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Bei der künftigen Wölfin steigt die Spannung

Bei der künftigen Wölfin steigt die Spannung

Unweit ihrer Heimatstadt Trier geht es für Nationalspielerin Josephine Henning um den WM-Traum. Die 21-Jährige will sich im Bitburger Trainingslager wegen der nahenden Kader-Bekanntgabe aber nicht verrückt machen.

Bitburg. Ob das ein schlechtes Omen ist? Abwehrspielerin Josephine Henning hat es nicht ins 17-köpfige Klebebild-Aufgebot des italienischen Herstellers Panini geschafft. Die Auswahl wurde vom Unternehmen subjektiv vorgenommen. Wer wirklich im deutschen Kader für die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 steht, entscheidet Bundestrainerin Silvia Neid Ende Mai. 21 Spielerinnen wird sie aus dem vorläufigen 26-köpfigen Aufgebot mitnehmen. "Der Konkurrenzkampf ist groß, keiner will zu dem Quintett gehören", sagt Henning.
Die Spannung steigt, sie soll aber nicht zu lähmender Anspannung führen. Henning: "Wenn ich mich jeden Tag mit der Frage beschäftigen würde, käme im Training nix raus. Wenn ich dabei bin, wäre es sehr schön. Andererseits bin ich noch nicht in einem Alter, in dem die WM meine letzte Chance wäre."
Henning, einstige Jugendspielerin bei der MSG Schweich-Issel und der MSG Zewen-Igel, ist erst 21 Jahre alt. Nach einer überstandenen Steißbeinprellung feilt sich mit den Mitspielerinnen in dieser Woche beim vierten WM-Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Bitburg am Abwehrverhalten. "Ich freue mich, mal wieder nahe der Heimat zu sein", sagt sie. Ihre Mutter und ihr Bruder wohnen in Trier.
Henning muss einen Spagat meistern. Mitten in die WM-Vorbereitung fällt noch ein Höhepunkt mit ihrem Club Turbine Potsdam, den sie verlassen wird. Am 26. Mai will Turbine im Finale gegen Lyon den Champions-League-Titel verteidigen. Umschalten von der Nationalelf auf den Club, Umschalten von Vierer- auf Dreier-Abwehrreihe. "Als Profi muss man das hinkriegen", sagt Henning, die ab Sommer für den VfL Wolfsburg spielen wird.
"Ich will mich weiterentwickeln und mit einer neuen Mannschaft etwas Neues aufbauen", begründet die ehemalige Schülerin des heutigen Humboldt-Gymnasiums Trier den Wechsel.
Auch beruflich will Henning in Niedersachsen Weichen stellen: "Ich will in Braunschweig studieren. Was genau, weiß ich aber noch nicht." bl