Sven Voss:
Er ist eins der wichtigen Gesichter im Sport des ZDF. Sven Voss moderiert seit 2011 das Sportstudio. Zudem ist er bei Olympischen Spielen und großen Fußball-Turnieren Vor-Ort-Reporter. <EA>So auch bei der EM in Frankreich, wo der 39-Jährige Stimmen und Stimmungen rund um die EM-Stadien einfangen wird. "Ich hoffe, dass sich die Franzosen ihre EM nicht verderben lassen", sagt der gebürtige Dauner, der am Geschwister-Scholl-Gymnasium sein Abitur gemacht hat. Zu seiner Arbeit bemerkt der Eifeler: "Zeit einplanen und Nachsicht haben mit dem Sicherheitspersonal, darauf wird es ankommen."

Philipp Wollscheid
Er stammt aus dem saarländischen Wadern und ist zurzeit beim englischen Premier-League-Club Stoke City Leistungsträger: Wem drückt Abwehrspieler Philipp Wollscheid bei der EM die Daumen? "Natürlich der deutschen Mannschaft - wobei ich auch schaue, was meine Teamkollegen aus Stoke machen." In der irischen Auswahl sind Shay Given, Glenn Whelan und Jonathan Walters aktiv.<EA>Wollscheid trug auch schon das deutsche Nationaltrikot - 2013 kam er zu zwei Einsätzen. "Danach lief es für mich bei Bayer Leverkusen nicht so rund. Seitdem stand ich nicht mehr so im Fokus." Geht's nach dem 27-Jährigen, soll sich das aber in Zukunft gerne wieder ändern.

Edgar Schmitt:
Für Edgar Schmitt müssen die hochgejazzten Wasserstandmeldungen zum Belastungszustand des Knies von Bastian Schweinsteiger wie Hohn vorkommen. Schmitts 13-jährige Stieftochter kämpft gegen einen Hirntumor. Angesichts solch eines Schicksalsschlags relativiert sich alles. Dennoch hadert der 53-jährige Ex-Profi aus Rittersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) nicht, wenn beispielsweise das EM-Aus von Antonio Rüdiger vom Boulevard als "Drama" bezeichnet wird. Bei der EM zählt "Euro-Eddy" das deutsche Team zu den Mitfavoriten: "Die Spielphilosophie hat sich stark verändert. Früher hat sich das Team vor allem über Kraft definiert, jetzt steht die spielerische Komponente ganz vorne."

Jeff Strasser:
Dreierkette in der Abwehr? Oder ein 4-2-3-1? Oder doch ein 4-1-4-1?: Aus sportlicher Sicht ist Ex-Bundesliga-Profi Jeff Strasser (1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach) vor allem auf die taktischen Marschrouten der Mannschaften gespannt. Der 41-jährige Luxemburger, derzeit Trainer beim Erstligisten Fola Esch, ist als frischgebackener Fußballlehrer neugierig darauf, welche Varianten seine Trainerkollegen wählen. "Ich hoffe auf eine offensive EM", sagt Strasser, der aber noch einen viel größeren Wunsch hat: "Ich hoffe, dass der wunderbare Fußball nicht als Plattform für Gräueltaten im Namen von Politik oder Religion missbraucht wird."

Paul Linz:
Es ist ein heiß diskutiertes Thema vor der EM: Ist die Aufstockung von 16 auf 24 Mannschaften ein Gewinn oder ein Fehler? Paul Linz, Trainer des Oberligisten FSV Salmrohr, ist unentschieden: "Die Tatsache, dass zum Beispiel die Niederlande nicht mit dabei sind, zeigt, dass die Qualifikation nicht so einfach gewesen sein kann. Andererseits bekommt man schon ein bisschen das Gefühl, dass die EM verwässert wird und erst ab der K.o.-Runde so richtig losgeht", sagt der 60-jährige Ex-Profi (unter anderm Werder Bremen, Waldhof Mannheim, VfL Osnabrück).

In der täglichen TV-Experten-Kolumne schreiben Klaus Toppmöller, Paul Linz, Philipp Wollscheid, Jeff Strasser, Sven Voss, Herbert Fandel und Edgar Schmitt abwechselnd über die EM 2016. Alle Beiträge finden Sie hier .