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EM-Kolumne: So sehe ich das: Türkei darf keinen Angsthasenfußball mehr zeigen

EM-Kolumne: So sehe ich das : Türkei darf keinen Angsthasenfußball mehr zeigen

Nach dem klaren und enttäuschenden 0:3 zum Start gegen Italien geht es für die türkische Mannschaft heute bereits um sehr viel: Gegen Wales muss unbedingt etwas Zählbares her, wollen wir nicht schon frühzeitig die Segel streichen.

Unserer Mannschaft mache ich weniger einen Vorwurf für den verpatzten Auftakt. Vielmehr muss sich unser Trainer Senöl Günes nachsagen lassen, zu sehr auf Angsthasenfußball gesetzt zu haben. Dabei haben wir das Potenzial, weit zu kommen – vielleicht sogar so weit wie bei der Euro 2008, als erst im Halbfinale Schluss war. Optimistisch bin auch, weil wir jetzt in Baku antreten – unweit der Türkei in Aserbaidschan ist das fast ein Heimspiel.

Mein Wittlicher Verein hat sich vor fünf Jahren von Türkgücü in Rot-Weiß umbenannt. Aktuell spielen nur noch zwei Türken in unserer ersten Mannschaft. Ansonsten sind wir längst eine Multi-Kulti-Truppe mit Jungs aus aller Herren Länder. Aufgrund unserer Wurzeln ist die türkische Nationalelf aber gerade bei großen Turnieren immer ein besonderes Thema. In größerem Stil die Spiele zusammen zu schauen, geht aufgrund der Corona-Auflagen momentan noch nicht. Wir hoffen auf weitere Lockerungen, damit wir uns noch hoffentlich gemeinsam über türkische Siege freuen können. 

Vom Europameister bis zum Kreisliga-Trainer: In unserer EM-Kolumne äußern sich verschiedene Fußball-Akteure zu aktuellen Themen rund ums Kontinentalturnier. Mehmet Akin (46) ist Sohn türkischer Einwanderer, ist in Zell an der Mosel geboren und war dem TSV Bullay-Alf (SG Zell) jahrzehntelang verbunden – vor allem in der sportlichen Leitung. Diese Funktion übt er seit Mitte 2019 beim Bezirksligisten Rot-Weiß Wittlich aus.