Fußball Was der Nikolaus den Bitburgern zu sagen hat

Bitburg · Dem letzten Tabellenplatz und so mancher Niederlage zum Trotz: Bei Fußball-Oberligist FC Bitburg gehen sie positiv gestimmt in die Winterpause. Bei der Weihnachtsfeier bekamen indes einige noch ihr Fett weg. Routinier Pascal Alff zieht im Gespräch mit dem TV eine Zwischenbilanz und nennt seine bisherigen Saison-Höhepunkte.

Gute Stimmung zum Jahresabschluss: Prominente Gäste bei der Weihnachtsfeier des FC Bitburg waren der Nikolaus (alias Angreifer Joshua Bierbrauer) und der als Elfe verkleidete Abwehrspieler Fabian Fisch. Verabschiedet wurde Sebastian Wolf (vorne, Dritter von rechts), der zu A-Ligist SG Kordel/Welschbillig geht.

Gute Stimmung zum Jahresabschluss: Prominente Gäste bei der Weihnachtsfeier des FC Bitburg waren der Nikolaus (alias Angreifer Joshua Bierbrauer) und der als Elfe verkleidete Abwehrspieler Fabian Fisch. Verabschiedet wurde Sebastian Wolf (vorne, Dritter von rechts), der zu A-Ligist SG Kordel/Welschbillig geht.

Foto: FC Bitburg

Die Stimmung war ausgesprochen gut, und bis in die frühen Morgenstunden hinein saßen viele noch zusammen: Mit ihrer Weihnachtsfeier schlossen die Oberligaspieler des FC Bitburg das Jahr ab und verabschiedeten sich in die trainingsfreie Zeit. Stolz auf das zurückliegende Jahr könne man sein, betonte der Sportliche Leiter der Bierstädter, Dietmar Neises. Zwar belegt das Team von Trainer Fabian Ewertz mit nur 14 Punkten aus 23 Spielen den 20. und letzten Tabellenplatz, schaffte aber in den ersten 2023er Monaten Großes. Dank einer Siegesserie wurde man am Ende Rheinlandmeister und stieg erstmals in die Oberliga auf. „Es war eine lockere Atmosphäre, und es wurde deutlich, dass wir trotz der zahlreichen Niederlagen, die wir im bisherigen Saisonverlauf schlucken mussten, nach wie vor eine richtig gute Kameradschaft haben“, bilanziert Pascal Alff die Weihnachtsfeier am vergangenen Samstag. Vom Nikolaus (alias Joshua Bierbrauer) und seines im Elfenkostüm aufgetretenen Mannschaftskollegen Fabian Fisch bekamen die Spieler reihum ihr Fett weg. Bei Alff geriet die Szene im Nachgang der Partie Anfang August beim FC Karbach (0:1) noch einmal in den Fokus. Seinerzeit handelte er sich eine kuriose Rote Karte ein: Mit einem Händedruck verabschiedete er sich von Schiedsrichter Kisanet Zekarias. „Es waren kurz nach dem Abpfiff Emotionen im Spiel. Ich habe seine Hand nicht direkt losgelassen und insgesamt wohl etwas zu fest zugedrückt“, erinnert sich der 29-Jährige. Am 11. November, beim 0:5 im Trierer Moselstadion, gab es ein Wiedersehen mit dem Mainzer Unparteiischen. „Er hat von sich aus vor dem Spiel das Gespräch gesucht. Wir haben dann die Sache endgültig aus der Welt geräumt. Das hätte ich so gar nicht erwartet“, spricht Alff von einem besonderen Moment seit Saisonbeginn.

Dieser hatte aus Bitburger Sicht nur drei Siege und fünf Remis, aber 15 Niederlagen zu bieten. „In dieser Liga kann jeder kicken. Bei uns hatte bis Sommer kaum einer Oberligaerfahrung. Und trotzdem waren wir in vielen Spielen nicht unbedingt schlechter und sind nur selten untergegangen. Aber Fußball ist nun halt mal ein Punktespiel“, weiß Alff.

