Fußball 3:0 im Kellerduell: Bitburg lebt noch

Bitburg · Fußball-Oberliga: Wie es dem Tabellenschlusslicht gelang, nach 13 Spielen ohne Sieg mal wieder einen Dreier zu landen und was Trainer Fabian Ewertz besonders imponierte.

Jubel in Bitburg: Die Sieglosserie ist beendet.

Jubel in Bitburg: Die Sieglosserie ist beendet.

Foto: Pascal Duppich

Der FC Bitburg kann doch noch Spiele in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gewinnen und tat das mit dem 3:0 (2:0) gegen den Drittletzten TSG Pfeddersheim sogar eindrucksvoll. Wie das Team von Trainer Fabian Ewertz die Räume zustellte, wie aggressiv es verteidigte und wie hoch die Zweikampfpräsenz war, nötigte den 182 Zuschauern größten Respekt ab. Dabei bewies das Schlusslicht eine zuletzt selten gekannte Effizienz. Denn zwei Chancen reichten bereits zu einer 2:0-Halbzeitführung.

Ewertz brachte die erfolgreichen 90 Minuten so auf den Punkt: „Fußballerisch fand ich es nicht so mega-gut. Doch das ist mir diesmal total egal, denn unterm Strich gibt es drei Punkte für einen Sieg und nicht fürs schöne Fußballspielen.“ Der Bitburger Coach war von der Kaltschnäuzigkeit seiner Mannschaft angetan: „Wir haben die Umschaltsituationen gut ausgespielt und dadurch für gefährliche Momente gesorgt. Ich freue mich einfach, dass wir mal wieder drei Punkte haben.“ 13 Mal hatte der FCB zuvor nicht gewinnen können. Auf das 1:0 gegen Waldalgesheim am 3. Oktober folgten drei Unentschieden, und es hagelte zehn Niederlagen.

Dem Gast aus dem Wormser Stadtteil gehörte über weite Strecken die erste Halbzeit, als er vornehmlich über seine linke Angriffsseite einige vielversprechende Aktionen vortrug. Da hatte es Bitburg seinem Torwart Dominik Thömmes zu verdanken, nicht schon früh in Rückstand geraten zu sein: In der vierten Minute war er nach einem Distanzschuss von Rouven Amos zur Stelle und wenig später lenkte er einen Freistoß von Kapitän Mathias Tillschneider zur Ecke.

Nach neun Minuten befreite sich der FCB vom Druck und kam nach Linksflanke von Fabian Fisch auf Joshua Bierbrauer, der per Kopf traf, zur etwas überraschenden 1:0-Führung. Pfeddersheim machte das Spiel breit, um überraschend Tiefe in sein Offensivspiel zu bekommen. So scheiterte der agile Linksaußen Lion Schubach am Außenpfosten (18.). Doch just in die Phase, in der Bitburg in der Defensive gefordert war, erzielte Rechtsverteidiger Faton Sulejmani nach öffnendem Pass von Niclas Gerten mit einem Innenpfostenschuss, der von dort über die Linie ging, das 2:0 (26.). Die Bierstädter arbeiteten gut gegen den Ball und inszenierten immer wieder schnelle Konter. Bei etwas mehr Abgeklärtheit hätte es nach einer Überzahlsituation über Müller, Arthur Schütz und Bierbrauer zur Pause auch 3:0 stehen können (40.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ergriff der FCB zunehmend die Initiative. Exemplarisch hierfür war der Treffer zum 3:0, den Simon Floß mit einem genialen Dropkick aus 20 Metern in den Winkel markierte (52.). Der FC zeigte gefällige Aktionen im Mittelfeld und verzeichnete im Gegenpressing immer wieder Ballgewinne. Nach der Roten Karte gegen TSG-Akteur Nico Najda (58.) besaß Bitburg nicht nur defensiven Zugriff, sondern auch die komplette Kontrolle. Floß, Gerten und der in der 87. Minute nach grobem Foulspiel mit Rot des Feldes verwiesene Pascal Alff hatten weitere Möglichkeiten, das Ergebnis komfortabler zu gestalten. Doch auch mit dem 3:0 waren die Bitburger sehr zufrieden...

FC Bitburg – TSG Pfeddersheim 3:0 (2:0)

Bitburg: Thömmes – Sulejmani, Faldey, Koch, Nosbisch, Gerten, Fisch (68. Moroz), Schütz (63. Schwedler), Floß (80. Nico Fuchs), Bierbrauer (80. Alff), Pascal Müller (80. Schroeder).

Pfeddersheim: Pätzold – Najda, da Silva Arnold, Tillschneider, Onjejekwe (46. Kupresak), Amos, Yilma (60. Aydin), Schmidt, Renner (60. Horvat), Matsumura (75. Bresser), Schubach (75. Boateng)

Tore: 1:0 Bierbrauer (9.), 2:0 Sulejmani (26.), 3:0 Floß (52.)

Rote Karten: Najda (58., Pfeddersheim, Revanchefoul), Alff (87., Bitburg, grobes Foulspiel)

Schiedsrichter: Jannick Ziehmer (Kindsbach)

Zuschauer: 182

Coaching und Personal: Bitburg agierte im 3-5-2, bei dem sich Sulejmani auf der rechten offensiven Seite mit ins Angriffsspiel einschaltete und für Torgefahr sorgte. Simon Floß setzte als hängende Spitze hinter der Doppelspitze Bierbrauer/Pascal Müller Nadelstiche.

Schlüsselszene: Mit dem 2:0 von Sulejmani war die Partie vorentschieden, nachdem Pfeddersheim zuvor permanenten Druck auf Bitburg ausgeübt hatte.

Die Besten: Dominik Thömmes hielt seine Mannschaft in der Anfangsphase mit zwei Paraden im Spiel und strahlte mit gutem Stellungsspiel Sicherheit aus. Niclas Gerten gab die Vorlage zum 2:0 und zeigte sich als unauffälliger Abräumer vor der Abwehr. Sulejmani erfüllte nicht nur seine Aufgaben als Rechtsverteidiger, sondern glänzte auch als Vollstrecker.

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