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Ausverkauf in Traben-Trarbach

Ausverkauf in Traben-Trarbach

Wirft man einen Blick auf die Personalbewegungen in der Winterpause, fällt dem aufmerksamen Beobachter auf Anhieb der relativ große Aderlass beim A-Ligisten SG Traben-Trarbach auf. Aus unterschiedlichen Gründen haben fünf Stammspieler den Verein verlassen. Trainer Horst Kropp muss nun eine Zielkorrektur vornehmen.

Traben-Trarbach. In der Doppelstadt ist angesichts der großen Personalfluktuation niemand zu beneiden. Auch Horst Kropp nicht. Der Trainer muss fünf gestandene Spieler ersetzen, die den Tabellenvierten zur Winterpause verlassen haben.
"Mir war schon vor der Saison klar, dass wir nicht um den Aufstieg spielen würden. Schon vom Saisonfinale der letzten Saison fehlten mir mit Mark Beitzel und Andre Benzarti zwei Stammkräfte wegen Rotsperren." Langwierige Verletzungen von Jimmy und David Wieber, Max Thiesen, Athman Gouidome, Martin Feiden oder Deniz Toy-Karl taten ihr Übriges. "Dann kamen so manche Undiszipliniertheiten dazu - dann verlierst du Spiele, die du im Kopf schon gewonnen hattest", beschreibt Horst Kropp die lange Liste der Abwesenheiten. So wurde schon früh klar, dass der Vorjahresfinalist mit der Meisterschaft nichts zu tun haben würde. "Das alles mussten wir mit ungewöhnlich vielen taktischen Umstellungen bezahlen. Die Abwehr mit Thomas Melcher und mir hatte teilweise einen Altersdurchschnitt von 38 Jahren. Es kehrte nie Ruhe ein, manch einer hatte auch keine so richtig professionelle Einstellung zum Fußball an den Tag gelegt", so der Trainer.
Gewalt angedroht


Kropp erlebte dann den unrühmlichen Auftritt von Abwehrspieler Andre Benzarti im September letzten Jahres mit, als dieser dem Vorstands-Chef, Gerd Schon, Gewalt androhte. Nach der logischen Konsequenz des Rauswurfs von Benzarti war zwar Ruhe im Verein, doch die sportlichen Probleme wurden nicht weniger, da sich erneut einige Spieler verletzten.
Mark Beitzel wollte den sofortigen sportlichen Erfolg, den er nun in Wittlich gefunden zu haben scheint - auch ohne Stammplatzgarantie. Deniz Toy-Karl hatte zuletzt auch nicht im Kader gestanden, weil seine Trainingsleistungen samt Anwesenheiten Einsatzzeiten nicht rechtfertigten. Er spielt fortan für den Bezirksligisten und Nachbarn aus Zell - wie auch Benzarti. Mit Stefan Caspari verließ nun auch der Torgarant den Verein. Der junge Draufgänger im Sturmzentrum kehrte zu seinem Heimatverein nach Reil/Enkirch zurück, will sich über diese Schiene wieder für höherklassige Vereine empfehlen. Und David Reis? Der zuletzt Stamm spielende Verteidiger ist beruflich so stark eingebunden, dass ein ernsthaftes Training unmöglich ist.
Mit Platz sechs zufrieden


Horst Kropp und sein Team müssen nun kleinere Brötchen backen: "Glücklicherweise ist Max Thiesen, der über ein Jahr nicht spielen konnte, wieder einsatzfähig. Bei anderen dauert es noch. So können wir unseren vierten Platz wohl kaum halten. Kommen wir auf Platz sechs, sind wir hier schon sehr zufrieden."