Wie sich die Anforderungen gesteigert haben, kann er wie kaum ein Zweiter im Bitburger Kader sagen. Schließlich bildet der aus Peffingen stammende und in Wolsfeld lebende Verteidiger mit Simon Floß und Arthur Schütz jenes Trio, das bereits seit rund zehn Jahren dabei ist und unter dem Trainerduo Fabian Ewertz/Richard Schneider schon 2015 den Aufstieg von der Kreisliga A Eifel in die Bezirksliga schaffte. Fünf Jahre später ging es hinauf in die Rheinlandliga. In der vergangenen Runde folgte der Sprung in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Alff war mit Ausnahme einer Spielzeit, in der seine Weiterbildung zum Maurerpolier im Mittelpunkt stand, immer dabei. Zunächst war er eine feste Größe auf der linken Außenbahn. „Pascal hat einen überragenden linken Fuß. Als er noch einen Tick fitter war, hat er mit seiner Dynamik den Flügel beackert und klasse Flugbälle geschlagen“, berichtet Ewertz. Zu Beginn der vergangenen Runde funktionierte er den 1,73-Meter-Akteur zum Innenverteidiger um, setzte ihn zuletzt aber hin und wieder auch auf der Außenposition der Viererkette ein. „Er haut sich in jeden Zweikampf rein und antizipiert sehr gut“, nennt der Bitburger Coach die wesentlichen Stärken seines langjährigen Weggefährten.

Es müsse wohl in der C-Jugend gewesen sein, erinnert sich Alff, als er von Jugendleiter Manfred Audrit die Anfrage erhielt, von der heimatlichen JSG Südeifel zum FC Bitburg zu wechseln. Der Aufstieg in die fünfthöchste deutsche Spielklasse war auch für ihn wohl der Höhepunkt seiner Laufbahn. Auf Spiele vor großen Kulissen wie im Moselstadion oder zu Saisonbeginn in Worms blickt der Angestellte eines Irreler Bauunternehmens besonders gerne zurück – und natürlich auch auf den ersten Oberligasieg, der Anfang September beim 5:3 gegen Arminia Ludwigshafen gelang. Alff hatte „gehofft, dass wir danach in einen Flow kommen. Doch das ist uns leider nicht gelungen“. Als Beispiel, wie wenig manchmal fehlte, nennt er das Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern II: „Da machen wir ein richtig gutes Spiel, führen bis zur 75. Minute mit 2:0, verlieren dann aber noch mit 2:4.“

 Pascal Alff

Pascal Alff

Foto: Pascal Duppich

Im weiteren Verlauf der Rückserie, die am Samstag, 24. Februar, 14 Uhr, mit dem Nachholspiel im Stadion Ost gegen den FK 03 Pirmasens fortgeführt wird, möchten Alff und seine Bitburger nichts unversucht lassen und den Kampf um den Klassenverbleib annehmen, obschon 14 Punkte Rückstand auf einen eventuell rettenden Platz eine schwere Hypothek sind.

Geht es nach nur einer Saison wieder runter die Rheinlandliga, wäre das für die Bitburger kein Weltuntergang. Auch eine Etage tiefer würde Fabian Ewertz nur allzu gerne auf die Dienste von Alff zählen: „Neben seinen sportlichen Qualitäten hat Pascal auch vom Menschlichen her bei uns einen hohen Stellenwert. Was er sagt, findet Gehör.“

Zu einhundert Prozent will der so Gelobte noch nicht seinen Zuschlag für die kommende Runde geben, vor allem aus beruflichen Gründen: „Wenn ich im Sommer den ganzen Tag über bei 30 Grad auf dem Bau bin und abends noch ins Training muss, ist das schon sehr anstrengend“. Gleichwohl schiebt Alff nach: „Eigentlich bin ich ja noch nicht in dem Alter, um aufzuhören...“

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